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Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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Stiftungspost Ausgabe 03 / 12
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Aktuelle Veranstaltungen

Dienstag, 22. Januar 2013

Krumbach

Profi mit Handy, Internet und Medienrecht

Dienstag, 22. Januar 2013

München

Eurokrise / Währungskrise

Dienstag, 22. Januar 2013

München, Konferenzzentrum

US Pivot towards Asia? Will Obama´s Second Term Bring New Developments?

Hanns-Seidel-Stiftung im Web 2.0

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Erneuerbare Energien und ihre Möglichkeiten

Sonnenenergie, Wasserkraft, Biogas und Windkraft  – vier Beispiele von erneuerbaren Energien und ihren Möglichkeiten hat die Hanns-Seidel-Stiftung im gleichnamigen Seminar vom 15. bis 17. Mai in Wildbad Kreuth interessierten Teilnehmern im Rahmen einer Exkursion vorgestellt. Unter dem Eindruck der Ereignisse in Japan hatte dieses Seminar natürlich besondere Aktualität. Seminarleiter Andreas Brunner, der als erfahrener Umweltschutzingenieur seit vielen Jahren beruflich mit dieser Thematik beschäftigt ist, vermittelte den Teilnehmern zum Einstieg wichtige Daten und Hintergrundinformationen zur Klima- und Energieproblematik, so dass die Teilnehmer für die Exkursion kompetent vorbereitet waren.

Photovoltaikanlagen auf den Dächern des Finanz- und Landratsamtes in Bad Tölz

Das Bürgersolarkraftwerk Bad Tölz
In drei Jahren rund 200.000 Kilowattstunden Strom produziert - Das Bürgersolarkraftwerk Bad Tölz

Erste Station war Bad Tölz. Die Photovoltaikanlagen auf den Dächern des Finanz- und Landratsamtes wurden von der Bürgerstiftung Energiewende Oberland – eine Einrichtung, die insbesondere auf dem Gebiet der Erneuerbaren Energien tätig ist - als Bürgersolarkraftwerke errichtet und werden seit 2008 erfolgreich betrieben. Der Geschäftsführer Thomas Martin zeigte sich überzeugt davon, dass sich Photovoltaikanlagen auch trotz der durchgeführten Kürzungen nach wie vor gewinnbringend betreiben lassen. Er beklagte aber, dass es immer schwieriger wäre, an entsprechend interessante Objekte heranzukommen, da bei Bürgermeister und Gemeinderäte oft Detailkenntnisse zu dieser Thematik fehlen und er häufig mit unrealistischen Argumenten zu kämpfen habe. Martin wies darauf hin, dass solche Projekte durchaus Risiken beinhalten, so dass es viel Erfahrung bedarf, um solche Vorhaben erfolgreich zu errichten und zu betreiben. Abschließend teilte er mit, dass man den Teilhabern aufgrund der bei diesen Projekten stets über den Planungen liegenden Erträge bis zu 10 % Ausschüttung zukommen lassen konnte.

Speicherkraftwerk Walchensee

Die Seminarteilnehmer vor den Wasserrohren des Walchenseekraftwerks

Bei diesem von der Firma EON Wasserkraft betriebenen Wasserkraftwerk handelt es sich um das größten Hochdruck-Speicher-Kraftwerk Deutschlands. Bei dieser Anlage verbinden mehrere Rohrleitungen die beiden natürlichen Becken (Walchen- und Kochelsee), an deren Ende mit 8 Wasserturbinen der sehr wertvolle Spitzenlaststrom erzeugt wird. Die Turbinen können in wenigen Sekunden auf Volllast hochgefahren werden. Besonders beeindruckend für die Teilnehmer war, dass diese Anlage bereits seit 1924 ohne nennenswerte Änderung in Betrieb ist und seither zuverlässig den wertvollen Strom erzeugt. So werden jährlich etwa 320 Mio Kilowattstunden umweltfreundlich erzeugt. Den Seminarteilnehmern wurden viele technische Details näher gebracht, wie die unterschiedlichen Turbinenarten, denn je nach Gegebenheiten kommen bestimmte Bauarten zum Einsatz.

