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Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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Stiftungspost Ausgabe 03 / 12
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Friedliche Koexistenz zwischen Palästina und Israel?

Bassam Disi referiert am Martin-Pollich-Gymnasium Mellrichstadt

Das Bildungswerk nutze den Deutschlandbesuch des Büroleiters der Hanns-Seidel-Stiftung im palästinensischen Jenin, Dr. Bassam Disi, um mit ihm mehrere Veranstaltungen zum aktuellen Konflikt im Nahen Osten durchzuführen. Vom 5. bis 6. Juli 2010 informierte Dr. Disi Schüler der Gymnasien aus Mellrichstadt und Bad Kissingen sowie interessierte Bürger aus Bad Kissingen und Zeil a. Main über die derzeitigen Probleme in seiner Heimat. Die Frage „Friedliche Koexistenz zwischen Palästina und Israel?“ beantwortete er eindeutig: Die Mehrheit der Menschen in beiden Ländern will friedlich miteinander leben, wenn gleich sich die Annäherung auch schwierig gestaltet.

Paul Hufnagel, Regionalbeauftragter der Hanns-Seidel-Stiftung, Bassam Disi, StR. Stefan Lehmann

Er sucht  in seinen Vorträgen besonders unter den 16- bis 19-Jährigen ein Informationsdefizit über die Entwicklung und die heutige Lage in Palästina auszugleichen. Dazu gliederte er seinen Vortrag in einen geschichtlichen Rückblick, wie es zur Gründung des Staates Israel kam und wie es bis in unsere Tage weiterging; er schilderte mit passenden Bildern das Alltagsleben der Palästinenser unter der israelischen Bevormundung, ging auf den Bau der Trennmauer um das Westjordanland ein und ebenso auf die Siedlungspolitik der israelischen Regierung, gab einen Einblick in die Kultur, die Gesellschaft und die Wirtschaft Palästinas und beendete seinen Vortrag mit einer Übersicht über den Stand des Friedensprozesses, soweit man davon sprechen kann. Auffällig war, dass Disi fast nie eine Anklage gegen Israel erhob, sondern die Fakten sprechen ließ, so dass die Zuhörer daraus eigene Schlüsse ziehen konnten.

Paul Hufnagel, Bassam Disi, Stefanie v. Winning, Hannelore Bauer, Rektorin der Henneberg-Volksschule, Ulrich Feldmann, Gesellschaft für Wehr-und Sicherheitspolitik, Bad Kissingen

Die Geschichte des Staates Israel begann bereits im Jahr 1882 mit einer ersten Einwanderungswelle von Juden aus Osteuropa in ein Palästina, in dem bisher nur ein paar hundert Juden lebten, bei einer Gesamtbevölkerung von etwa 450.000 Menschen um 1880, meist also arabischer Abstammung. Für die Unterstützung der Juden im Ersten Weltkrieg versprachen die Briten in der Balfour-Deklaration 1917 eine jüdische nationale Heimstatt in Palästina - ohne allerdings die Palästinenser zu fragen. Bis 1933 kam es zu einer zweiten Welle jüdischer Einwanderer, ausgelöst durch die Furcht vor Nazi-Deutschland. Die zionistische Idee setzte sich schließlich durch, so dass am 14. Mai 1948 gegen den Widerstand der Araber der Staat Israel gegründet wurde. Etwa 800.000 Palästinenser wurden vertrieben. In einer Reihe von Kriegen gegen die arabischen Nachbarn und gegen die Palästinenser behauptete sich das Land bis zum heutigen Tag und überstand auch zwei Aufstandsbewegungen (“Intifadas“) der Palästinenser, die, so führte Disi aus, geboren waren aus der Hoffnungslosigkeit der Araber auf eine Besserung der Verhältnisse.

Nach dieser Darstellung der wechselvollen historischen Entwicklung beider Völker interessierten die Zuhörer besonders seine Schilderungen des Alltags, der allem Optimismus zum Trotz doch von vielen kleinen Schwierigkeiten geprägt ist. So ist z. B. Mobilität der Palästinenser sehr eingeschränkt, ständige Kontrollen und nicht zuletzt die neuerrichtete Mauer an der Grenze lassen selbst kurze Strecken zur stundenlangen Odyssee werden. Fast jeder Autofahrer hat Pickel und Schaufel im Auto, um als Sperre gedachte Erdwälle beiseite räumen zu können. In den lebhaften Diskussionen wurden viele Fragen gestellt. Die Schüler interessierten sich für das Schulsystem und nahmen zur Kenntnis, das mittlerweile in Palästina Schuluniform eingeführt wurde, aus den selben Gründen, mit denen das Thema auch bei uns diskutiert wird.