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Referat III/5 Recht, Geschichte und Kultur
Dr. Birgit Strobl
Tel.: 089 1258-229 | Fax: -338
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Praktische Museumsarbeit für Heimatpfleger
Die praktische Museumsarbeit stand im Vordergrund des Spezialseminars für Heimatpfleger, das den Schwerpunkt Museum hatte und vom 8. bis 10. Oktober 2010 in Kloster Banz stattfand.
Es gibt keinen geschützten Museumsbegriff. Aber natürlich die Kriterien des Internationalen Museumsverbands, die einen Konsens für Museen in der ganzen Welt herstellen. Museen sollen sammeln, bewahren, erforschen und präsentieren. Beim Sammeln ist das Konzept wichtig. Ein Museum sollte nicht der erweiterte Speicher von Privatpersonen werden. Viele Menschen besitzen hoch emotionalisierte Stücke, von denen sie sich nicht endgültig trennen möchten. Dieses Problem kann jedoch nicht von der Allgemeinheit gelöst werden. Die Entscheidung darüber, was für ein Museum angenommen wird und was nicht fällt daher wesentlich leichter, wenn von Anfang an ein Sammlungskonzept besteht. Unter Bewahren versteht man eine Widmung für die Nachwelt. Dies bedeutet auch, dass die Exponate sorgsam zu verwahren sind. Hier gibt es oft Probleme mit dem Aufbringen der Inventarnummer. Viele Stücke – insbesondere Textilien – sind schon durch falsche Maßnahmen beschädigt worden und mussten aufwändig restauriert werden. Wobei nicht in jedem Fall schön restauriert werden muss, sondern Gebrauchsspuren durchaus zu erhalten sind. Auch sie gehören zu der mit dem Stück verbundenen Vergangenheit. Das Erforschen wiederum bedeutet, dass der Bestand auch zu sichern ist. Dazu reicht das Exponat alleine nicht. Auch die Geschichte, die mit diesem Stück verbunden ist, muss dokumentiert werden. Wer hat es besessen, was wurde damit gemacht, wer hat es benutzt? Diese Fragen sind wichtig für spätere Generationen und sollten so genau wie möglich aufgezeichnet werden. Museen sind auch dazu da, Geschichten über Menschen zu erzählen. Diesen gilt es nachzuspüren. Dabei darf man sich nicht auf das aktuelle Wissen einzelner Personen verlassen. Hier muss aufgezeichnet und dokumentiert werden, auch wenn die Fertigung eines Inventars mit sehr viel Mühe verbunden ist. Zuletzt sei noch das Präsentieren erwähnt. Oft sieht man Bildtafeln, die mit Text überladen sind damit vom eigentlich Ausgestellten ablenken. Im Museum geht es um die Begegnung mit dem Original. Dieses sollte im Mittelpunkt stehen.
Präsentieren ist auch das Stichwort für die Darstellung des Museums als Ganzes in der Öffentlichkeit. Heute dient dazu auch wesentlich das Internet. Der Museumsbesucher erwartet zunehmend, dass er sich im Vorfeld schon über die zu sehenden Stücke, die Anfahrt, die Öffnungszeiten und den Eintrittspreis informieren kann. Gerade kleine Museen sind jedoch nicht in der Lage, einen aufwändigen Internetauftritt zu finanzieren. Hier hilft in Zukunft das Servicepaket „Baukasten“, das die Erstellung einer eigenen Homepage mit einfachen Mitteln ermöglicht. Dieses Angebot ist kostenlos und wurde als Projekt von der Bayerischen Sparkassenstiftung gefördert. Die Teilnehmer unseres Seminars hatten als Erste die Möglichkeit, sich über die Anwendungsmöglichkeiten dieses Servicepakets zu informieren und schon praktisch daran zu arbeiten. Offiziell vorgestellt wird das Projekt dann am 18. Oktober in Nürnberg. 17 Pilotmuseen nehmen derzeit daran teil.
Fördermittel für das dauerhafte Betreiben eines Museums – eine Frage, die vielen Teilnehmern am Herzen lag – gibt es heute in der Regel nicht mehr. Daher sollte man sehr wohl erwägen, wie ein Museum über einen längeren Zeitraum am Leben zu erhalten ist. Hier geht es zunächst um so einfache wie grundlegende Bedürfnisse wie Strom, Heizung und Personal. Seit 1980 sind in Bayern sehr viele neue Museen entstanden. Ihre Zahl wird auch in den kommenden Jahren weiter steigen. Viele Orte besitzen ein Denkmal, das sie auf diese Weise vor dem Verfall retten möchten. Gesteuert werden kann diese Entwicklung über die Finanzierung.
Die Zukunft der Museumslandschaft in Bayern wird nicht in der Quantifizierung, sondern in der Qualifizierung der bestehenden Museen zu sehen sein.

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