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Referat II/5 Technologie, Medien und Kultur, Jugend und Gesundheit
Prof. Dr. Siegfried Höfling
Tel.: 089 1258-246 | Fax: -469
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Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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Stiftungspost Ausgabe 03 / 12
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Der individuelle Patient

Chancen und Limitierungen Personalisierter Medizintechnik

Wolfgang Steinle, Thomas Schmitz-Rode, Michael Meyer, Kai Kück, Cord Schlötelburg, Franz Porzsolt und Manfred W. Elff

Auf dem 1. Münchner Medizintechnik Forum der Deutschen Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE (DGBMT) und der Hanns-Seidel-Stiftung am 30. Januar 2012 stand die sogenannte "personalisierte Diagnostik und Behandlung" im Mittelpunkt der Diskussion. Die medizinische Forschung und Anwendung steht vor einem Paradigmawechsel: Durch eine, auf die biologische Besonderheiten des Patienten zugeschnittene, Diagnostik und Behandlung soll es möglich werden, die Effektivität medizinischer Maßnahmen zu steigern und  die unerwünschten Nebenwirkungen drastisch zu verringern.  Gegenwärtig stehen „maßgeschneiderte“ Arzneimittel im Mittelpunkt, bei denen molekulargenetische Tests noch zeigen müssen, ob ein Patient voraussichtlich auf einen bestimmten Wirkstoff ansprechen wird.  Personalisierte Medizin und Medizintechnik betrifft aber  zunehmend größere Bereiche der Heilkunst: Alle Arten von Implantaten, künstlichen Gelenken, Herzschrittmacher, Herzklappen und Pharmaka, bis hin zu individuell angepassten Diagnosestrategien bei den bildgebenden Verfahren, der datengestützten und datenverarbeitenden IT-Steuerung eines ganzen Behandlungsverlaufs (z. .B. bei Schlaganfall), oder der personalisierten Anpassung von medizinischen Apparaturen. Ziel ist es, die beste Therapie mit der richtigen Dosierung für einen individuellen Patienten zur richtigen Zeit einzusetzen.

Computerisierung, Miniaturisierung und Molekularisierung bestimmen die Entwicklung der Medizin in den nächsten Jahrzehnten. Dabei ist der Forschungsbedarf zum Effektivitätsnachweis personalisierter Medizintechnik unter Alltagsbedingungen riesig. Zusätzlich sind Transferprobleme wissenschaftlicher Forschungserkenntnisse von den Universitäten zu den Firmen zu lösen, nationale Zulassungsprozedere transparenter zu gestalten und die globale Forschung effektiver zu verzahnen. Über all diesem steht erheblicher Finanzierungsbedarf. Personalisierte Medizintechnik wird in den nächsten 10 Jahren in Deutschland nicht flächendeckend umsetzbar sein. Als Optimierungsstrategie für Diagnostik und Therapie scheint personalisierte Medizin und Medizintechnik zwar unabdingbar, die erwünschte Effektivitätssteigerung muss sich jedoch nicht zwangsläufig kostendämpfend für das Gesundheitswesen auswirken. Experten plädieren daher für die Anwendung ökonomischer Prinzipien in der Gesundheitsforschung. Die Kosten und Konsequenzen (nicht nur die monetären) alternativer Behandlungsformen müssen miteinander verglichen werden, um den gesundheitlichen Mehrwert heraus zu finden. Zur ökonomischen Entscheidung für eine Behandlungsmaßnahme gehört auch das Auswählen therapeutischer Zwischenziele. Letztlich muss in allen diesen Erwägungen auch die Entscheidung des aufgeklärten Patienten mit einfließen.

Die Beiträge der Referenten finden Sie auf der Homepage der DGBMT.