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Die Arbeitswelt der Zukunft: Work-Life-Balance

- Marthe Glonner, Stefan Rößle, Isabelle Kürschner, Christa Stewens, Georg Barzel und Claudia Eckstaller
Die zweite Veranstaltung der Reihe „Arbeitswelt der Zukunft“ hatte die vielzitierte „Work-Life-Balance“ im Fokus, die Balance zwischen Arbeits- und Privatleben. Auf der Agenda der Unternehmen und natürlich auch auf der der Mitarbeiter steht dieses Thema seit vielen Jahren, neuerdings noch verstärkt durch die bewusste Forderung nach familienfreundlicher Gestaltung der Arbeitswelt. Dabei geht es nicht nur um die Zeitdisposition, sondern unter anderem auch darum, „die Persönlichkeit in den Arbeitsprozess einbringen zu können“, wie Reinhard Meier-Walser, Leiter der Akademie für Politik und Zeitgeschehen der Hanns-Seidel-Stiftung, in seiner Einführungsrede hervorhob.
Wie vielfältig die Mosaiksteine sind, die die Work-Life-Balance ausmachen, skizzierte auch die ehemalige bayerische Sozialministerin Christa Stewens. Besonders in Erinnerung bleiben sicher die „37 Minuten“. Das nämlich ist die Zeitspanne, die Männer im Durchschnitt täglich ihren Kindern widmen. Und zwar unabhängig davon, ob sie erwerbstätig sind oder nicht. Erwerbstätige Frauen bringen es auf 66 Minuten, nicht erwerbstätige auf drei Stunden. Ein kulturelles Thema offenbar, das, so stellte sich im Lauf des Abends heraus, auch auf so scheinbar banale Dinge fokussiert wie die Vorbereitung von Frauen und Männern auf das Leben als Haushaltsmanager/in. Wesentlicher Ansatz von Stewens war, die Work-Life-Balance über den gesamten Lebens- und Arbeitsbereich im Sinne einer Lebensphasenorientierung auszuweiten.
Stefan Rößle, Landrat im Kreis Donau-Ries, konnte sehr authentisch darüber berichten, wie sich diese Frage nach den Lebensabschnitten in der praktisch gelebten Elternzeit darstellt. Als erster Landrat hat er bei seinem fünften Kind zwei Monate der Familie gewidmet und es ist sicher seiner Erfahrung als „Nur-Hausmann“ zu verdanken, dass der Landkreis mit einer ganzen Reihe von familienfreundlichen und nachahmenswerten Aktionen vorprescht.
Das macht auch das mittelständische Unternehmen GeNUA, das Marthe Glonner präsentierte, stv. Vorsitzende des Bundesverbandes der berufstätigen Mütter. Sie konnte sehr überzeugend darstellen, dass alle Beteiligten im Spannungsfeld Unternehmen-Mitarbeiter-Familie von einer gelebten, familienfreundlichen Atmosphäre profitieren. GeNUA gelingt es auf diesem Weg, dem Fachkräftemangel zu entkommen, weil das Unternehmen für junge Familie besonders attraktiv ist. Das Unternehmen selbst profitiert von der geringen Fluktuation und der hohen Produktivität der Mitarbeiter.
Die Bedeutung der Rahmenbedingungen betonte auch Georg Barzel, Strategievorstand der berufundfamilie Service GmbH. Er wies aber auch darauf hin, dass sich Work-Life-Balance in einem Kontext mit vielen Beteiligten abspielt: Unternehmer, Kunde, Mitarbeiter, Familie. Und dass es im Grunde immer eine Einzelfall-Entscheidung ist, wie die Balance dann letztlich ausschaut.
Claudia Eckstaller, Professorin für Human Ressource Management an der Hochschule München, erweiterte die Palette, indem sie die Dynamik der Entwicklung des Arbeitsmarktes aufzeigte. Sie verortet eine „Renaissance des hand- und kopfwerklichen (internationalen) Tagelöhnertums, das mit der heutigen, sehr sicherheitsorientierten Struktur des Arbeitens nur noch wenig zu tun hat und u. a. durch demographische, technische und wertebasierte Veränderungen getriggert wird. Projektorientiertes Arbeiten wird ein Element davon sein und die aktuelle WLB-Debatte inhaltlich bereits überflügeln.
So blieb der Moderatorin Isabelle Kürschner, am Ende auch der Ausblick, dass der Ruf nach Work-Life Balance zwar als politisch korrekt eingestuft wird, dass aber auf allen Ebenen, sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich noch eine ganze Menge Hindernisse auszuräumen sind.
Das wird auch Thema der dritten Veranstaltung der Reihe „Arbeitswelt der Zukunft“, die sich mit Kultur und Führung beschäftigt.
Christa Stewens: „37 Minuten - das ist die Zeitspanne, die Männer im Durchschnitt täglich ihren Kindern widmen".
Marthe Glonner: "Alle Beteiligten im Spannungsfeld Unternehmen-Mitarbeiter-Familie profitieren von einer gelebten, familienfreundlichen Atmosphäre".
Georg Barzel: "Wie die Work-Life-Balance letztlich ausschaut, ist im Grunde immer eine Einzelfall-Entscheidung".
Claudia Eckstaller verortet eine „Renaissance des hand- und kopfwerklichen (internationalen) Tagelöhnertums, das mit der heutigen, sehr sicherheitsorientierten Struktur des Arbeitens nur noch wenig zu tun hat.

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