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Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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Stiftungspost Ausgabe 03 / 12
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Zuhause in der Fremde

Der koreanische Vizegeneralkonsul Seong-Choon Kim (2.v.l.) mit den Seminartteilnehmer auf der Maintalterrasse

Integrationsarbeit ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Positive Beispiele aus unserer Mitte motivieren hierzu und zeigen neue Wege auf. Eines dieser gelungenen Beispiele sind die Deutsch-Koreaner. Zusammen mit vielen anderen Interessierten kamen sie vom 4. bis 6. Februar 2011 zum Seminar „Zuhause in der Fremde – Lebenswelt der deutsch-koreanischen Migranten in Deutschland“ in Kloster Banz zusammen.

In seinem Grußwort hob der koreanische Vizegeneralkonsul aus Frankfurt, Seong-Choon Kim, die Leistung und das entbehrungsreiche Leben der ersten Gastarbeitergeneration besonders hervor und dankte ihnen im Namen der Republik Korea. Das Land Korea war nach dem Korea-Krieg in den 50er und 60er Jahren eines der ärmsten Länder auf der Erde gewesen. Am wirtschaftlichen Aufbau und späteren Aufstieg des Landes in die OECD waren die koreanischen Gastarbeiter in Deutschland durch ihre Devisen-Transfers in die Heimat maßgeblich beteiligt.

You-Jae Lee von der Universität Tübingen

Prof. Dr. You-Jae Lee von der Universität Tübingen, selbst zur zweiten Generation Deutsch-Koreaner gehörend, bot den Teilnehmern tiefe Einblicke in die Migrationsgeschichte und in den Alltag der deutsch-koreanischen Migranten. Die ersten Zuwanderer aus Südkorea kamen Anfang der sechziger Jahre nach Deutschland. Sie kamen als „Gastarbeiter“, um jene Arbeit zu übernehmen, die bei den Einheimischen unbeliebt war – unter Tage oder in Krankenhäusern. Sie arbeiteten sehr hart und schafften mit großem Fleiß den sozialen Aufstieg. Mittlerweile gehören viele Deutsch-Koreaner der zweiten und dritten Generation zur Bildungselite Deutschlands. Mehr als 70 Prozent erlangen das Abitur. Angesichts der Tatsache, dass in Deutschland immer noch der soziale Status der Eltern für den Bildungserfolg der Kinder maßgebend ist, sei der rasche Aufstieg der Deutsch-Koreaner sehr bemerkenswert, so der Referent.

Jee-Un Kim vom Verein Korientation e.V.

Des Weiteren befassten sich die junge Rechtsanwältin Jee-Un Kim und der Doktorand an der Universität Bonn Martin Hyun, beide ebenfalls aus der zweiten Generation stammend, sowohl mit der Lebenssituation der zweiten Generation als auch mit der Umsetzbarkeit ihrer Potenziale. Kim referierte über ihren Verein „Korientation“ und die deutsch-asiatische Perspektive der zweiten Generation. Martin Hyun las aus seinem Buch „Lautlos-ja, sprachlos-nein. Grenzgänger zwischen Korea und Deutschland“ und schilderte eindringlich sein Alltagsleben zwischen zwei Kulturen und die Wahrnehmung durch seiner Umwelt wegen seines asiatischen Aussehens.

Die Teilnehmer und Referenten waren sich einig, dass die Deutsch-Koreaner noch einen weiten Weg vor sich haben, bis zur adäquaten Teilnahme an den wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Prozessen der Mehrheitsgesellschaft.