Publikationen

Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
Schutzgebühr: Keine
Download der Publikation
Diese Publikation bestellen

Stiftungspost Ausgabe 03 / 12
Schutzgebühr: Keine
Download der Publikation
Diese Publikation bestellen

Aktuelle Veranstaltungen

Dienstag, 22. Januar 2013

Krumbach

Profi mit Handy, Internet und Medienrecht

Dienstag, 22. Januar 2013

München

Eurokrise / Währungskrise

Dienstag, 22. Januar 2013

München, Konferenzzentrum

US Pivot towards Asia? Will Obama´s Second Term Bring New Developments?

Hanns-Seidel-Stiftung im Web 2.0

Meine HSS

Seite hinzufügen
löschen
 

Die Zukunft von Frauen in Politik und Parteien

Frauen stellen für die Parteien sowohl als Wählerinnen als auch als Mitglieder und politische Akteure eine zunehmende Herausforderung dar. Über die Hälfte der Wahlberechtigten in Deutschland sind Frauen sowie etwa ein Drittel aller Parteimitglieder. Allerdings gelingt es den Parteien in sehr unterschiedlichem Maße, Wählerinnen anzusprechen und weibliche Mitglieder zu gewinnen. Dies wiederum zeigt, dass Zuneigung und Zurückhaltung vielfältige Ursachen haben und dass die Angebote der Parteien zur Identifikation und Mitarbeit für Frauen unterschiedlich attraktiv sind. Um den Ursachen dafür auf den Grund zu gehen, Ziele zu definieren und Lösungsvorschläge zu entwickeln waren Politiker, Wissenschaftler und leitende Mitarbeiter der politischen Verwaltung der Einladung zur Fachtagung am 26. und 27. April 2010 nach Wildbad Kreuth gefolgt.

Angelika Niebler

Dr. Angelika Niebler, MdEP und Vorsitzende der CSU Frauen-Union, berichtete zunächst über ihre Erfahrungen und Bemühungen mit und für Frauen in der CSU, bedauerte jedoch, dass trotz harter Arbeit der Durchbruch noch nicht gelungen ist. Sowohl bei den Parteimitgliedern als auch bei den Führungspositionen hat die CSU den geringsten Frauenanteil aller deutschen Parteien. Nachdem Appelle und Födermaßnahmen bisher keine nennenswerten Ergebnisse erzielt haben, fordert die Frauen-Union nun die Einführung einer Frauenquote.

Ulrike Scharf
Birgit Meyer, Kathrin Mahler Walther, Isabelle Kürschner und Katrin Poleschner
Katja Auer, Dorothee Bär und Christian Deutschländer
Dieter Roth
Ina Bieber

Wie kontrovers das Thema in der Partei diskutiert wird, kam in den anschließenden Impulsreferaten zum Ausdruck. Ulrike Scharf, Bezirksvorsitzende der oberbayerischen Frauen-Union, befürwortet die Quote, da ihrer Ansicht nach nur so eine größere Beteiligung von Frauen zu erzielen ist, die letztendlich zum Gesamterfolg der Partei beitragen wird. Katrin Poleschner, stellvertretende Vorsitzende der Jungen Union, sieht die Quote als den falschen Weg zur Frauenförderung. Sie setzt weiterhin auf Freiwilligkeit, eine Bewusstseinsveränderung vor allem an der Parteibasis und eine noch gezieltere Förderung von Frauen.

Aus wissenschaftlicher Perspektive gingen schließlich Prof. Dr. Birgit Meyer von der Hochschule Esslingen und Kathrin Mahler Walther von der Europäischen Akademie für Frauen auf die Thematik ein. Meyer, die sich seit vielen Jahren mit Politikerinnen in Deutschland und darüber hinaus beschäftigt, sieht die Notwendigkeit, dass vor allem konservative Parteien mehr Bereitschaft und Offenheit gegenüber Frauen und Frauenförderung an den Tag legen. Mahler Walter stellte eine aktuelle Untersuchung über Kommunalpolitikerinnen in der Bundesrepublik vor und wies auf Erfolge und Defizite beim politischen Engagement von Frauen hin.

Beim abendlichen Kamingespräch, moderiert von der stellvertretenden Generalsekretärin der CSU, Dorothee Bär, MdB, berichteten Katja Auer von der Süddeutschen Zeitung und Christian Deutschländer vom Münchner Merkur über die Darstellung von Politikerinnen in den Medien. Die Journalisten machen beim Umgang mit Frauen ähnliche Erfahrungen wie die Parteien: Während Männer sich häufig selbst präsentieren und ihre Vorschläge an die Medien heran tragen, müssen Frauen häufiger gefragt oder ermuntert werden, das selbe zu tun.

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Wählerinnen. Prof. Dr. Dieter Roth von der Universität Heidelberg analysierte die Wahlen der letzten Jahre im Hinblick auf die weibliche Wählerschaft. Dabei wurde deutlich, dass es tatsächlich signifikante Unterschiede beim Wahlverhalten zwischen Frauen und Männern gibt. Die beiden Geschlechter mit unterschiedlichen Maßnahmen von Seiten der Parteien anzusprechen und zu erreichen, ist dennoch sehr schwer, wie Ina Bieber von der Universität Frankfurt anschließend in ihrem Vortrag zu Frauen als Zielgruppe in Wahlkämpfen deutlich machte.

Die Mischung aus praktischer und wissenschaftlicher Auseinandersetzung mit dem Thema und der Erfahrungsaustausch zwischen Politikern und Wissenschaftlern haben maßgeblich zum Erfolg der Fachtagung beigetragen und sollen auch künftig fortgesetzt werden. Die Vorträge und Ergebnisse der Veranstaltung werden in der Reihe Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen der Hanns-Seidel-Stiftung veröffentlicht.