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Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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Integrationsarbeit als gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Martin Neumeyer, Integrationsbeauftragter der Bayerischen Staatsregierung

In Bayern haben ca. 2,4 Millionen Menschen – und damit rund ein Fünftel unserer Bevölkerung – einen Migrationshintergrund. Hinter dieser Zahl verbergen sich unterschiedliche Lebensentwürfe. Somit wird unsere Gesellschaft zunehmend vielfältiger und pluralistischer. Obwohl sie seit mehr als 50 Jahren bei und mit uns in den Kommunen leben, polarisiert das Thema „Integration“ hierzulande immer noch die Menschen. Über „Kommunale Integrationsarbeit“, einem wichtigen Aspekt dieser Thematik, wurde vom 1. bis 3. April 2011 bei einem Seminar in Wildbad Kreuth diskutiert.

In seiner Ausführung konstatierte der Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Martin Neumeyer, MdL, dass es vor allem um die Stärkung eines neuen Wir-Gefühls in der Kommune als erfahrbare Gemeinschaft bei gleichzeitigem Respekt für unterschiedliche Lebensentwürfe geht. Die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration seien Sprache und Bildung. Hinzu komme noch die Achtung vor der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und die Bereitschaft, sich für das Gemeinwohl im Ort, wo man selbst lebt und arbeitet, einzubringen.

Dabei verstehe die bayerische Staatsregierung Integration als interaktiven Prozess zwischen Aufnahmegesellschaft und Zugewanderten. So wie der einzelne Zugewanderte im eigenen Interesse Integrationsleistungen erbringen muss, um erfolgreich zu sein, müssen sich auch die Gesellschaft und ihre Institutionen dem Wandel durch Zuwanderung anpassen. Im örtlichen Miteinander entscheiden sich Erfolg oder Misserfolg von Integration: in den Stadtteilen und Wohnvierteln, den Schulen, den Einrichtungen der Erwachsenenbildung und auf dem lokalen Berufsbildungs- und Arbeitsmarkt. Dies verdeutlichte Neumeyer am Beispiel der Stadt Abensberg, wo er sich auch als kommunaler Integrationsbeauftragter engagiert.

Monika Weinl, Regierungsvizepräsidentin der Regierung von Niederbayern

Des Weiteren erläuterte die Regierungsvizepräsidentin Monika Weinl die vielfältige und erfolgreiche kommunale Integrationsarbeit am Beispiel ihres Regierungsbezirks Niederbayern. Sie prognostizierte, dass die integrationspolitischen Anforderungen an die Kommunen noch zunehmen werden. Die demographische Entwicklung in unserem Land werde dazu führen, dass in den nächsten Jahren und Jahrzehnten große Teile, vor allem der Stadtbevölkerung, einen Migrationshintergrund haben werden. Dabei wird immer deutlicher, dass der Erfolg kommunaler Integrationspolitik nicht allein von der Zahl und der Qualität einzelner Maßnahmen abhängt. Entscheidend ist auch die Art und Weise, wie zukunftsfähig das Aufgabenfeld „Integration“ in der Kommune organisiert ist, so die Regierungsvizepräsidentin.

Anschließend schilderte der Unternehmer Hasan Kiskanc, Träger des Integrationspreises 2010 von der Regierung Niederbayern, seinen Lebensweg, wie er vor fast 35 Jahren als 3-jähriger Junge aus dem fernen Anatolien in ein kleines oberbayerisches Dorf kam und schließlich in einer niederbayerischen Stadt zum erfolgreichen Unternehmer wurde. Kiskanc beschäftigt in seiner Firma Menschen aus 15 Nationen und engagiert sich in seiner Freizeit in verschiedenen Ortsvereinen und gründete daneben selbst zwei Vereine.

Meral Meindl, Projektkoordinatorin "Netzwerk Integration Bayern"

Im zweiten Teil der Veranstaltung gab es zunächst Workshop zu den Themen wie „Projektmanagement“ und „Presse- und Öffentlichkeitsarbeit“. Danach folgte die Vorstellung des „Interkultureller Garten Freising“ in Oberbayern und im Anschluss erörterte Meral Meindl die Arbeit des Verbands für Interkultureller Arbeit Bayern.

Die Teilnehmer, die sich seit Jahren als Ehrenamtliche oder Hauptamtliche in der kommunalen Integrationsarbeit engagieren, waren sich einig, dass die Integrationsarbeit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, die vor Ort im täglichen Leben stattfindet und dort entsprechend gefördert werden muss. Die Städte und Gemeinden Bayerns stehen deshalb schon heute vor der Herausforderung, das Thema „Zuwanderung und Integration“ als eine komplexe und alle Aspekte kommunaler Politik berührende Aufgabe wahrzunehmen.