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Referat II/4 Bildung und Erziehung
Paula Bodensteiner
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Kunst und Wissenschaft
Im Rahmen des Promotionskollegs „Gestalten und Erkennen – Kompetenzbildung in den künstlerischen Fächern und Fachbereichen der Schule“ fand am 13. und 14. Juli 2011 im Bildungszentrum Wildbad Kreuth die erste Arbeitstagung „Kunst und Wissenschaft“ statt.
Mit dem 4. April 2011 startete das von der Hanns-Seidel-Stiftung neu aufgelegte Promotionskolleg, in dem 15 Stipendiaten gefördert werden. Innerhalb der Hanns-Seidel-Stiftung sind das Institut für Begabtenförderung und die Akademie für Politik und Zeitgeschehen für das Projekt verantwortlich. Die wissenschaftliche Betreuung der Stipendiaten übernehmen gemeinsam die beiden bayerischen Universitäten, die Ludwig-Maximilians-Universität München mit dem Humanwissenschaftlichen Zentrum (HWZ) und die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg mit dem Interdisziplinären Zentrum Ästhetische Bildung (IZÄB). Die Anbindung an die schulische Praxis und die Umsetzung in den Lehrplan obliegt dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus und dem Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung.
Da es im Grunde nur für die naturwissenschaftlichen Fächer, für Mathematik, für Deutsch und die Fremdsprachen wissenschaftlich fundierte und von Fachwissenschaftlern akzeptierte Kompetenzmodelle gibt, die auf entsprechender Forschung basieren und durch die Kultusministerkonferenz (KMK) in der konkretisierenden Umsetzung durch Bildungsstandards festgelegt sind, müssen für viele andere Fächer, vor allem im musisch-künstlerischen Bereich, solche erst geschaffen werden. Um diese Lücke zu schließen, muss entsprechende Forschungsarbeit geleistet werden.
An jeder der beiden beteiligten Universitäten arbeitet eine Gruppe ausgewählter Stipendiaten, die das schulische Spektrum der erwähnten künstlerischen Fächer abdecken. Dabei unterscheiden sich die Forschungsschwerpunkte der beiden Universitäten: Das HWZ der Ludwigs-Maximilian-Universität München ist stärker an den fachwissenschaftlichen Grundlagen ausgerichtet. Die Arbeit der Promovendengruppe am IZÄB der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg orientiert sich vorwiegend an didaktischen, pädagogischen Grundlagen. Um den inhaltlichen interdisziplinären Austausch beider Stipendiatengruppen zu gewährleisten, werden u.a. thematische Arbeitstagungen abgehalten.
Bei der ersten Arbeitstagung „Kunst und Wissenschaft“ stellten die Stipendiaten die Inhalte ihres Promotionsvorhabens vor. In einem weiteren Programmpunkt behandelten sowohl sie als auch die betreuenden Professoren jeweils in einem Vortrag das Thema Wissenschaft und Kunst aus der Perspektive der eigenen Arbeit.
Einführend wies Prof. Hans-Peter Niedermeier, Leiter des Instituts für Begabtenförderung der Hanns-Seidel-Stiftung, auf Neuerungen zur Begabtenförderung in Deutschland hin und gab wichtige Hinweise an die Stipendiaten weiter. Thomas Sachsenröder, Direktor am Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung stellte Konzepte für den Lehrplan +, den kompetenzorientierten Lehrplan für Bayern, vor und legte Grundlegendes zur Lehrplanentwicklung und zur Funktion der Lehrpläne dar. Einen Streifzug durch die Vielfältigkeit der Identitätsbegriffe machte Dr. Benjamin Jörissen (Universität Erlangen-Nürnberg) in seinem Vortrag „Identität versus Bildung?“ und Prof. Dr Thomas Knieper (Universität Passau) gab in seinem Schlussvortrag „Sehen als Kulturtechnik – Sensibilisierung für ausgewählte Kompetenzfelder der Bildkommunikation“ einen Überblick über Funktion und Wesensmerkmale von Medienbildern und über mediale Täuschungsabsichten.
Diese erste Arbeitstagung bot den Stipendiaten neben der Bereicherung durch wissenschaftliche Vorträge auch die Gelegenheit zu einem regen Austausch untereinander und mit den wissenschaftlichen Betreuern.

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