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Referat II/4 Bildung und Erziehung
Paula Bodensteiner
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Die Würde der Frau ist (un)antastbar
Frauenhandel gestern und heute
Bereits zum siebten Mal veranstaltete die Hanns-Seidel-Stiftung in Kooperation mit dem „Aktionsbündnis gegen Frauenhandel“ und der „Solidaritätsaktion Renovabis“ eine Fachtagung zum Thema Frauenhandel. Jede dieser Tagungen legte dabei den Schwerpunkt auf bestimmte Aspekte des Problemfelds Frauenhandel. So standen beispielsweise die Opfer, die Täter (Händler) und auch die Freier im Fokus der Diskussion. Oder es wurden Fragen der Armutsmigration, der Arbeitsausbeutung und der Zwangsprostitution thematisiert. Ferner ging es um die Rolle der Politik und der Justiz, die Bedeutung von Bildungseinrichtungen und Beratungsorganisationen sowie die Verantwortung der Medien – und um vieles andere mehr.
Stets aber dienten diese gemeinsamen Tagungen nicht nur der Information und kritischen Diskussion, sondern auch der Bewusstseinsschärfung, Lobbyarbeit und Netzwerkbildung. Insbesondere auch die internationale Netzwerkbildung, die gerade in diesem Bereich aktive Präventionsarbeit leiste, betonte Prof. Ursula Männle, stellvertretende Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung, bei der aktuellen Tagung in ihrem Grußwort. Sie unterstrich, wie wichtig es sei, in den Dialog der gesellschaftlichen Kräfte zu treten und den Auftrag wahrzunehmen, Werte stärker in der Gesellschaft zu verankern.
Für die Mitveranstalter der Tagung sprach Burkhard Haneke, Geschäftsführer von Renovabis, das Grußwort. Er erinnerte an das Jubiläum des Aktionsbündnisses und betonte die gemeinsamen Leitlinien in der Arbeit der Organisationen, die auch zukünftig diese Thematik nicht loslassen und "weiter streiten" werden.
2010 wird das Aktionsbündnis gegen Frauenhandel in Bayern zehn Jahre alt. Diese Gelegenheit nützten die Veranstalter für einen umfassenden Rückblick auf die Probleme mit Frauenhandel und Zwangsprostitution.
Geschichtliche Aspekte beleuchtete Prof. Dr. Jürgen Nautz in seinem Vortrag „Frauenhandel in Europa“ - Diskurse und Praktiken im 19. und 20. Jahrhundert. Bei der Podiumsdiskussion am Vormittag wurden insbesondere fachspezifische Aspekte des Themas rückblickend auf die letzten zehn Jahre von Prof. Ursula Männle (Politik), Monika Cissek-Evans (Beratungsstellen - JADWIGA), Helmut Sporer (Polizei - Kriminalkommissar), Alfons Obermeier (Justiz – Leitender Oberstaatsanwalt) Ortrun Pleier (Soziales – Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Frauen) und Martin Rosowski (Männerperspektive – Männerarbeit der evangelischen Kirche Deutschlands) erörtert.
Der Nachmittag war geprägt von der Bestandsaufnahme in der Bekämpfung des Frauenhandels sowie von dessen Perspektiven für die Zukunft. Den Input für die Podiumsdiskussion lieferten die Bayerische Staatsministerin für Justiz und Verbraucherschutz, Dr. Beate Merk, und Sr. Dr. Lea Ackermann, Gründerin und Vorsitzende von SOLWODI, die beide auch an der Podiumsdiskussion teilnahmen. Bei der Schlussrunde machte sich die Staatsministerin für ein höheres Strafmaß für sexuelle Straftaten stark.
Die filmischen Einspielungen von Inge Bell, mittlerweile das Markenzeichen dieser jährlichen Veranstaltung, trugen wieder zur perfekten Abrundung bei.

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