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Referat II/4 Bildung und Erziehung
Paula Bodensteiner
Tel.: 089 1258-264 | Fax: -469
E-Mail: bodensteiner@hss.de
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Begegnen, Verstehen, Zukunft sichern
Beiträge der Schule zu einem gelungenen Miteinander

- Uwe Fasshauser, Arnulf Zöller und Paula Bodensteiner
Zentrale Aufgabe unserer Schulen sowie außerschulischen Einrichtungen ist es, junge Menschen auf ein erfolgreiches gesellschaftliches und berufliches Leben vorzubereiten. Diesem sehr komplexen Thema stellte sich eine Arbeitstagung mit über 100 Experten vom 26. bis 27. Oktober 2011 im Bildungszentrum Kloster Banz, die die Hanns-Seidel-Stiftung mit dem Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) und dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus durchführte. Schwerpunkt war dabei Integration durch Bildung. Bildungssystem und Gesellschaft tragen diese Verantwortung für alle Schüler, insbesondere auch für die wachsende Zahl unserer jungen Migranten. Dieser Auftrag führt in den verschiedenen Schularten des allgemeinen und beruflichen Schulwesens und in den unterschiedlichen Altersstufen zu ganz spezifischen Herausforderungen. Impliziert sind dabei die sprachliche Förderung, die generelle schulische Förderung, die Schaffung von Räumen für Begegnungen, das gegenseitige Verstehen und der Beitrag zur Zukunftssicherung.
In acht thematischen Workshops und diversen Erfahrungsberichten wurde das weite Thema „Integration durch Bildung“ erörtert und aufbereitet. Deutlich wurde dabei, mit wie viel Kreativität und Engagement die Schulen sich dieser Herausforderung bereits stellen, aber auch mit welchen Schwierigkeiten sie konfrontiert sind.
Die theoretisch-wissenschaftlichen Inputs waren bereichernde und hervorragende Impulsgeber sowohl für die Workshops als auch für zukünftige Weichenstellungen. Prof. Harmut Esser (Universität Mannheim) beleuchtete Hintergründe und Mechanismen ethnischer Bildungsungleichheiten im gesamten Bildungsverlauf, wobei er sowohl die aktuellen Entwicklungen im internationalen Vergleich als auch im Ländervergleich innerhalb Deutschlands sowie die Auswirkungen der unterschiedlichen Bildungssysteme mit einbezog.
Aspekte für die Praxis der schulischen Sprachförderung lieferte Prof. Josef Leisen (Universität Mainz), indem er postulierte, dass (Schul-)Fach und Sprache weder fachdidaktisch noch sprachdidaktisch noch lernpsychologisch voneinander zu trennen seien und deshalb Sprache und Fachinhalte gleichzeitig gelehrt und gelernt werden müssten.
Prof. Rosemarie Tracy (Universität Mannheim) machte in ihrem Abendvortrag mittels Studien mit bilingualen Erwachsenen und Kindern anschaulich, welche Kenntnisse über Erwerbsverläufe und über die natürlichen Folgen einer Koexistenz mehrerer Sprachen eines Individuums sich Lehrerinnen und Lehrer aneignen sollten, um Kinder und Jugendliche möglichst optimal unterstützen zu können.
In seinem Vortrag „Mehr als diversity management – Migration und berufliche Bildung“ verwies Prof. Uwe Fasshauer darauf, dass sich im Kontext der beruflichen Bildung über den Umgang mit Vielfalt und Heterogenität hinaus Aspekte ergäben, Migration als Chance zu sehen, um Rahmenbedingungen für berufliche Bildungsprozesse zu verändern. So könnten insbesondere Personen mit Migrationshintergrund sowohl dem „Fachkräftemangel“ auf bestimmten Ebenen abhelfen als auch Personal für die (berufliche) Bildung stellen.
Die Veranstaltung gab allen Beteiligten Einblick in aktuelle theoretisch-wissenschaftliche Erkenntnisse und Konzepte und bot nachahmenswerte praxisorientierte Lösungsansätze für den schulischen Alltag. Sie zeigte aber auch die Notwendigkeit auf, bereits bestehende Maßnahmen zur Integration im schulischen Bereich auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen.
Die Vorträge und Ergebnisse der Arbeitstagung werden in der Reihe Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen der Hanns-Seidel-Stiftung veröffentlicht.
Weiterführende Aspekte zum Thema können Sie auf der Homepage unseres Kooperationspartners, dem Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung, aufrufen.

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