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Überzeugt christlich und kraftvoll konservativ – Konzepte für die Zukunft
Fukushima und Libyen stehen für Ereignisse, die in den vergangenen Wochen Veränderungen generiert, Konstellationen geschaffen und Kurswechsel initiiert haben, die vor kurzem kaum jemand für möglich gehalten hätte. In der Reihe „Zukunft braucht Konservative“ thematisierten die Unionspolitiker Hermann Gröhe und Manfred Weber Konzepte für die Zukunft.
Angesichts der jüngsten Richtungsentscheidungen und der anhaltenden Diskussion, um den Verbleib des Konservativen, scheint es angezeigt, nach der Zukunftsstrategie und den Konzepten des Konservatismus zu fragen. Mit dieser Zielsetzung eröffnete Prof. Dr. Reinhard Meier-Walser, der Leiter der Akademie für Politik und Zeitgeschehen der Hanns-Seidel-Stiftung, die 10. Veranstaltung in der Reihe „Zukunft braucht Konservative“ am 12. April 2011 in die Bayerische Vertretung in Berlin.
Auf Einladung der Hanns-Seidel-Stiftung diskutierten der CDU-Generalsekretär, Hermann Gröhe, MdB, und der Vorsitzende der CSU-Zukunftskommission, Manfred Weber, MdEP, unter dem Titel „Überzeugt christlich und kraftvoll konservativ – Konzepte für die Zukunft“. Oder in der zugespitzten Frageformulierung des Journalisten und Moderators des Abends Gunnar Schupelius: Sind sich die Konservativen noch treu?
In ihren Kurzvorträgen zeichneten Manfred Weber und Hermann Gröhe zuerst einmal nach, was es heißt, ein Konservativer zu sein. Beide stellten allerdings voran, dass sowohl für die CSU als auch für die CDU der Konservatismus weder das alleinige Fundament sei noch als solches ausreichend wäre. Der CDU-Generalsekretär brachte es auf die griffige Formel, es handele sich bei CDU und CSU um C-Parteien und nicht um K-Parteien. Neben der Christlich-Sozialen, der Liberalen sei die Konservative, die dritte Strömung im Bunde. Dies gelte es im Auge zu behalten.
Dezidiert verknüpfen beide Redner Konservatismus und christliches Menschenbild. Weshalb auch Manfred Weber von einem „christlich-konservativen Ansatz“ spricht. Erst aus der Gebundenheit an überzeitliche Werte erhält der Konservatismus seine (Werte) Orientierung, die sich ausdrückt in Prinzipien wie Würde des Menschen, Solidarität, Subsidiarität, Freiheit (sich zwischen Gut und Böse zu entscheiden) und Wahrung der Schöpfung. Hieraus folgen dann auch die Zukunftsorientierung des modernen Konservatismus und das Denken in Generationen.
Durchaus im Sinne dieses christlich-konservativen Ansatzes postulierte auch Hermann Gröhe, dass es gelte die „christliche Wertvorstellung in der Politik der Unionsfamilie zur Geltung zu verhelfen“. Gleichzeitig dürften „die Werte nicht zur Ideologie verkommen, indem sie das reale Leben missachten oder es als störend empfinden.“ Weber zitierte die Shell-Studie, der zufolge 76 Prozent der Jugendlichen der Meinung sind, dass man eine Familie braucht, um wirklich glücklich leben zu können. Das darin zum Ausdruck kommende Lebensziel, selbst eine Familie zu gründen, gelte es zu unterstützen. Darin sieht Weber genuin eine Aufgabe christlich-konservativer Politik und ein konservatives Kernthema. Ein alleingültiges Rollenmuster wollten die beiden Unionsmänner in der Diskussion darüber nicht vorgeben. Stattdessen untermauerten sie mit ihrem Eintreten für das Ehegattensplittung (Gröhe) und das Betreuungsgeld (Weber) das christlich-konservative Bekenntnis zu Ehe und Familie als den institutionellen Nukleus der Gesellschaft. Wertgebunden und modern zu sein, das ist nach den Worten des CDU-Generalsekretärs der Anspruch.
In der Diskussion wurde deutlich, dass Konservatismus auch Methode und Haltung im Sinne einer spezifischen Herangehensweise an die Herausforderungen und die Gesellschaft meint, die sich beschreiben lässt mit „Erhalten und Verbessern“. Beispielhaft deklinierten die Referenten verschiedene Themenfelder – Innere und äußere Sicherheit, Integration, Patriotismus – konservativ. „Das Konservative in die Themenfelder der heutigen Menschen hinein zu interpretieren“, so bezeichnete es Weber.
Insgesamt wurde einmal mehr deutlich, dass der Konservatismus selbst unauflöslich an den gesellschaftlichen Wandel gebunden ist und der Konservative vor der Herausforderung steht, Antworten auf die gewandelten Umstände und Bedürfnisse der Gesellschaft zu geben - ohne jedoch wie andere dem Zeitgeist zu verfallen.
Eine Bewährungsprobe für die Zukunft sieht Manfred Weber in der Frage des Umgangs mit der religiösen Prägung des Landes. Im Bekenntnis zur christlichen Tradition des Landes zeige sich bereits jetzt ein sehr deutlicher Unterschied zu den anderen politischen Kräften.

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