Kontakt
Referat II/3 Wirtschaft und Finanzen
Dr. Claudia Schlembach
Tel.: 089 1258-309 | Fax: -469
E-Mail: schlembach@hss.de
Publikationen
Aktuelle Veranstaltungen
Mehr-Wert schaffen: Werteorientierung der Wirtschaft 2010
Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat die Wertedebatte in Wirtschaft und Gesellschaft neu entfacht. Im Rahmen einer Expertenrunde wurden am 8. Juli 2010 die Erwartungen der Gesellschaft und die ethisch- moralischen Anforderungen an die Wirtschaft und die Unternehmen erörtert. Hans Zehetmair, Vorsitzender der Hanns-Seidel-Stiftung, und Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der
vbw, begrüßten hierzu im Haus der Bayerischen Wirtschaft hochkarätige Referenten.
Während Hans Zehetmaier die Notwendigkeit des Dialogs zwischen Wirtschaft und Gesellschaft betonte, verwies Bertram Brossardt in seinem Begrüßungsstatement auf das Kerngeschäft der Unternehmen, die Versorgung der Gesellschaft mit Produkten und Dienstleistungen. Damit war ein Spannungsbogen gelegt, den die nachfolgenden Impulsstatements weiter differenzierten.
Markus Beumer, Mitglied des Vorstandes der Commerzbank AG, skizzierte Stationen der Krisendramaturgie und die ersten Lehren, die daraus bereits gezogen wurden. Darunter eine Restrukturierung des Bonus-Systems und eine nunmehr perspektivische Bewertung von Geschäftsideen.
André Habisch plädierte für eine Sichtweise, die Unternehmen als Potential für die Gesellschaft ebenso erkennt, wie das gesellschaftliche Engagement als Wertschöpfungspotential des Unternehmens gesehen werden kann.
Prof. Karl Homann thematisierte Anspruch und Wirklichkeit von Ethik und Moral in der Wirtschaft und kritisierte die unrealistischen Erwartungen an die Marktwirtschaft. Er warnte auch vor einer Überfrachtung der Funktion von Werten. „Werte funktionieren nicht wie ein Navigationssystem, sie sind eher ein Kompass für die Entscheider.“
Über „Corporate Social Responsibility“, sprach Siegmar Pröbstl, Corporate Sustainibility Director bei Siemens. Er stellte vier Trends vor, auf die besonders die Wirtschaft reagieren muss. Konkret: Urbanisierung und Bevölkerungsanstieg, demographischer Wandel, Klimawandel und schließlich der steigende Ressourcenverbrauch. In allen vier Punkten sieht sich Siemens zum Handeln gefordert und erkennt in diesen Positionen auch die Chance auf Mehrwert schaffende Prozesse.
Zur nachfolgenden Podiumsdiskussion konnte Moderator Prof. Michael Rutz, Rheinischer Merkur, auch Franz Josef Pschierer, MdL, Staatsekretär im Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, begrüßen. Nach einer durchaus kontrovers geführten Diskussion blieb deutlich, dass das Thema immer wieder auf die Tagungsordnung gehört, aber kaum erschöpfend behandelt werden kann.

Themen


