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Referat III/4 Politische Grundlagen und Grundwerte, Schule und Bildung, Regionalbeauftragte
Stefanie v. Winning
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Zwanzig Jahre Deutsche Einheit - Wachsen wir doch noch zusammen?
In diesem Jahr feiert Deutschland den 20. Jahrestag seiner Wiedervereinigung. Ganz im Zeichen dieser Thematik standen deshalb zwei Veranstaltungen der Hanns-Seidel-Stiftung mit Freya Klier, Mitbegründerin der DDR-Friedensbewegung, Autorin und Filmregisseurin.

- Christian Schmidt, MdB
Auf Einladung von Christian Schmidt, Parlamentarischer Staatssekretär und heimischer Bundestagsabgeordneter, war Klier nach Fürth gekommen, um am 24. Juni 2010 bei einem Gesprächsabend im Sparkassenhochaus über das Thema „20 Jahre Deutsche Einheit - Wachsen wir doch noch zusammen?“ zu diskutieren. Das Thema „Jugend in der DDR“ war schließlich Schwerpunkt einer Schulveranstaltung, die am folgenden Tag am Heinrich-Schliemann-Gymnasium stattfand.
Der Ruf „Wir sind das Volk“ war die Intonation für den Bankrott des DDR-Kommunismus. Die, die so gerufen haben, sind die ersten Heldinnen und Helden dieser Freiheitsbewegung“, betonte Schmidt zur Einstimmung in den Gesprächsabend. „Deshalb freue ich mich ganz besonders, dass wir mit Freya Klier eine dieser „Heldinnen“ in Fürth begrüßen können.“

- Freya Klier
Klier berichtete unter anderem über die Versäumnisse bei der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit und wies auch darauf hin, über welche Macht ehemalige Stasi-Mitglieder immer noch verfügen. Mit einem Auszug aus ihrem Essay „Der lange Schatten der DDR“ verdeutlichte sie ihre These, dass an vielen Stellen „Geist und Strukturen des DDR-Geheimdienstes ins vereinigte Deutschland eingesickert“ seien. Auch heute noch würden ehemalige Stasi-Akteure ihre Lügen fortsetzen. Ein ganz besonderes Anliegen ist es ihr daher, auch 20 Jahre nach der Wende über das Thema DDR zu sprechen und Missverständnisse aufzuklären.
„Dies ist gerade deshalb so wichtig, da es noch immer weit verbreitet zu sein scheint, sich die Jahre des Sozialismus schön zu reden“, erklärte Staatssekretär Schmidt. „Die DDR war eine sozialistische Diktatur. Dies heute zu verharmlosen ist ein großer Fehler. Ich sehe es als unsere Aufgabe an, einer Verklärung der Verhältnisse in der DDR entgegenzuwirken“, so Schmidt weiter.
In diesem Zusammenhang lud der Unionspolitiker auch zum Besuch der Plakatausstellung „Die heile Welt der Diktatur? Herrschaft und Alltag in der DDR“ ein, die von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und des Magazins stern herausgegeben wurde. (Die Ausstellung kann in der Aula des Heinrich-Schliemann-Gymnasiums vom 28. Juni bis 7. Juli 2010, Montag bis Freitag von 14.00 bis 17.00 Uhr besichtigt werden.) „Wir müssen gerade auch junge Menschen, über das Leben in der ehemaligen DDR sowie über die Ereignisse der Jahre 1989/1990 informieren“, betonte Schmidt.
Das tat Freya Klier dann auch vor rund 150 Schülerinnen und Schülern der 10. und 11. Klassen des Heinrich-Schliemann-Gymnasiums. Zwei Schulstunden berichtete Klier wie die Kontrolle der Meinung, der Berufswahl, der Bildung, des Wohnortes, kurz die Kontrolle jeder Lebenssituation, das Leben in der DDR prägte. Eindrucksvoll schilderte sie ihre eigenen Erfahrungen und Erlebnisse, vom Selbstmord ihres Bruders, dem es verwehrt wurde Musik zu studieren, über ihre gescheiterte „Republikflucht“ bis hin zur daraus resultierenden 16-monatigen Haft. Zum Abschluss der regen Diskussion richtete sie an die Jugendlichen den Appell „eines ständigen und nicht nachlassenden Einsatzes für die Demokratie in jeder Generation.“

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