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Referat III/5 Recht, Geschichte und Kultur
Dr. Birgit Strobl
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Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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Stiftungspost Ausgabe 03 / 12
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Die Prinzregentenzeit

Hans-Michael Körner und ...
... Katharina Weigand, beide LMU München, referierten beim "Prinzregentenseminar" und ...
... diskutierten auf dem Podium.

Der Zuspruch, den das Seminar „Die Prinzregentenzeit“ vom 9. bis 11. Juli 2010 in Wildbad Kreuth erhielt, lässt sich durchaus interpretieren. Dergestalt, dass der Begriff für historisch Interessierte positiv besetzt ist. Dies mag daran liegen, dass wir heute noch mit diesem Zeitraum eine Ära verbinden, in der man in Bayern scheinbar sorglos und zufrieden lebte. Möglicherweise ist dieser Eindruck auch auf die beliebte Fernsehserie des „Königlich bayerischen Amtsgerichts“ zurückzuführen, in der Gustl Bayrhammer im Vorspann spricht: „Es war eine liebe Zeit, die gute alte Zeit vor Anno 14. In Bayern gleich gar. Damals hat noch Seine königliche Hoheit der Herr Prinzregent regiert, ein kunstsinniger Monarch. Denn der König war schwermütig …“.

Für die bayerische Bevölkerung waren die Ereignisse, die zur Absetzung Ludwig II. und der Einsetzung seines Onkels Luitpold als Regent führten, zunächst eine emotionale Katastrophe. Anfangs hat man dem neuen Monarchen deshalb auch Ehrgeiz und Machtgier vorgeworfen, was sich jedoch bald zerstreute. Luitpold war bereit, sich als pflichtbewusster und leutseliger Regent zu präsentieren. Sein einfacher Lebensstil, sein Alter und seine Präsenz in allen Teilen des Landes ließen ihn zur Integrationsfigur für die verschiedenen Gruppen der Bevölkerung werden. Keiner hat so viele Hände geschüttelt und so viele Denkmäler enthüllt wie dieser Prinzregent. Er wurde zum ruhenden Pol in einer sich immer stärker wandelnden Welt. Vergleichbar ist dieses Phänomen mit den langen Regierungsjahren Kaiser Franz Josephs von Österreich und Queen Viktorias von England, die als alte Monarchen ebenfalls als Palliativ wirkten.

Das Denkmal Prinzregent Luitpolds am Schäringerplatz in München

Sieht man auf die dramatischen Ereignisse, die sich nach dem Tod Luitpolds am 12. Dezember 1912 entwickelten – der Ausbruch des Ersten Weltkriegs und die Revolution – so kann man durchaus sagen, dass damit auch eine Zeitalter bayerischer Geschichte zu Ende gegangen ist. Sieht man auf Weimar und seine Republik, so waren die Entwicklungen in der Folgezeit so umwälzend, dass in der Rückschau die Prinzregentenzeit als das Paradies auf Erden erscheinen mag. Eine gewagte These: Dies wird vermutlich in Kürze auch mit der Ära Kohl geschehen.