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Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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Stiftungspost Ausgabe 03 / 12
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Frauenleben in Deutschland Ost-West

Am 3. Oktober 2010 jährt sich zum 20. Mal der Tag, an dem Deutschland seine Einheit wiedererlangt hat. Aus diesem Anlass veranstaltete das Bildungswerk der Hanns-Seidel-Stiftung zum Schwerpunktthema "20 Jahre Deutsche Einheit" eine Reihe von Seminaren. Eines davon trug den Titel „Frauenleben in Deutschland Ost-West“ und fand vom 9. bis 11. April 2010 in Wildbad Kreuth statt. In diesem Seminar trafen sich Frauen aus den alten und den neuen Ländern, um Frauenbilder in Ost und West zu erörtern sowie sich über gesellschaftspolitische Themen  auszutauschen. Am Beispiel individueller Lebensläufe wurde über die unterschiedlichen Gesellschaftssysteme sowie über die Herausforderungen in Gegenwart und Zukunft der Frauen diskutiert.

Ursula Männle, MdL, Stv. Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung

In ihrer Einführung schilderte Prof. Ursula Männle, MdL, stv. Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung, den bewegenden Moment, den sie am 9. November 1989 als Bundestagsabgeordnete im historischen Bonner Wasserwerk hautnah erlebte. Ein Saaldiener brachte mitten in die Haushaltsdebatte die Nachricht des Mauerfalls. Im vollbesetzten Plenarsaal herrschte zunächst absolute Stille, plötzlich standen drei Abgeordnete auf und begannen das Deutschlandlied zu singen. Allmählich schlossen sich alle anderen an. Da die Abstimmung über den Haushalt vorgesehen war, sei das Plenum fast vollzählig gewesen.

Dagmar Schipanski

Danach hielt die Ilmenauer Professorin für Festkörperelektronik Dr. Dagmar Schipanski, Wissenschaftsministerin und Landtagspräsidentin Thüringen a.D., ein Impulsreferat zur Frage „Gelebte Gleichberechtigung in der DDR? Anspruch und Wirklichkeit“. Ihr Fazit lautete: Die Emanzipation der Frauen in der DDR wirkte gleichermaßen befreiend wie bevormundend. Befreiend, weil sich die Frauen vor allem im Sektor der Erwerbsarbeit etablieren konnten, bevormundend, weil das Ideal der Gleichberechtigung staatlich angeordnet wurde und dennoch traditionelle Rollenverteilung nahezu unverändert blieben, während die Frauen im Westen Deutschlands ihre Gleichberechtigung ganz mühsam erringen mussten. Nach ihrer Einsicht ließen sich weder das Gleichberechtigungsstreben der Frauen im Westen noch die Emanzipation der Frauen im Osten nach starren Kategorien beurteilen. Deshalb sei es ihr ein persönliches Anliegen, dass Frauen miteinander ins Gespräch kommen und aus ihren unterschiedlichen Erfahrungen die besten Lehren für die gemeinsame Zukunft zu ziehen, so Prof. Schipanski.

Andrea Spee-Keller, Gleichstellungsbeauftragte der Stadtverwaltung Bautzen
Diskutierten über Gleichstellung von Frauen und Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Gudrun Holbe, Ursula Männle und Dagmar Schipanski

Am nächsten Tag berichtete ein Ost-West-Frauentreffen, das von 1990-2008 intensiven Kontakt gepflegt hatte. Die Sozialpädagogin Andrea Spee-Keller sprach über ihre Arbeit und Eindrücke von einer Ausstellung „Frauenleben in der DDR, in der Zeit des politischen Umbruchs und heute“, die sie als Gleichstellungsbeauftragte der Stadtverwaltung Bautzen im letzten Jahr konzipiert hatte.

Am letzten Tag dieses Seminars hielten zwei erfolgreiche Politikerinnen, Dipl.-Ing. Gudrun Holbe, Mitglied des Thüringischen Landtags, und Prof. Ursula Männle, Mitglied des Bayerischen Landtags, Impulsreferate über ihren beruflichen und politischen Werdegang. Im Anschluss diskutierte die Runde über die Zukunftsfragen zur Gleichstellung von Frauen in ökonomischen und wissenschaftlichen Bereichen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Hier herrschte Einigkeit darüber, dass die Politik Rahmenbedingungen wie ausreichende Kita-Plätze, Ganztagsschulen, etc., schaffen sollte. Die Teilnehmerinnen aus den alten und neuen Ländern konnten durch die Erfahrungsberichte und Statements viel von den Auswirkungen der unterschiedlichen Prägungen begreifen und so für die jeweiligen Sichtweisen Verständnis gewinnen.