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Referat III/2 Wirtschaft, Finanzen, Arbeit und Soziales
Jutta Röhrlein
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Entwicklungspotenziale zentraler und peripherer Räume in Oberfranken
Oberfranken ist eine reizvolle Kulturlandschaft mit einem reichen Natur- und Kulturerbe. Gleichzeitig steht der Raum vor großen Herausforderungen: Der demographische Wandel führt zu einer Überalterung der Bevölkerung, andererseits nimmt der Flächenverbrauch in Bayern stetig zu. Infrastruktur muss unterhalten werden. Wo werden sich die Arbeitsplätze in der Zukunft befinden? Welchen Beitrag können der Tourismus oder die Ländliche Entwicklung (früher Flurbereinigung) leisten? Diese Fragen waren u.a. Gegenstand des volkswirtschaftlichen Seminars vom 5. bis 7. Juni 2011 in Kloster Banz.
Nach der Einführung durch Christel Winkler gewährte Dr.-Ing. Thomas Büttner einen Einblick in die historische Entwicklung des Raumes am Obermainbogen. Die 1071 und 1132/33 gegründeten Kloster Banz und Langheim traten in den vergangenen Jahrhunderten als Kultivatoren auf zeichneten sich u.a. für den wirtschaftlichen und infrastrukturellen Ausbau dieser Gegend verantwortlich. Deutlich wurde, dass ein demographischer Wandel schon in früheren Zeiten stattgefunden hat. So stellte die Säkularisation einen tiefgreifenden Einschnitt in die ökonomische wie kulturlandschaftliche Entwicklung dar.
Bei der Exkursion am folgenden Tag ging es um die Auswirkungen des demographischen Wandels und eingeleitete Maßnahmen vor Ort, die mit den jeweiligen Entscheidungsträgern und Akteuren diskutiert wurden. Kathrin Riedel stellte als Vorsitzende des Verbandes für Ländliche Entwicklung in Oberfranken die Aufgaben der Schule für Dorferneuerung und Flurentwicklung vor, die darin besteht, Kommunalpolitikern, Bürgern und Fachleuten aus einer Gemeinde oder Region die notwendige Unterstützung zu bieten, um eine zukunftsfähige Entwicklung einzuleiten.

- Stephan Horn
Der Diplom-Geograph Stephan Horn, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt Coburg, erläuterte die wirtschaftliche Entwicklung des Coburger Raumes vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. An die Stelle von prosperierenden Wirtschaftszweigen wie dem Textil- oder Polstergewerbe, dem Maschinenbau und der Spielwarenindustrie sind heute u.a. Zulieferbetriebe der Automobilindustrie und ein Versicherungsunternehmen getreten. Dazu kommen Softwareentwicklung, Medizintechnik oder das Produktdesign. Mit dem Anschluss an die A73, die ICE-Trasse befindet sich noch im Bau, sind die Weichen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung gestellt.
Am Nachmittag berichtete Hendrik Dressel, Erster Bürgermeister der Stadt Seßlach, über die Probleme und Chancen einer Kleinstadt im ländlichen Raum. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft, in Handel und Handwerk und damit einhergehend die rückläufigen Einwohnerzahlen führten zu einem erheblichen Leerstand in der Altstadt Seßlachs. Gemeinderat und Bürgermeister verstanden den Stadtkern zu revitalisieren, indem auf eine gemeindeübergreifende Kooperation wie die Initiative Rodachtal e.V. gesetzt wurde sowie die bereits in den 1970er Jahren einsetzenden denkmalgerechten Sanierung der Altstadt. Ganztagsbetreuung in Schule und Kindergarten, eine Hackschnitzelanlage, ein Dorfladen im Ortsteil Heilgersdorf und der angestrebte Breitbandanschluss sind wesentliche infrastrukturelle Komponenten.
Die Stadt Seßlach gehört zu den 34 Städten und Gemeinden, die am 12. April 2011 erstmals das Gütesiegel „Nachhaltige Bürgerkommune Bayern“ vom Ministerpräsidenten Bayerns, vertreten durch den Bayerischen Staatsminister für Umwelt und Gesundheit Dr. Markus Söder, verliehen bekamen.

- Anton Hepple
Der Leiter des in Bamberg ansässigen Amtes für Ländliche Entwicklung Oberfranken, Dipl.-Ing. Anton Hepple, eröffnete den Seminarteilnehmern einen Ausblick in die Zukunft des ländlichen Raumes. Das Spektrum beinhaltete u.a. die Integrierte Ländliche Entwicklung, die Flurneuordnung und die Dorferneuerung. Nach dem Motto „Mitdenken, mitplanen, mitgestalten“ erarbeitet das Amt für Ländliche Entwicklung mit den Bürgern angemessene Lösungen.
Christel Winkler fasste die grundsätzlichen Inhalte zusammen. Allgemeines Credo war, dass in Zukunft die Kreativität und die Eigeninitiative der Menschen im ländlichen Raum mehr denn je gefragt sind, um dem demographischen Wandel offensiv zu begegnen und als Chance zu nutzen. Zugleich bedarf es einer breit angelegten, auf die jeweilige Region abgestimmte Diskussion über Lebensqualität, Wirtschaft, Ökologie und Infrastruktur.

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