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Akademie für Politik und Zeitgeschehen
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Unsere Energien der Zukunft
Die Endlichkeit vieler Energie-Rohstoffe stellt die Menschheit vor die Aufgabe, rechtzeitig Alternativen zu finden, bevor die fossilen Energieträger zu knapp und zu teuer werden. Die Energieversorgung der Zukunft ist somit eine gewaltige Herausforderung. Die Kernfusion spielt bei der Suche nach Zukunftstechnologien eine herausragende Rolle. Anders als bei der Kernspaltung werden bei der Kernfusion kleine Atome, so genannte Wasserstoff-Isotope, zu einem Helium-Atom verschmolzen, wobei extrem hohe Energiemengen verfügbar werden. Dieser Thematik widmete sich Prof. Dr. Werner Burkart, Vize-Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA), in seinem Vortrag am 21. Juli 2010.
Dr. Peter Witterauf, Hauptgeschäftsführer der Hanns-Seidel-Stiftung, betonte die besondere Position des Themas der zukünftigen Energieversorgung auf der Agenda der Hanns-Seidel-Stiftung. Vor allem durch die Notwendigkeit, Alternativen zu fossilen Energieträgern zu erschließen, müssten neuen Technologien erforscht und gefördert werden.
Dies unterstrich auch Prof. Burkart in seinem Vortrag. Vor allem unter dem Druck des stetig wachsenden Energieverbrauchs weltweit, bedingt durch den globale Bevölkerungsanstieg und das wirtschaftliche Wachstum in aufstrebenden Ländern, müssten verstärk erneuerbare Energien und hochtechnologische Lösungen (weiter-)entwickelt werden. Mit den Worten „Kohle wird in den nächsten Jahren weiterhin den größten Beitrag zur Deckung des Energiebedarfs leisten“, fasste er die wenig erfreulichen Aussichten auf die Hauptenergiequelle der nächsten Jahre und Jahrzehnte zusammen.
Im Hauptteil des Vortrags beschrieb Prof. Burkard die technischen Voraussetzungen für atomare Fusionskraft und den politischen Prozess, der dem Bau des ersten großen Forschungsreaktors für Fusionskraft, „ITER“, vorangeht. „ITER“ steht für das lateinische Wort „Der Weg“ oder auch als Abkürzung für „International Thermonuclear Experimental Reactor“. An dem Projekt sind neben der EU, USA, Japan und Russland auch China, Indien und Südkorea beteiligt. Das Ziel der beteiligten Nationen ist es, bis 2019 im südfranzösischen Cadarache einen Forschungsreaktor zu errichten und dort mit der Erprobung der Fusions-Technologie zu beginnen. Bis 2050 soll dadurch eine Nutzung von Fusionsreaktoren zur Energiegewinnung möglich sein.
In seinem abschließenden Kommentar betonte Prof. Burkart, die Fusionsenergie sei nicht der Königsweg für die Lösung der Energieprobleme, ihr Potential sei jedoch gewaltig. Auch wenn es noch ungewiss sei, ob dieses Potential jemals genutzt werden könne, „wäre es fahrlässig, wenn wir es nicht mit der Kernfusion versuchen“.

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