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Referat II/3 Wirtschaft und Finanzen
Dr. Claudia Schlembach
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Starke Frauen Starke Worte: Marion Kiechle
Bis 1999 war die Frauenheilkunde eine männerdominierte Domäne. Erst Prof. Dr. Marion Kiechle gelang es 1999 mit der Übernahme eines Lehrstuhls für Gynäkologie hier bahnbrechend zu wirken. Am 8. Dezember 2011 erzählte sie im Rahmen der Reihe Starke Frauen Starke Worte aus ihrem Leben und Werdegang. Sie war auch die erste Frau, die in der Frauenheilkunde als C4-Professorin berufen wurde. Seit 2001 ist sie Vorsitzende der Bioethik-Kommission der Bayerischen Staatsregierung, ein Jahr später wurde sie stellvertretende Vorsitzende der Zentralen Ethikkommission für Stammzellenforschung. Sie ist offen, verschmitzt, sehr attraktiv und sehr sympathisch. „Sie sind ja schon im Himmel angekommen“, formuliert es Daniela Arnu, die die Reihe „Starke Frauen Starke Worte“ seit Anbeginn moderiert.
Prof. Dr. Marion Kiechle wurde 1999 vom damaligen Kultusminister und heutigen Vorsitzenden der Hanns-Seidel-Stiftung zur Direktorin der Frauenklinik Rechts der Isar der Technischen Universität München berufen, wie Prof. Ursula Männle in ihrer Begrüßungsrede vor dem gut gefüllten Saal im Konferenzzentrum heraushob. Dabei waren die Jahre keinesfalls nur eitel Sonnenschein. Schon ihre Berufung war nicht unumstritten und dass es gerade in der Anfangszeit auch durchaus größere Knüppel gab, die sich dann zwischen ihren Füssen wiederfanden, leugnet sie nicht. Zwei Dinge waren es, die ihr geholfen haben, trotzdem positiv nach vorne zu schauen und den Gedanken an Aufgeben gar nicht aufkommen ließen: „Ich habe gelernt, zwischen Person und Position zu unterscheiden.“ Das entlastet, denn die Schwierigkeit findet sich dann in der Sache und eben nicht in der Persönlichkeit. Schlaflose Nächte sind dadurch allerdings nicht ausgeschlossen. Dieses Prinzip ist ja nicht ganz unbekannt. Aber Marion Kiechle setzt noch eines darauf: „Weglächeln“. Und das ist eine Quintessenz.. Hart in der Sache, verbindlich im Ton – und charmant in der Außendarstellung. Wir brauchen nicht darüber zu philosophieren, ob das typisch weiblich ist. Die faktische Konsequenz war, dass die Mehrheit ihrer männlichen Mitarbeiter nach kurzer Zeit einen anderen Arbeitgeber gesucht hat. Auch für eine Chefin, die das lächelnd erträgt, ist das nicht immer ganz einfach. Aber sie hat die Strukturen, die sie legen wollte, erfolgreich positioniert und wir können froh sein, dass sie sich selbst noch nicht im Himmel sieht: Zu viele Projekte und wissenschaftliche Ambitionen warten noch auf sie. Die Stiftung wünscht viel Erfolg dabei.

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