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Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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Stiftungspost Ausgabe 03 / 12
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„Dafür stehe ich mit meinem Namen!“

Interessiertes Auditorium

Der Unternehmer, Geschäftsführer, Professor und Künstler Claus Hipp sprach am 3. Mai 2012 im Konferenzzentrum München vor rund 100 Gästen, die zur Eröffnungsveranstaltung der Ethik-Abendseminarreihe gekommen waren. Ethik im Wirtschaftsleben stand im Mittelpunkt des Vortrags, in dem Hipp die Tugenden des althergebrachten „ehrbaren Kaufmanns“ wieder aufleben ließ.

Artur Kolbe betonte eingangs, dass angesichts des „Zusammenrückens“ der Welt die Kernfrage der Unternehmensethik lauten müsse: „Welche Verantwortung tragen wir für die Zukunft, damit diese von möglichst allen auch als gerecht empfunden wird?“ Das zunehmende Interesse an wirtschafts-und unternehmensethischen Fragestellungen hat viele Gründe – zunehmender Rückzug des Staates aus der sozialen Verantwortung, die Folgen einer ungehemmten und noch nicht mit Regeln versehenen Globalisierung – fördere aber die Bereitschaft, auf vielen Ebenen über die soziale Verantwortung der Wirtschaft einerseits und ihre ethische Begründung andererseits  zu diskutieren. Zur gesellschaftlichen  Verantwortung von Unternehmen gebe es aber auch schon seit einigen Jahren den Begriff Corporate Social Responsibility (CSR).

"Non omne quod licet honestum est", Claus Hipp

Prof. Dr. Claus Hipp begann mit dem lateinischen "non omne quod licet honestum est" (Nicht alles was erlaubt ist, ist auch ehrenhaft.), der Kernregel des „ehrbaren Kaufmanns“. Ethisches bzw. moralisches Verhalten gehe über gesetzliche Vorgaben hinaus. Hipp – praktizierender Katholik – stellte seinen Beitrag unter den Schirm der sieben Tugenden, d.h. der vier Kardinaltugenden (Klugheit, Tapferkeit, Mäßigung, Gerechtigkeit) und der auf ihnen aufbauenden christlichen (Glaube, Hoffnung, Liebe) und nannte zu jeder Tugend Beispiele aus der Praxis: So gehöre es z.B. zur Gerechtigkeit, das „Legale“ vom „Legitimen“ unterscheiden zu können und zur Tapferkeit, frei seine Meinung zu äußern. Wir sollten uns nicht die „Talkshows im TV“ zum Vorbild nehmen. „Wir brauchen eine Kultur der Diskussion, die von der Achtung des Mitmenschen geprägt ist!“.

Claus Hipp und der Moderator Artur Kolbe

Bereits im Jahr 1999 hat die Firma Hipp ein Ethik-Management-Programm für ihre Mitarbeiter erlassen, in der bereits – heute modern anmutende  –  Begriffe wie Ethik-Charta und Ethik-Kommission (bei Hipp ein Gremium von fünf Personen) genannt sind. Claus Hipp führte mit seinen Brüdern Georg und Paulus dieses Ethik-Management in der Hoffnung ein, „die Welt, in der wir leben, aktiv ein Stückchen so gestalten zu können, dass es die Welt wird, in der wir leben wollen.“ Er betonte aber auch, dass seine Unternehmensethik nur gelingen kann, wenn sie auf einem allseitigen, aktiven und kreativen Mitwirken beruht.

Auf seine Unternehmensphilosophie in der Diskussionsrunde angesprochen, betonte Hipp, dass langfristiger Erfolg „nur auf anständige Weise“ garantiert sei; für den Verbraucher gelte „Beste Qualität zum günstigsten Preis!“ Dies vor dem Hintergrund der Sozialen Marktwirtschaft mit ihrem „Funktionsmechanismus des sozial abgesicherten Wettbewerbs,“ da diese „moralisch legitimiert“ sei. Wer diese Grundregeln nicht beachte, habe eben „nur ein Mal Erfolg,“ und dann nicht mehr; die „Nachhaltigkeit“ ist eben nicht nur materiell (geprägt). Weitere Themen in der Diskussion waren Altersstruktur der Unternehmen, Zeit- und Leiharbeit, Kinderkrippen (bei Fa.Hipp schon immer selbstverständlich) und die Verantwortung eines jeden von uns gegenüber der Schöpfung.