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Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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Stiftungspost Ausgabe 03 / 12
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Montag, 21. Januar 2013 bis Freitag, 25. Januar 2013

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Grundseminar Rhetorik

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Menschenrechte – immerwährendes Thema der Erwachsenenbildung

Bernhard Stangl, Artur Kolbe (Hanns-Seidel-Stiftung), Egon Lippert (Europäische Bewegung Bayern)

Die Diskussion und der Kampf um die bedingungslose Anerkennung und Durchsetzung der Menschenwürde und der Menschenrechte zeigen, dass deren Akzeptanz und Schutz auf der Welt nicht überall als selbstverständlich vorausgesetzt werden können. Die Medien berichten uns, dass die Menschenwürde und die Menschenrechte häufig zwar offiziell und formal anerkannt, in der Praxis aber permanent verletzt werden, weil sie offizielle Institutionen aus unterschiedlichen Gründen nicht hinreichen schützen und durchsetzen.

Darüber hinaus ist zu beobachten, dass nicht selten die universelle Geltung der Menschenwürde und der Menschenrechte überhaupt in Frage gestellt werden. Begründet wird dies unter anderem mit ihrem Entstehen in Europa und den ideengeschichtlichen Wurzeln in der Antike, im Christentum und in der Aufklärung. Vor allem von asiatischen Vertretern und Repräsentanten islamischer Staaten wird die Überbetonung des Individuums und die Vernachlässigung der Interessen der Gemeinschaft als „spezifischer Ausdruck westlicher Individualisierungstendenzen“ gerügt und auf sehr unterschiedliche Wertvorstellungen verwiesen. Unter Verweis auf kulturelle Differenzen und unterschiedliche historische Entwicklungen und Traditionen werden dabei mitunter konstitutive Elemente der Menschenrechtskonzeption relativiert und in Zweifel gezogen.

Die Zuhörer im Raum "Wildbad Kreuth"

Die Hanns-Seidel-Stiftung hat deshalb im Rahmen des 14. Fachforums Ethik am 28. September 2010 in Kooperation mit der Europäischen Bewegung e.V. im Konferenzzentrum München diese Thematik aufgegriffen und dazu den Juristen und Politologen Prof. Dr. Bernhard Stangl eingeladen. Dieser ging zunächst auf die geistesgeschichtlichen Wurzeln und Entwicklungslinien ein. Insbesondere erläuterte er die primär naturrechtlich geprägten Diskussion und Formulierungen von Menschenwürde und Menschrechten im anglo-amerikanischen Raum und in Frankreich einerseits und die in Deutschland dazu verlaufende Entwicklung, wo sich bereits in der Paulskirchenversammlung mehrheitlich der Rechtspositivismus durchsetzte und bis zur Weimarer Verfassung durchhielt. Werden dort Menschwürde und Menschrechte als in der Natur des Menschen gründend und damit vorstaatlich und unantastbar formuliert und schließlich auch in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UN durchgesetzt, werden hier bis 1945 Grundrechte –  das ist der in Deutschland seit der Paulskirchen Versammlung 1848/49 eingeführte Terminus – als primär vom Staat gewährte und gesetzte und damit grundsätzlich unter dessen Vorbehalt stehende Rechte  verstanden. Erst das Grundgesetz bricht im Artikel 1 radikal mit dieser Tradition:

 „Die Würde ist des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Das Deutsche Volk bekennt sich deshalb zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.“


Im zweiten Teil der Veranstaltung stand die  globale Entwicklung der Menschwürde und Menschenrechte seit 1945 im Mittelpunkt  und das heutige „Menschenrechtsregime“ der Vereinten Nationen (UNO). Abschließend ging Stangl auf besonders aktuelle Probleme und Gefährdungen hinsichtlich der Durchsetzung und des Schutzes der Menschenwürde und der Menschenrechte ein, die in einer sehr intensiven und spannenden Diskussion vertieft wurden:

Die Hanns Seidel Stiftung bietet zur Vertiefung der Thematik "Menschenwürde und Menschenrechte" ein Seminar vom 29. bis 31. Oktober 2010 in Kloster Banz an. undefinedZur Veranstaltungsdatenbank