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Referat II/7 Arbeit und Soziales, Demographischer Wandel, Familie, Frauen und Senioren
Dr. Susanne Schmid
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Integration im Dialog
Vor fünf Jahren wurde die Kampagne „Integration im Dialog“ in München gestartet. 400 Vertreter aus Politik, Diplomatie, Verwaltung und Verbänden waren am 28. Januar 2010 wieder im Konferenzzentrum München zusammengekommen, um nach einer Bestandsaufnahme die weiteren in ganz Bayern stattfindenden Maßnahmen zu diskutieren. „Menschen mit Migrationshintergrund sind in Bayern gut integriert und zählen vielfach zu den Leistungsträgern unserer Gesellschaft“, betonte Bayerns Integrationsministerin Christine Haderthauer. Gleichzeitig forderte sie bessere Chancen für Migrantinnen.
Der Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung, Staatsminister a.D. Dr. Hans Zehetmair eröffnete die Tagung, die das Bayerische Sozialministerium in Kooperation mit der Hanns-Seidel-Stiftung durchführte, mit einem grundsätzlichen Appell: „Der Dialog muss in einem vernetzten Raum gezielt eingesetzt werden, damit im Gespräch gute Lösungen für interkulturelle Differenzen entwickelt und Weichen für eine erfolgreiche Integration gestellt werden können!“. Dieses Ziel verfolgt das Bayerische Integrationsforum.
Dazu sagt Bayerns Integrationsministerin Christine Haderthauer: „In Bayern ist der Großteil der Menschen mit Migrationshintergrund gut integriert. Sie sind vielfach Leistungsträger in unserer Gesellschaft. Gerade auch in ihrem Interesse müssen wir die Anstrengungen verstärken, auch von denjenigen, die Integration noch nicht bewältigt haben, dies als Voraussetzung für das Leben in unserer Demokratie einzufordern. Zuwanderer sind gefordert, unser Wertesystem lückenlos zu akzeptieren, sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen und die deutsche Sprache zu erlernen!" Von besonderer Bedeutung ist laut Haderthauer die Beseitigung der Integrationshemmnisse bei Migrantinnen: „Das größte Integrationshindernis für beide Geschlechter sind Rollenbilder, die bei uns in Westeuropa nichts verloren haben. Gerade die Potentiale von Migrantinnen für Wirtschaft und Gesellschaft werden dadurch im Keim erstickt. Der "Bremseffekt'" von Geschlecht und Herkunft wirkt sich bei Mädchen und Frauen aus bestimmten kulturellen Bezügen doppelt aus. Es muss sich schleunigst ändern, dass Migrantinnen mehr noch als alle Anderen, zwar Bildungsgewinnerinnen, aber Karriereverliererinnen sind!".
Der Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Martin Neumeyer, forderte in seiner Rede ein breites Engagement für die Integration: „Wir können es uns nicht leisten, dass Integrationspolitik zu einem reinen Elitenprojekt wird. Die Bürger sollen dabei sein und sich einbringen“. Diese sieht Neumeyer als „primäre Ansprechpartner für die Migranten - nicht die Behörden, nicht die Verbände, nicht die Medien, sondern die Nachbarn".
Die Tagungsteilnehmer, darunter Kommunalpolitiker aus ganz Bayern, tauschten sich über praktische Erfahrungen aus. Erlangens Oberbürgermeister Dr. Siegfried Balleis bezeichnet Integration für seine Stadt als eine ihrer zentralen kommunalpolitischen Aufgaben. „Mit dem Leitbild Integration wollen wir unsere positiven Ansätze und Erfahrungen fortführen und ausbauen. Es geht darum, die gesellschaftliche Vielfalt und die vielfältigen Ressourcen der Menschen stärker als bisher zu wertschätzen und zu nutzen.“
Aus dem schwäbischen Landkreis Günzburg berichtete dessen Integrationsbeauftragter Meinrad Gackowski. Er gab zu bedenken, dass „Integration von Mitbürgern mit Migrations-hintergrund in einer eher ländlich konservativen Umgebung eine echte Herausforderung ist“, der sich sein Landkreis bisher erfolgreich stellen konnte.
Die Vizepräsidentin der Regierung von Niederbayern, Monika Weinl, hob zudem den Netzwerkgedanken hervor: „Integration wird täglich gelebt. Wir wissen wo und wie, wir machen Initiativen bekannt, fördern, unterstützen und vernetzen sie.“
Im Anschluss an die Fachtagung konnten sich die Teilnehmer an Infoständen direkt bei Vertretern der bayerischen Regierungsbezirke über örtliche und regionale Maßnahmen der Kampagne „Integration im Dialog“ informieren.
Tagungsbericht "Integration im Dialog – Bestandsaufnahme und Ausblick"
Staatsministerin Christine Haderthauer "Integration im Dialog“ (80 KB)

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