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Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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Kinder psychisch kranker Eltern

Zwischen Kinder- und Jugendhilfe und Psychiatrie

Franz Guber, Leiter des Instituts für Politische Bildung
Leopoldine Grupp, stv. Vorsitzende des SkF, Landesverband Bayern

Psychische Erkrankung ist ein gesellschaftliches Tabuthema und belastet die gesamte Familie in besonderer Weise, wenn ein Elternteil erkrankt ist. Oft gerät hierbei die Perspektive der Kinder in den Hintergrund und ihre Überlastung wird nicht ausreichend berücksichtigt. Um sowohl die Kinder als auch die gesamte Familie rechtzeitig zu unterstützen, sind Psychiatrie, Kinder- und Jugendhilfe, aber auch die Schule, gefordert.

Am 24. November 2011 veranstaltete die Hanns-Seidel-Stiftung in Kooperation mit dem Sozialdienst katholischer Frauen Landesverband Bayern e.V. das Symposium mit dem Titel: „Kinder psychisch kranker Eltern zwischen Kinder- und Jugendhilfe und Psychiatrie“. 130 Teilnehmende informierten sich in drei Vorträgen, vier Workshops und in der abschließenden Podiumsdiskussion über das Thema Kinder psychisch kranker Eltern. Ziel der Veranstaltung war es, den Unterstützungsbedarf Kinder psychisch kranker Eltern herauszuarbeiten und hieraus Forderungen an die Kinder- und Jugendhilfe und Psychiatrie zu formulieren.

Albert Lenz, Katholische Hochschule NRW

Nach der Begrüßung durch den Leiter des Instituts für politische Bildung, Dr. Franz Guber, und durch Leopoldine Grupp, stv. Vorsitzende des Sozialdienstes katholischer Frauen Landesverband Bayern, eröffnete Prof. Dr. phil. Albert Lenz, katholische Hochschule NRW, die thematische Befassung mit seinem Vortrag unter dem Titel „Was stärkt Kinder psychisch kranker Eltern? Belastungen und Bewältigungsstrategien“. Als besonders großen Belastungsfaktor hob er die Stigmatisierung des Umfelds für die Entwicklung von Kindern psychisch erkrankter Eltern hervor. Für die Förderung positiver Bewältigungsstrategien der Kinder sei es notwendig, dass das Umfeld die Situation der betroffenen Kinder wahrnimmt.

Elisabeth Schmutz, Institut für sozialpädagogische Forschung Mainz e.V.

Anschließend stellte Andreas Schrappe, Leiter des evangelischen Beratungszentrums Würzburg unter dem Titel: „Die kleinen Angehörigen – Kinder psychisch kranker Eltern“ den Beitrag der Kinder- und Jugendhilfe dar. Er zeigte auf, dass das differenzierte Leistungsspektrum der erzieherischen Maßnahmen bereits viele gute Hilfen bereit hält. Wissenschaftlich evaluierte Erfahrungen zum Thema Kooperation waren die Basis des dritten Vortrags. Elisabeth Schmutz vom sozialpädagogischen Forschungsinstitut Mainz referierte über das Landesmodellprojekt Rheinland-Pfalz. Unter dem Titel „Damit es kein Zufall bleibt – Kooperationsstrukturen zwischen Jugendhilfe und Erwachsenenpsychiatrie als Grundlage für gelingende Hilfe“ benannte sie die strukturelle Absicherung der Zusammenarbeit sowie gemeinsame Fallbesprechungen und Fortbildungen als Orte, an denen der notwendige Dialog der Arbeitsfelder stattfinden kann.

Podiumsrunde

Am Nachmittag informierten sich die Fachkräfte aus der Kinder und Jugendhilfe und Psychiatrie in vier Workshops über erfolgreiche Projekte und Dienste für betroffene Kinder und ihre Eltern. In der abschließenden Podiumsdiskussion, die von Beate Frank und Alexandra Myhsok, SkF Landesverband, moderiert wurde, vertieften Referenten und Workshopleitungen der Tagung gemeinsam mit dem sozialpolitischen Sprecher der CSU Landtagsfraktion, Joachim Unterländer, MdL, Ministerialdirigentin Johanna Huber als Vertreterin des Bayerischen Sozialministeriums sowie Susanne Becker vom Verband der Angehörigen psychisch Kranker, wie auch Bayern dem Hilfebedarf betroffener Kinder besser gerecht werden kann.  Auf dem Podium wurde deutlich, dass hier sowohl Regeleinrichtungen wie Kindertagesstätten und Schulen als auch Kinder- und Jugendhilfe und Psychiatrie gefordert sind, über psychische Erkrankung zu informieren und das Augenmerk bei betroffenen Eltern verstärkt auf den Hilfebedarf der Kinder zu richten. In ihrem Schlusswort bedankte sich die zuständige Referatsleiterin des Instituts für Politische Bildung Dr. Bok- Suk  Ziegler bei den Fachkräften der Kinder und Jugendhilfe sowie der Psychiatrie für ihre gesellschaftlich wichtige und engagierte Arbeit für Kinder psychisch kranker Eltern.