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Referat II/3 Wirtschaft und Finanzen
Dr. Claudia Schlembach
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Familienunternehmen
Wert- und Wertetreiber der deutschen Wirtschaft
Das Herzstück der deutschen Wirtschaft, den Motor der Innovation und größten Arbeitgeber in Deutschland in einem Begriff zusammenzubringen, ist schwierig. „Mittelstand“ bleibt abstrakt und unspezifisch. Die Familienunternehmen, die über 90% aller Betriebe in Deutschland ausmachen, sind es, dieser Gruppe ein Gesicht geben. Es ist eine sehr vielfältige Welt, in der sich Tante-Emma-Läden genauso finden wie Weltmarktführer mit Konzernstruktur.
Bei aller Differenziertheit gibt es signifikante Gemeinsamkeiten, die aktuell die verdiente Aufmerksamkeit bekommen. Familienunternehmen zeigen sich aufgrund ihrer nachhaltigen Geschäftspolitik, ihrer zunehmend bankenfernen Finanzierung, ihrer regionalen Verankerung und einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern als relativ krisenresistent. Ihre wertorientierte Entscheidungskultur hat Vorbildfunktion für Wirtschaft und Gesellschaft. Das öffentlichkeitsscheue „Rückgrat der deutschen Wirtschaft“ kann Rampenlicht vertragen.
Am 22. April 2010 diskutierte eine Expertenrunde über diese ganz spezielle Gruppe des deutschen Mittelstandes.
Stefan Heidbreder, Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen konnte in seinem Impulsreferate deutlich machen, dass die Familienunternehmen am meisten zur Wertschöpfung der deutschen Wirtschaft beitragen. Sie beschäftigen die meisten Menschen, bilden die meisten Jugendlichen aus und haben auch im direkten Vergleich zu den fremdgeführten Unternehmen einen positiven Beschäftigungssaldo.
Aber neben diesen rein ökonomischen Potentialen sind es Werte wie Kontinuität, Stabilität und Nachhaltigkeit, die das wirtschaften der Familienunternehmen auszeichnet. Sehr authentisch konnte Ferdinand Erbgraf zu Castell- Castell darlegen, wie sich solche Wertesysteme entwickeln. Er ist in der 26. Generation und versteht sich in dieser Linie als „Verwalter der nächsten Generation“.
Margit Niedermaier, mitarbeitende Unternehmerfrau, überzeugte durch ihre sehr ambitionierte und offene Art, dass Unternehmer durch ihre Vorbildfunktion Werte vorleben und Mitarbeiter und Umfeld gleichermaßen animieren, sich an diesen Leitplanken zu orientieren. Die lokale bzw. regionale Einbindung der Familienunternehmen ist dabei Antrieb für gesellschaftliche Außenorientierung, gleichzeitig aber auch eine Art Regulativ für das unternehmerischer Verhalten.
Dr. Peter Gauweiler ließ daher auch keinen Zweifel daran, dass die Familienunternehmen selbst sehr deutlich die Akzente der sozialen Marktwirtschaft mitprägen. Sehr kritisch wies er auf politische Entscheidungen hin, die es diesen Unternehmern nun keineswegs erleichtern, ihren Weg erfolgreich zu gehen. Die Substanzsteuer zählte er vorrangig dazu.
Auch in der folgenden Diskussion zeigte sich, dass den Familienunternehmen die Sympathie der Zuhörer gehört, dass es aber sowohl gesellschaftlich als auch politisch einiges zu tun gibt, um das Potential dieser Gruppe wirksam zu machen.
Zu dieser Veranstaltung haben wir für Sie einen Meinungstreff eingerichtet. In unserem
Blog "Familienunternehmen – Wert- und Wertetreiber der deutschen Wirtschaft"
können Sie uns und allen Interessierten Ihre Sicht der Dinge mitteilen. Besuchen Sie uns, wir freuen uns auf Ihre Meinung!

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