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Referat III/5 Recht, Geschichte und Kultur
Dr. Birgit Strobl
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Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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Stiftungspost Ausgabe 03 / 12
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Burgen – Symbole der Macht

Dr. Joachim Zeune richtete zusammen mit dem Landkreis den Burgenkundlichen Lehrpfad ein.
Die Zisterne der Burgruine Rotenhan
Ösenförmiges Loch im Burgfels von Lichtenstein
Steinerner Kopf auf Lichtenstein

Der Burgenkundliche Lehrpfad des Landkreises Haßberge in Unterfranken stand mit seinen anschaulichen Beispielen an Burgen – den Herrschafts- und Statussymbolen des Mittelalters – im Zentrum eines Seminars zur Landesgeschichte vom 3. bis 5. Juni 2010 in Kloster Banz.

Wer nun aber meinte, es würde nur um Vergangenes gehen, wurde hier eines Besseren belehrt. Die Entwicklung, die zur Konzeption des Burgenkundlichen Lehrpfades führte, ist hochaktuell und sehr politisch. In den Hassbergen befinden sich Burgruinen in großer Zahl. Rotenhan, Lichtenstein, Altenstein und Schmachtenberg - um nur die zu nennen, die im Rahmen des Seminars besichtigt wurden. Sie alle waren im Dornröschenschlaf versunken und sollten es nach Meinung des Landkreises auch bleiben. Doch es kam anders. Die einsame Lage und ihre romantische Anmutung lockten Esoteriker an, die diese an sogenannten Krafttagen in Scharen bevölkerten. In dem Glauben, hier einen keltischen Kult- oder Heilplatz gefunden zu haben, fielen sie regelrecht über die Denkmäler her. Die intensive Felsbearbeitung der Burgruinen Lichtenfels und Rotenhan zum Beispiel hatten sie vorgeschichtlich gedeutet. Die Zisterne der Ruine Rotenhan wurde als Schamanensitz interpretiert. In den ösenförmigen Löchern im Burgfels von Lichtenstein, die zum Anbinden der Reit- und Saumtiere dienten, sahen sie eine Anbindestelle für Epileptiker und vermuteten dort ein Großkrankenhaus. Ein steinerner Kopf, der nachweislich erst nach 1845 entstanden ist - einer Zeit, als das Mittelalter verklärt und romantisiert wurde - lieferte dieser Gruppe den angeblichen Beweis. Ein extra herbeigerufener Spezialist aus Amerika deutete ihn als vorzeitlich und interpretierte hier einen keltischen Wächterkopf an einer Schamanenhöhle hinein. Als diese Gruppierungen soweit gingen, Steine aus den Burgmauern herauszuschlagen, um sie als Heilsteine zu verwerten, war eine Lösung des Problems dringend nötig. Der Landkreis entschloss sich, in die Offensive zu gehen. Man errichtete einen Lehrpfad, um möglichst viele Besucher für diese Denkmäler zu interessieren und durch die damit hergestellte Öffentlichkeit und Belebung dieser Plätze den Esoteriktourismus zurückzudrängen. Diese Strategie scheint aufzugehen: Der Burgenkundliche Lehrpfad wird von der Bevölkerung gut angenommen. Die Esoteriker haben sich in einen modernen Steinbruch zurückgezogen.

Marisia Conn und Dr. Sandra Frauenknecht

Es sind nicht immer bedenkliche Nutzungen, wie eben geschildert, die historische Bausubstanz betreffen. Manchmal sind es auch neue Konzepte. Sie tragen dazu bei, ein Denkmal für die Nachwelt zu erhalten und zu konservieren. Einige Beispiele dafür zeigten die Referentinnen Marisia Conn und Dr. Sandra Frauenknecht im letzten Abschnitt des Seminars. Besonders auf die Burg bezogen war das Projekt der Burg Hartenstein. Hier sind nur noch die Palas-Außenmauer und eine historische Balkenbohlendecke erhalten geblieben. Das Gebäude war bereits saniert, als die Ausstellungsmacher hinzugezogen wurden. Sie entwickelten eine Ausstellung zur Geschichte des Rittertums in Franken, die den Werdegang eines Kindes zum Ritter zeigt, der ins Turnier geht. Hier war man bemüht, das zu Sehende auch sinnlich zu begleiten. Lichtstimmungen, Töne und Gerüche werden eingesetzt, um dem Besucher eine umfassende Vorstellung von dieser vergangenen Zeit zu vermitteln.