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Regionalökonomie als Antwort auf Globalisierung?
Deutschland ist das Land der Sozialen Marktwirtschaft. Zentrale Werte dieser Form des Wirtschaftens sind Solidarität und Subsidiarität. Haben diese Werte auch in einer globalisierten Welt noch eine Wirkungsmacht? Finden sich die Menschen wieder in einer Welt, die per Mausklick funktioniert, oder brauchen sie den sozialen Austausch, die menschliche Nähe? Die zahlreichen Regionalinitiativen, die in den letzten Jahren entstanden sind, zeigen diese sozialen Züge, fordern aber auch die Gesetze ökonomischen Handelns und politischer Machbarkeit heraus. In diesem Spannungsfeld bewegte sich die Veranstaltung „Regionalökonomie als Antwort auf Globalisierung“ am 8. November 2010 in München.
Dr. Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, zeigte sehr anschaulich die kurzfristig nicht umkehrbaren demographischen Entwicklungen unserer Gesellschaft wie etwa Vergreisung der Bevölkerung und Abwanderung der Talente aus dem ländlichen Raum in die attraktiven Metropolregionen auf. Die staatlichen Eingriffe zur Behebung dieser Probleme „von oben“ hält er für nicht zielführend. Die klassische Strategie, die versucht, diesen Schrumpfungsprozessen mittels Wirtschaftsförderung entgegen zu steuern, habe nur in Zeiten des allgemeinen Wachstums Erfolg, laufe derzeit jedoch ins Leere. Hier müsse zwischen einem Grundversorgungsanspruch und einen effizienten Fördermittelwettbewerb getrennt werden. Auch die Anpassungsstrategien, in denen konsequent zu den veränderten Umständen Einrichtungen abgebaut werden, würden die Prozesse eher noch beschleunigen. Um diesen Trend nicht weiter zu fördern, empfahl er, von der bisher strukturellen Problembetrachtung in ein Dienstleistungsdenken zu wechseln und Freiraum zuzulassen, um zu wirklich neuen Lösungen zu gelangen.
Auch Prof. Dr. Josef Nassauer, Geschäftsführer der Bayern Innovativ GmbH, stellte die Innovation in den Vordergrund, wenn es darum geht, die Region nicht ausbluten zu lassen, sondern vielmehr an der Dynamik des Wissenszuwachses und des Marktes im positiven Sinne teilhaben zu lassen. Industrieansiedelung sei dabei nur ein Aspekt, gezieltes Netzwerken von Wertegemeinschaften aber das Element, das Halt gibt. Das bewusste Ansiedeln von Forschungseinrichtungen kann wertvolle Beiträge zur Bildung regionaler Wirtschaftsnetze bilden, so Nassauer.
Selbstbestimmung ist laut Prof. Dr. Willibald Folz, Präsident und Vorstandsvorsitzender des Genossenschaftsverbandes Bayern a.D, dabei das zentrale Angebot, das den Menschen in dieser Situation zu machen sei. Das eigene Schicksal in die Hand nehmen und durch den solidarischen Zusammenschluss von Gleichgesinnten die eigene wirtschaftliche Position zu verbessern, sei der genossenschaftliche Kerngedanke. Und wie der in der modernen Zeit konkret aussieht, zeigten Helmuth Weihrather, Geschäftsführer des Dorfladens Hurlach, Nikolaus von Doderer von der Unser Land GmbH und Christian Gelleri, Geschäftsführer der Chiemgau e.V.
In der anschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von Jürgen Schleifer vom Bayerischen Rundfunk, stand die Frage der Entwicklung regionaler Räume im Fokus. Ernst Hinsken, MdB, Vorsitzender des Unterausschusses „Regionale Wirtschaftspolitik“ des Deutschen Bundestages, machte sehr dezidiert deutlich, dass es ein wichtiges Anliegen der Politik sei, die Landflucht zu stoppen und die Regionen auch für die Jugendlichen attraktiv zu machen.
Tagungsbericht "Regionalökonomie als Antwort auf Globalisierung?"
Vortrag Christian Gelleri
Vortrag Nikolaus von Doderer
Vortrag Helmut Weihrather

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