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Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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Stiftungspost Ausgabe 03 / 12
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China im Konzert der asiatischen Mächte

Doris Gutting, Andreas Wilhelm, Bing Zou, Gottfried-Karl Kindermann

Das Verhältnis von Wirtschaft und Politik in Asien, wo inzwischen fast zwei Drittel der Weltbevölkerung leben, und die besondere Rolle Chinas darin, standen im Zentrum eines Kooperationsseminars der  Hanns-Seidel-Stiftung und der Fachhochschule für angewandtes Management (FHAM), Erding, vom 12. bis 13. Juni 2010 in Wildbad Kreuth.

Die FHAM ist Teilnehmer des deutsch-chinesischen Jahrs der Wissenschaft und Bildung 2009/2010. Das Seminar diente durch die Teilnahme von chinesischen Wissenschaftlern und Studenten deshalb auch dem deutsch-chinesischen Austausch.

Prof. Dr. Doris Gutting von der FHAM gab in ihrem Einführungsvortrag einen Überblick über die aktuellen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in den wichtigsten Ländern Süd-, Südost- und Ostasiens.

China hat Ende 2009 Deutschland als größte Exportnation der Welt überholt und Deutschland von Platz 3 der wichtigsten Wirtschaftsnationen verdrängt. Das Land hat sich offensichtlich von der globalen Finanzmarktkrise erholt. Politisch immer noch fest im Griff der kommunistischen Partei, konnte das BIP Chinas 2009 um 8,7 Prozent gesteigert werden; die Prognosen für 2010 und 2011 liegen bei ungefähr 10 Prozent. China scheint der These, dass politische und wirtschaftliche Freiheit letztlich Hand in Hand gehen, zu widersprechen. Auch der kommunistische Einparteienstaat Vietnam befindet sich faktisch -  wie China - im Wandel zur Marktwirtschaft und zeigt positive Wirtschaftsdaten. Die jungen Demokratien Thailand und die Philippinen waren dagegen 2010 in den Negativschlagzeilen der Presse: In Thailand tobt ein Bürgerkrieg, auf den Philippinen wurden im Zusammenhang der Neuwahlen – auch dieses Mal wieder – Menschen ermordet.

Dr. Andreas Wilhelm von der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg-Erlangen erörterte die Konversion kommunistischer bzw. sozialistischer Regime in China, Vietnam und Laos hin zu einem autoritären Kapitalismus. Im Unterschied zu Osteuropa, wo der Zusammenbruch des Kommunismus mit einer Demokratisierung eng verbunden war, passten sich die kommunistischen Länder „Asia Pacifics" an das Modell der kapitalistischen Entwicklungsdiktaturen an. „Disziplinierte“, autoritäre Regime sind sehr gut in der Lage, rasante Wirtschaftsentwicklungen zustande zu bringen.

Gottfried-Karl Kindermann und Doris Gutting vor der Asienkarte
Min Tang (li.) mit einem chinesischen Teilnehmer

Die chinesische Wissenschaftlerin Dr. Bing Zou erläuterte die neueren Entwicklungen der chinesischen Wirtschaft und Gesellschaft, ausgehend von der Zeit der Reform ab 1979 und der anschließenden internationalen Öffnung des Landes sowie die Wirkungen des Konjunkturpakets zur Bekämpfung der Finanzmarktkrise. Chinas Rolle als neuer Exportweltmeister, die damit einhergehenden hohen Devisenreserven, enorme Erfolge in einzelnen Branchen, beispielsweise der Entwicklung zum größten Automobilmarkt vor den USA, und insbesondere das stetig hohe Wachstums des BIP dürfen jedoch nicht davon ablenken, dass Chinas BIP pro Kopf, ein Indikator, der üblicherweise als Maßstab für Leistungsfähigkeit und Wohlstand einer Gesellschaft verwendet wird, sich im internationalen Vergleich noch recht gering ausnimmt.

Der renommierte Asienforscher, Prof. Dr. Gottfried-Karl Kindermann, Ludwig-Maximilians-Universität München, wies in seinem Vortrag auf die Tatsache hin, dass die Gestaltung internationaler Politik durch die industrielle Revolution mit ihrer Suche nach neuen Rohstoffquellen und Absatzmärkten überhaupt erst notwendig wurde. Er berichtete in einem breiten Bogen über die zeitgeschichtliche Entwicklung Asiens bis hin zur Gegenwart.

Der zweite Tagungstag stand im Zeichen des Austauschs junger Menschen aus China und Deutschland. Die junge Wissenschaftlerin, Dr. Min Tang, diskutierte dazu mit den Studenten den chinesischen Film „Badehaus“ von Zhang Yan.