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Referat III/5 Recht, Geschichte und Kultur
Dr. Birgit Strobl
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Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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Stiftungspost Ausgabe 03 / 12
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Adventskranz und Engel im Advent

Adventskränze und Engel zum Verkauf auf dem Weihnachtsmarkt der Glentleiten (Oberbayern)

Der Advent hat gerade begonnen. Zwei typische Symbole wird man nun immer wieder finden. Bei einem Seminar in Wildbad Kreuth vom 30. November bis 2. Dezember 2012 wurden Traditionen dieser Jahreszeit vorgestellt. Als typisches Symbol des Advents gilt für viele der Adventskranz. Dabei ist er noch recht jung und begann sich erst nach dem ersten Weltkrieg zu verbreiten. Entstanden ist er im protestantischen Norden in einer Sozialeinrichtung für arme Kinder in Hamburg. Erst 1938 brannte der erste Adventskranz in einer katholischen Kirche in Bayern, und zwar in St. Silvester in München. Das mag man heute, angesichts der Fülle von Adventskränzen, die in Wohnzimmern, Kaufhäusern und öffentlichen Einrichtungen aufgestellt werden, gar nicht mehr glauben. Tannennadelduft und Kerzenschimmer prägen die Stimmung zu dieser Jahreszeit inzwischen derart, dass das Anzünden der Lichter des Adventskranzes als eine uralte Tradition erscheint.

Erzengel Sealtiel in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Mattsies

Auch Engel haben in der Adventszeit ihren besonderen Platz. Schließlich war es der Erzengel Gabriel, der als Überbringer der bedeutendsten heilsgeschichtlichen Botschaften Maria die Geburt Christi ankündigte. In dieser Funktion wird er in bayerischen Kirchen auch meistens dargestellt. Insgesamt sieben Erzengel kennt die Bibel. Nur Michael, Raphael und Uriel sind neben Gabriel geläufig. Die Malereien an der Empore der Kirche in Mattsies im Unterallgäu sind daher eine Seltenheit.

Sogenannte „Engelämter“ sind nicht mehr überall in Bayern bekannt. Es handelt sich dabei um Marien-Messen, die an bestimmten Tagen im Advent gefeiert wurden. Sie erhielten diesen Namen von der Ankündigung der Geburt Jesu durch den Engel an Maria im Evangelium, das bis zur Liturgiereform 1960 immer verlesen wurde. In Mittenwald im Landkreis Garmisch-Partenkirchen kann man Engelämter heute noch finden. Sie werden dort sehr feierlich bei Kerzenschein und mit alpenländischen Liedern gestaltet.

Verkündigungsengel in der Schlosskapelle von Blutenburg in München
Petrus von einem Engel aus dem Gefängnis geleitet, St. Peter und Paul in Berghofen (Niederbayern)

Nicht von Anfang an hatten Engel Flügel als Attribut. Im frühen Christentum wurden sie als Männer ohne Flügel dargestellt. Damit wollte man sich von der außerchristlichen Bildtradition abgrenzen, die geflügelte weibliche Niken und Göttinnen kannte. Dies änderte sich später. Bis auf einige Ausnahmen in der Gotik und Renaissance erkennt man Engel in Zukunft an ihren Flügeln. In späteren Epochen kommen weitere Attribute hinzu, so die Waage bei Michael als Seelenwäger oder der Boten- oder Kreuzesstab bei Gabriel. Dieser wird im späten Mittelalter oft durch einen Lilienzweig als Symbol der Reinheit Mariens ersetzt. Manchmal findet man auch einen Ölzweig als Zeichen des Friedens. Im Islam soll Mohammed seine Offenbarungen vom Erzengel Gabriel erhalten haben. Deshalb wird er dort an erster Stelle verehrt.

Aus der Bibel kennen wir die Vorstellung der ständigen Begleitung des Menschen durch einen Engel. Raphael ist der Prototyp dieses Schutzengels. Er stand früher eher Märtyrern und Heiligen zur Seite, nicht so sehr den einfachen Gläubigen. Für ihre täglichen Nöte wurden üblicherweise die dafür zuständigen Schutzheiligen angerufen. Das hat sich im Lauf der Zeit geändert. Neben Putten sind es heute Schutzengel, die vorwiegend und in allen erdenklichen Formen zu finden sind. Auch außerhalb der Weihnachtszeit!