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Referat III/1 Politisches Management und Kommunikation, Medien und Innovation
Karl Heinz Keil
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Mobil um jeden Preis?

- Die Mobilitätskosten steigen: Ob Benzinpreis ...

- ... oder das Ticket für S- und U-Bahn!
Wie mobil werden wir in Zukunft sein? Und welchen Preis sind wir bereit dafür zu bezahlen? Zu Beginn des 21. Jahrhunderts steht unser Grundbedürfnis nach Mobilität vor neuen Herausforderungen. Wir haben uns wie selbstverständlich daran gewöhnt: an die rund um die Uhr verfügbare Antriebsenergie, an das immer dichter gesponnene Verkehrsnetz und daran, dass wir nahezu jederzeit reisen können, wohin wir wollen. Nie zuvor war der Raum so durchlässig wie jetzt. Gleichzeitig ist der Raum aber geschrumpft. Eine notwendige energiesparende und klimaverträgliche Mobilität ist unbestritten. Sie muss aber auch bezahlbar bleiben. Vor diesem Hintergrund diskutierten am 12. Juli 2011 sechs Experten auf dem 9. Münchner Verkehrspodium die Frage: "Mobil um jeden Preis? – Bezahlbare Mobilität der Zukunft".
Im Verlauf der Diskussion wurde die Komplexität des Themas offensichtlich, auch wenn über zentrale Aspekte auf dem Podium Einigkeit herrschte: Intelligentes Mobilitätsmanagement, neue Verkehrsstrukturen und insbesondere ein anderes Mobilitätsverhalten, scheinen die Lösungsansätze der Zukunft zu sein. Auch wenn die technischen Fragen nach zukünftigen Antriebstechnologien bzw. die Suche nach geeigneten Kraftstoffen elementare Aspekte einer bezahlbaren Mobilität und die aktuell diskutierten politische Themen sind, greift dieser Ansatz allein zu kurz. Unser Mobilitätsbegriff muss für eine zukunftsfähige Mobilität grundsätzlicher reflektiert werden.
Florian Hördegen vom ADAC Südbayern erläuterte in seinem Statement die Rahmendaten und stellte die dramatisch gestiegenen Mobilitätskosten pro Privathaushalt in den letzten zehn Jahren dar. Eine Zustandsbeschreibung, die Joseph Seybold als Vertreter der IHK für München und Oberbayern, für den Bereich der gewerblichen Wirtschaft – hier mit Blick auf die Transportkosten – untermauerte und mit einer Frage noch verschärfte: „Sind die Mobilitätskosten der Zukunft noch im Zaum zu halten?“ Für Seybold heißt bezahlbare Mobilität auch Wohlstandsicherung.
Als Teil eines veränderten Mobilitätsverständnisses und -verhaltens müssen wir lernen, dass die „bestehenden Ressourcen begrenzt“ sind. „Und wir müssen vernünftig damit umgehen“, so der Schweizer Verkehrsexperte Bernhard Oehry, Leiter der Abteilung Verkehrstelematik bei der Rapp Trans AG. Die Schweiz habe dies mit ihrer Verlagerungspolitik umgesetzt und die Schiene gestärkt. Der Öffentliche Personennahverkehr sei zwar nicht günstig, aber effizient und daher ein Erfolgsmodell. Dafür gibt es viele Gründe, so Oehry. Insbesondere bei der Jugend finde heute bereits ein Umdenken statt. Hier werde inzwischen viel häufiger auf intelligentes Mobilitätsmanagement gesetzt als auf das eigene Auto. Damit unterstützte Oehry indirekt eine Forderung von Gerrit Poel, Landesgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) Bayern. Auch er fordert letztlich ein Umdenken: jeder möge sich rational entscheiden, welches Verkehrsmittel in welcher Situation am kostengünstigsten sei. Dann werden viele Menschen bemerken, dass es der Öffentliche Personennahverkehr ist, so Poel.
Der Philosoph und katholische Theologe Prof. Dr. Ferdinand Rohrhirsch wünscht sich aber ein noch weiter gehendes Nachdenken. Er beschrieb die Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts, mit einer Entkopplung von Arbeitsplatz und Wohnort. Er fordert in diesem Kontext, dass wir die „erzwungenen Fahrten“ noch mehr versuchen auf ein Mindestmaß zu reduzieren. In diesem Kontext wurde auf dem Podium auch verschiedentlich darauf hingewiesen, dass Mobilität nicht mit Verkehr gleich zu setzen sei. Die Frage lautet: Muss zum Beispiel jede berufliche Fahrt wirklich stattfinden oder kann die Arbeit auch mit Hilfe moderner Kommunikationsmittel geleistet werden?
Vielleicht kann man das Umdenken aber auch schon mit kleineren Schritten beginnen: Prof. Dr.-Ing. Gebhard Wulfhorst von der Technischen Universität München, der unter anderem die Veränderung des Mobilitätsverhaltens über das Thema „Emissionshandel“ beleuchtete, hatte hierzu in seinem Schlusswort einen sehr plakativen Ansatz. „Bezahlbare Mobilität der Zukunft heißt für mich auch: mehr zu Fuß und weniger Motor!“

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