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Referat III/8 Agrar-, Umwelt- und Energiepolitik, Verbraucherschutz
Wolfgang Schwirz
Tel.: 089 1258-238 | Fax: -338
E-Mail: schwirz@hss.de
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Erneuerbare Energien und ihre Möglichkeiten
Energieeinsparung, Einsatz von Biogas, Nutzung der Wasserkraft und Sonnenenergie sowie der Windkraft waren die Schwerpunkte bei einem Energieseminar, das vom 15. bis 17. April 2012 in Kloster Banz durchgeführt wurde. Den Höhepunkt bildete nach einer halbtägigen Einführung hierbei eine ganztägige Exkursion.
Viele Teilnehmer wunderten sich an einem ziemlich kühlen Morgen über ein gut temperiertes und 190 qm großes Haus ohne Heizung. Die Außenhautelemente weisen eine Stärke von etwa 53 cm auf, der Zwischenraum wurde mit hochdämmendem Isofloc ausgefüllt und die nach Süden ausgerichteten sind 3-fach-verglast, so dass über die Außenhautelemente kein nennenswerter Wärmeabfluss stattfindet. Mit einem kühlschrankgroße Wärmetauscher wird die über einen 30 m langen unter der Bodenplatte verlegten Kanal meist vorgewärmte (an heißen Sommertagen abgekühlt) Zuluft mit der warmen Abluft des Hauses weiter erwärmt. So werden 93 % zurückgewonnen. Die restlichen 7 % decken die Sonneneinstrahlung sowie die innen eingesetzte Energie (Strom, Küche, Bad usw.) und die Energie der Bewohner selbst, ca. 70 W je Person.
Die Firma Agrokraft Haßfurt betreibt seit einigen Monaten eine mit nachwachsenden Rohstoffen „gefütterte“ Biogasanlage. Mit dem Biogas wird am Standort selbst ein Blockheizkraftwerk betrieben, die dabei anfallende Wärme wird für die Beheizung der großen Fermenter benötigt. Beachtlich ist der Zeitraum für die Verwirklichung dieser Anlage - vom Aufstellungsbeschluss bis zur Inbetriebnahme der Anlage vergingen trotz Bürgerinitiative und Umplanung nicht einmal 11 Monate. Mit dem größeren Teil des erzeugten Treibstoffes Biogas werden mittels Gasleitung 4 weitere Satelliten-BHKW im Schul- und Freizeitzentrum betrieben, so dass diese Einrichtungen mit der dabei anfallenden Abwärme beheizt werden können. Durch dieses System der sog. Kraft-Wärmekopplung wird eine sehr hohe Energieeffizienz erreicht und so können größere Mengen an Erdgas eingespart werden.
Wasserkraftanlagen sind in Bayern mit etwa 16 % der zweitgrößte Stromerzeuger, noch dazu ohne schädliche Luftschadstoffe und ohne nennenswerten Flächenverbrauch. Während Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke für den wichtigen Bereich der Spitzenlast genutzt werden, dienen Laufwasserkraftwerke, wie z.B. die Anlage in Viereth, für die Sicherstellung der Grundlaststromerzeugung. Diese Staustufe wurde 1925 in Betrieb genommen und verfügt nach der Modernisierung im Jahre 1983 über eine Leistung von 6,2 MW. Insgesamt vier Turbinen erzeugen bei einer nutzbaren Fallhöhe von 4,95 m jährlich etwa 32 Mio. kWh CO2-freien Strom, was etwa dem Bedarf von 9.000 Haushalten entspricht.

- Photovoltaikanlage Bambados Bamberg
Die Stadtwerke Bamberg haben auf dem Dach des ersten zertifizierten Passivhaushallenbads in Europa eine Photovoltaikanlage mit einer Spitzenleistung von 216 kW untergebracht. Die knapp 500.000 Euro große Investition wird über ein von den Stadtwerken aufgelegtes und sehr gut nachgefragtes Darlehen von etwa 60 Bürgern finanziert. Zusammen mit einer Holzvergasungsanlage, in der mittels Hackschnitzel Strom und Wärme erzeugt wird, können somit ca. 60 % der für das Schwimmbad benötigten Energie umweltfreundlich erzeugt werden, d.h. der klimaschädliche Kohlendioxidausstoß reduziert sich hiermit um etwa 100 t. Mit einer Spezialkonstruktion gelang es bei der 5.800 qm großen Dachfläche statische und Dichtheitsprobleme – Montage ohne Verletzung der Dachhaut – zu lösen.
Zum Abschluss ging es zum Bürgerwindrad nach Sassendorf. Geschäftsführer Roland Ebitsch erläuterte, dass er im Jahre 1998 mit seinem Freund Wolfgang Kropp die Idee hatte, Strom mittels Windkraft zu erzeugen und erläuterte die vielfältigen Probleme bis zur Verwirklichung. Zunächst galt es den 1,7 Mio. DM Investitionskostenanteil für die 1,5 MW starke Anlage mit einer Nabenhöhe von 65 m und 66 m Rotordurchmesser aufzutreiben, um ein Bankdarlehen in gleicher Höhe ausbezahlt zu bekommen. Doch innerhalb von einem Monat fanden sich unter dem Eindruck eines möglichen Atomkraftwerks bei Viereth 200 Gesellschafter und 100 Darlehensgeber, die sich aus Überzeugung und weniger aus Hoffnung auf eine schnelle Rendite finanziell engagierten. Nach 8 Jahren ohne Auszahlungen waren die Darlehen getilgt und so freuen sich die Gesellschafter seit 2007 über eine stattliche jährliche Rendite in Höhe von 10 %.
Seminarleiter Andreas Brunner freute sich über die sehr gute Resonanz bei den Teilnehmern; sie konnten sich praxisnah über die künftigen Energieanlagen informieren und erfuhren dabei wichtige Aspekte zum Betrieb dieser Anlagen.

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