Bioerdgasanlage Altenstadt

Aus Speiseresten entsteht hochwertiges Biogas - Die Biogasanlage in Altenstadt

Die Besonderheit der Bioerdgasanlage Altenstadt besteht darin, dass zum einen das wertvolle Gas vollständig aus energiereichen Abfallstoffen wie überlagerten Lebensmitteln, Speiseresten und Fettabscheiderinhalten aus der Nahrungsmittelbranche (Bäcker- und Schlachtereien, Milch- und Käseproduktion, Märkte) gewonnen wird und somit für das notwendige Substrat keine wertvollen landwirtschaftlichen Nutzflächen benötigt werden; und zum anderen, dass das erzeugte Biogas auf Erdgasqualität „veredelt“ wird. Hierdurch kann es vollständig in das vorhandene Erdgasnetz eingespeist werden. Der Energieinhalt des so gewonnen Gases kann somit zu annähernd 100 % genutzt werden kann, so zum Betrieb von Gasmotoren (z.B. für Autos oder in der Industrie), und Heizungen. Die benötigten Einsatzstoffe werden aus der ganzen Region im Umkreis von bis zu 100 km angenommen. Diese Stoffe werden zunächst einschließlich Verpackungen zerkleinert, homogenisiert und über mehrere Stunden durch Erhitzung auf 80°C hygienisiert. Mit 65 % Methangehalt wird ein äußerst hochwertiges Biogas erzeugt, das eine ideale Voraussetzung zur Erreichung der Erdgasqualität darstellt. Die jährliche Menge dieser Einsatzstoffe wird mit annähernd 40.000 t angegeben. Der Energieversorger Erdgas Schwaben bereitet das erzeugte Biogas auf dem Gebiet der Anlage zu Erdgas auf. Für dieses fortschrittliche und umweltfreundliche Verfahren wurde die Firma "Öko-Power GmbH & Co. Biogas KG" im Jahr 2010 vom Kompetenzzentrum Augsburg e.V. mit dem Umweltpreis „Offizielles Leitprojekt 2010“ ausgezeichnet.

Windkraftanlage bei Denklingen

Deckt den Jahresstrombedarf von rund 800 Haushalten - Das Windkraftrad in Denklingen

Die Anlage in Denklingen besteht aus zwei großen Windrädern. Sie hat eine Leistung von 2 MW, die Nabenhöhe der Rotoren liegt bei ca. 100 m, das Gewicht des Maschinenhauses beträgt ca. 61 t und das eines Roterblattes ca. 39 t. Für diese Anlage war ein stark mit Eisen bewehrter Betonblock mit einer Fläche von 15 x 15 m und 2,5 m Tiefe notwendig, um die immensen Kräfte abzufangen. Der Betreiber informierte die Zuhörer, dass die Investition bei mehreren Mio € lag. Die Vergütung liegt bei dieser Anlage bei etwas unter 9 ct/kWh, so dass der Windstorm nicht nur als sehr klimafreundlich zu betrachten ist, sondern auch von den Produktionskosten her eine äußerst interessante Alternative zu anderen Erzeugungsarten darstellt. Windräder sind nach wie vor und angesichts der propagierten Energiewende wieder für Investoren interessant und können auch den jeweiligen Grundstückseigentümern je nach Vertragsgestaltung stattliche Miet- bzw. Pachterträge bringen. Und nicht zuletzt können sich auch die Kommunen über zusätzliche Einnahmen freuen.

Am Abschlusstag zeigte Referent Brunner weitere Wege für eine zukünftige, umweltfreundliche Energieerzeugung auf und diskutierte mit den Teilnehmern deren Für und Wider.