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Archiv für Christlich-Soziale Politik (ACSP), Bibliothek und Dokumentation
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Michael Horlacher - Ein Agrarfunktionär in der Weimarer Republik

Am 29. Februar 2012 wurde im Rahmen eines Podiumsgesprächs zum Thema Agrarlobbyismus in Vergangenheit und Gegenwart das Buch Michael Horlacher - Ein Agrarfunktionär in der Weimarer Republik vom Autor Johann Kirchinger vorgestellt, zu dem die Hanns-Seidel-Stiftung und die Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien als die Herausgeberin des Bandes eingeladen hatten.

Michael Horlacher
Michael Horlacher (Foto: Bayerisches Pressebild, München)

Dr. Michael Horlacher (1888–1957), bekannt als humorvoller bayerischer CSU-Politiker und erster Nachkriegspräsident des Bayerischen Landtages, war einer der maßgeblichen und tonangebenden Agrarpolitiker in der Weimarer Republik. Dem hauptamtlichen Agrarfunktionär gelang eine beachtliche Karriere als machtbewusster Politiker. Jedoch hatten die auch von ihm vertretenen protektionistischen agrarpolitischen Konzepte erhebliche Auswirkungen auf die Volkswirtschaft. Sie verschärften die Konflikte im landwirtschaftlichen Organisationswesen, sie störten und schwächten das Funktionieren des parlamentarischen Systems und sie trugen erheblich zur politischen Instabilität der Weimarer Republik bei.

Während des Dritten Reichs konnte Horlacher seinen Beruf nicht mehr ausüben. Er wurde 1933 beurlaubt, inhaftiert und eingeschüchtert. Er gab in der Folge alle seine Ämter auf, wurde in den Ruhestand versetzt und zog sich völlig aus dem öffentlichen Leben zurück. 1944 wurde er erneut verhaftet und mehrere Wochen im KZ Dachau eingesperrt.

Nach 1945 kehrte Horlacher in die Politik zurück. Er gehörte zu den Mitbegründern der CSU und spielte in der neuen Partei als Vertreter der landwirtschaftlichen Interessen eine führende Rolle. Er beteiligte sich mit seinem politisch-taktischen Verhalten spektakulär an den Flügelkämpfen der CSU. Damals entstand das Bild vom schlitzohrigen bayerischen Original, eine Verkürzung, zu der er nicht unwesentlich selbst beitrug. Sein verbands- und agrarpolitisches Wirken in der Weimarer Republik und damit die Wurzeln und die Motivation seines politischen Handelns wurden damit aber fast vollständig ausgeblendet.

Reinhold Bocklet, Moderatorin Claudia Friemberger, Dirk Götschmann, Johann Kirchinger

Dr. Johann Kirchinger stellte in einem einführenden Vortrag die wesentlichen Inhalte und Ergebnisse seiner Arbeit, die als Dissertation an der Universität Regensburg entstanden war, vor.

Das anschließende Podiumsgespräch beleuchtete an seiner Person die Rolle von Agrareliten, die Bedeutung und den Einfluss der landwirtschaftlichen Interessenvertretungen und ihres Führungspersonals auf Bürokratie und Politik. Dazu waren ausgewiesene Experten geladen. Unter der Leitung von Dr. Claudia Friemberger von der Ludwig-Maximilians-Universität München, die zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte Bayerns in der Weimarer Republik, zur Nachkriegsgeschichte und zur Parteiengeschichte vorgelegt hat, diskutierten der Vizepräsident des Bayerischen Landtags, frühere Staatsminister für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten und Experte für Agrarpolitik, Reinhold Bocklet, mit Prof. Dirk Götschmann von der Universität Würzburg, einem Experten für die Wirtschaftsgeschichte und die Parlamentsgeschichte in Bayern, und Dr. Johann Kichinger vielfältige gegenwärtige und vergangene Aspekte des Themas Agrarlobbyismus.