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Die Donau – Lebensader Europas
Mit der Reihe „Die Donau – Lebensader Europas“ möchte die Hanns-Seidel-Stiftung in Kooperation mit der Europäischen Akademie Berlin dazu beitragen, das natürliche Band zwischen West und Ost zu stärken, das Trennende und das Ohne-einander aufzuheben, das Verbindende zu erkennen und neue Brücken zu bauen. Dazu wird es in den nächsten Monaten eine Reihe von Vorträgen geben, die den Donauraum, seine Vielfalt, seine gemeinsamen Herausforderungen und Chancen aus verschiedenen Perspektiven – landeskundlich, politisch, geographisch, kulturell und historisch – betrachten.
Von der Aktualität des Themas zeugte auch die Anwesenheit der Botschafter Ivo Petrov (Bulgarien), Ivo Visković (Serbien), Sándor Peisch (Ungarn) sowie der Vertreter der Botschaften Kroatiens, Österreichs, Rumäniens und der Slowakei, die Ernst Hebeker als Leiter des Hauptstadtbüros der Hanns-Seidel-Stiftung herzlich begrüßte.
Ihren ausdrücklichen Dank an die Hanns-Seidel-Stiftung und die Europäische Akademie für ihre gemeinsame Initiative stellte die Bayerische Europaministerin Emilia Müller ihrer Einführungsrede voran. Mit dem Donau-Zyklus leiste die Stiftung einen „essentiellen Beitrag“ für die Diskussion über die Bedeutung der Donau für die zukünftige Entwicklung Europas.
20 Jahre nach der Friedlichen Revolution markiert die Donau die Entwicklungsachse des neuen Europa. Deshalb ist das Bemühen der EU, den Donauraum als Makroraum im Ganzen in den Blick zu nehmen, zu begrüßen, betonte Europaministerin Emilia Müller in der Bayerischen Landesvertretung. Es gehe um eine engere und effizientere Zusammenarbeit in bestehenden Strukturen und keinesfalls um die Schaffung neuer Institutionen. Dies betreffe vor allem Projekten, die einer europäischen Perspektive bedürfen, ganz im Sinne des Prinzips der Subsidiarität. Hierfür kann der transnationale Donauraum, der vom Schwarzwald bis zum Schwarzen Meer reicht, als Orientierungsrahmen dienen.
Bayern unterstützt den seit Anfang Februar laufenden europäischen Konsultationsprozess, der u.a. ein „Bottom-up-Verfahren“ für die Beratungen vorsieht. Die „Bayerische Donau-Initiative“ sowie das „Donauforum“ stellen dementsprechend Beiträge des Freistaates zum Verfahren dar. Im Mittelpunkt der Donau-Initiative stehen sechs Themenbereiche: (1) Regionale wirtschaftliche Zusammenarbeit, (2) Sicherstellung der Energieversorgung im Donauraum, (3) Umweltfreundlicher Ausbau der transeuropäischen Verkehrswege, (4) Erhalt der Donau als natürlichen Lebensraum, (5) Grenzüberschreitende innere Sicherheit, (6) Förderung von Kultur, Brauchtum und Kunst. Ziel bei allen Bemühungen sei es, so die Staatsministerin abschließend, dass Bayern mit einer Stimme spreche und alle Beteiligten die Chance nützten, den Donauraum zu einer europäischen Schlüsselregion zu entwickeln.
Der vielfach ausgezeichnete deutsch-rumänischer Schriftsteller, Richard Wagner, hatte die Aufgabe übernommen, eine Brücke zwischen Politik und Kultur, zwischen West und Ost, zwischen altem und neuem Europa, zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu schlagen. Auf geistreiche wie unterhaltsame Weise näherte sich Autor in „10 Abschweifungen“ dem Kulturraum Mitteleuropa.
Dass allein das Reden über den Donauraum im Sinne eines historisch-kulturellen Fundaments, das West und Ost über Jahrhunderte hinweg verband, unter dem Diktat der Blockkonfrontation im Osten als subversiv galt, rief Wagner ebenso in Erinnerung wie die weiterhin wirkmächtigen Stereotypen über Ost und West.
Nachdenklich wird Wagner beim Blick auf die Geschichtsvergessenheit, die Aufarbeitungsdefizite der jungen Demokratien und das Fehlen von Werten in der Krise. In den 90er-Jahren war man mehr mit den Verwerfungen der Gegenwart beschäftigt, den ökonomischen Umbrüchen, der Aufholjagd, bilanziert Wagner. Nun in der Krise stellt sich die Frage nach der Zukunft der Gesellschaft. Hinzu komme für die Länder Mittelosteuropas, dass dort die Kommunisten die Symbolik der Zukunft verbraucht hätten.
Eine mögliche Orientierungshilfe sieht Wagner in Europa selbst: „Eine Zukunft hat eine Gesellschaft nur, insofern sie eine Vorstellung von dieser Zukunft hat. Es ist im heutigen Europa die Vorstellung von der Haltbarkeit der eigenen Gemeinschaft, von der Haltbarkeit ihrer Werte. Darüber nachzudenken, meine ich, ist auch im Donauraum, in Ost und West, sinnvoll.“
Redemanuskript von Staatsministerin Emilia Müller (200 KB)

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