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Referat III/6 Familie, Frauen, Senioren, Religion und Gesellschaft, Integration
Dr. Bok-Suk Ziegler
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1000 Jahre Bamberger Dom
Der Bamberger Dom, nach der ersten christlichen Jahrtausendwende von Heinrich II. in Auftrag gegeben und 1012 geweiht, lebt heute in seiner dritten Gestalt, die aus der Zeit zwischen 1200 und 1240 stammt. Der Dom ist in Teilen noch romanisch, zum großen Teil gotisch. Die baulichen Wurzeln liegen im Westen des Heiligen Römischen Reichs. Durch König Ludwig I. wurde er im 19. Jahrhundert von seiner barocken Pracht befreit, wobei leider auch die mittelalterlichen Malereien zerstört wurden. So schmücken heute wenige, aber ausdrucksstarke Skulpturen den großen hohen Raum, darunter der weltbekannte Reiter aus dem 13. Jahrhundert und das Grabmonument Heinrichs und seiner Gemahlin Kunigunde von Tilmann Riemenschneider von 1513 – es war vermutlich zum 500. Jahr der Weihe des Doms in Auftrag gegeben.

- Domkapitular Dr. Nobert Jung
Die Weihe am 6. Mai vor tausend Jahren – sie geschah am Geburtstag des späteren Kaisers Heinrich II. - war Anlass für das Institut für Politische Bildung, ein Seminar über das erhabene Gotteshaus vom 18. bis zum 20. Mai in Kloster Banz durchzuführen. Dr. Norbert Jung, Domkapitular und “summus custos“ des Doms, verantwortlich für den Ablauf der Feierlichkeiten, die Ausstellung und die Museen, gab die Einführung in die tausendjährige Geschichte dieser Gründung und den heutigen Dom, der vermutlich ziemlich genau 800 Jahre alt ist. Glückliches Bamberg, dessen Schätze den 2. Weltkrieg unbeschadet überstanden haben (der berühmte Reiter, möglicherweise der Hl. Stephan von Ungarn, der Schwager Kaiser Heinrichs, war eingemauert!). Dr. Jung sprach auch von den Forschungen der letzten Jahre, die ergeben haben, dass von dem ersten Dombau mehr erhalten ist als vermutet. Sein Vortrag war eine hervorragende Vorbereitung auf den Besuch des Doms und der Sonderausstellung im Diözesanmuseum am nächsten Tag.

- Reinhard Heydenreuter
Mit Otto I. Kaiserkrönung im Jahr 962 fing die deutsche Geschichte an, sagte Professor Dr. Reinhard Heydenreuter; 1806 endete das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Heinrich, der letzte Sachsenkaiser (wenn auch in Regensburg aufgewachsen), kinderlos verheiratet mit Kunigunde aus dem Haus Luxemburg, gab den Bamberger Dom 1007 in Auftrag und unterstellte ihn direkt dem Papst. Er hob ihn damit über andere Bistümer hinaus, denn er wollte sich mit dieser Stiftung „für den jüngsten Tag rüsten“. Heydenreuter erläuterte zahlreiche historische Begriffe und Besonderheiten der Darstellung historischer Personen („das Schwert in der linken Hand des Bischofs als Symbol weltlicher Macht“), anhand von Archivtexten auch die Struktur des Bistums und seiner Gremien, die Änderungen im Verlauf der Jahrhunderte – aus allem wurde die bewegte Vergangenheit des Bistums, aber auch des ganzen ostfränkischen und des angrenzenden Raums deutlich.
Zum Programm gehörte eine Fahrt nach Bamberg, um den Dom und die Ausstellung zur Tausendjahrfeier der Weihe des Doms zu besichtigen. Horst Gehringer, Archivar in Coburg, gebürtiger Bamberger, führte die Teilnehmer bei bestem Frühlingswetter durch das belebte Bamberger Domviertel und im Dom. Was bisher gehört worden war, wurde nun sichtbar und lebendig erläutert. Auch die Alte Hofhaltung, die Domherrenhöre und der Rosengarten mit seinem Blick auf die kirchenreiche Stadt gehörten dazu. Den Abschluss der Exkursion bildete der Besuch der festlich aufbereiteten Jubiläumsausstellung im Diözesanmuseum mit dem reichen Bestand an kirchlichem Gerät, Bildern und Prozessionsausrüstung, mit geliehenen, einstmals im Dom befindlichen barocken Engeln usw., aber auch mit den großen, gut erhaltenen Mänteln von Heinrich und Kunigunde und des Papstes Clemens, letztere wurden seinem Grab 1942 (Schutzmaßnahme im Krieg!) entnommen und sind unvorstellbar gut erhalten.

- Josef Motschmann
Am letzten Tag referierte Josef Motschmann, Religionslehrer, Regionalhistoriker und Heimatdichter aus dem nahen Bad Staffelstein, über Heinrich und Kunigunde, ihre Herkunft und alles, was über sie bis in unsere Zeit überliefert worden ist. Geschichtliche Forschung und Legenden weichen teilweise voneinander ab, ergänzen sich aber auch. Alles in allem ergeben ein lebhaftes Bild der Zeit vor tausend Jahren und der folgenden Jahrhundert im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, insbesondere in Franken.

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