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Referat III/5 Recht, Geschichte und Kultur
Dr. Birgit Strobl
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Mönchtum und geistliche Orden
„Mönchtum und geistliche Orden – Spirituelles Leben gestern und heute“ war Thema eines Seminars vom 11. bis 13. März 2011 in Kloster Banz. Der Einstieg in das Thema begann zunächst mit einer Begriffsklärung und der Erklärung des Mönchtums allgemein. Das Mönchtum ist ein zentraler Aspekt abendländischer Geschichte und ermöglicht es, die christliche Tradition mit Inhalt zu füllen. Ziel des Mönches ist es, durch Selbstheiligung die Nachfolge Christi anzustreben. Der monastische Leitgedanke besteht in der Überzeugung, dass das eigentliche Ziel nicht hier auf dieser Welt ist. Es ist das ewige Leben, um das gerungen wird. Ihm gelten alle Bemühungen.
Diese Vorstellung ist uns heute nicht mehr gegenwärtig. Wir sind säkularisierte Menschen, die sich inzwischen weit entfernt haben von diesem selbstverständlichen kulturellen Umfeld. So ist uns auch nicht mehr bewusst, dass der Begriff der Orientierung den Wortbestandteil Orient enthält. Damit kommt zum Ausdruck, dass der Blick nach Osten geht, nach Jerusalem. Der Wirkungsstätte und des Ortes, an dem Jesus Christus lebte und gestorben ist. Unsere Kirchen sind deshalb auch geostet.
Es ist jedoch noch mehr, was wir heute nicht mehr begreifen: Für uns ist der Sinn des Lebens auf ein gegenwärtiges Wohlgefühl gerichtet. Dies führt dazu, dass wir uns das heraussuchen, was uns einen Lebensgenuss und Selbstverwirklichung verspricht. Dabei bedient uns ein Supermarkt der Sinnanbieter, wobei unreligiöse oder sektiererische Angebote gleichwertig neben der christlichen Religion stehen.
Auch Esoterik und Okkultismus haben Konjunktur. Beide Begriffe waren bis in das 19. Jahrhundert deckungsgleich. Heute wird Esoterik mir Optimismus, Harmonie und Lebensfreude in Verbindung gebracht, wobei Okkultismus die dunkle Seite bis hin zum Satanismus beschreibt. Auch hier eine Entwicklung, die wir zur Kenntnis nehmen müssen.
Dass die Spiritualität im christlichen Sinne auch heute noch Bedeutung haben kann, zeigt das Beispiel Prämonstratenserkloster Roggenburg. Die regulierten Chorherren führen hier ein Leben, das von den vier Säulen prämonstratensischer Spiritualität geprägt ist: actio, stabilitas loci, contemplatio und communio werden hier gepflegt. Damit unterscheiden sich die Chorherren von den Mönchen: Sie wollen in Gemeinschaft seelsorgerlich tätig sein und entsprechend dem Vorbild ihres Ordensgründers, dem hl. Norbert von Xanten, als Prediger unterwegs sein, zur Umkehr aufrufen und zum Frieden beitragen.

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