Publikationen

Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
Schutzgebühr: Keine
Download der Publikation
Diese Publikation bestellen

Stiftungspost Ausgabe 03 / 12
Schutzgebühr: Keine
Download der Publikation
Diese Publikation bestellen

Aktuelle Veranstaltungen

Dienstag, 22. Januar 2013

Krumbach

Profi mit Handy, Internet und Medienrecht

Dienstag, 22. Januar 2013

München

Eurokrise / Währungskrise

Dienstag, 22. Januar 2013

München, Konferenzzentrum

US Pivot towards Asia? Will Obama´s Second Term Bring New Developments?

Hanns-Seidel-Stiftung im Web 2.0

Meine HSS

Seite hinzufügen
löschen
 

Pesach und Ostern

Ostern ist das höchste Fest der Christenheit. Pesach gehört zu den wichtigsten Festen des Judentums. Beide Feste haben in der Bibel ihren gemeinsamen Ursprung. Ähnlich wie das christliche Ostern steht das Pesachfest für die Hoffnung auf Erlösung bzw. Errettung. Bei einem Seminar in Wildbad Kreuth wurde vom 30. März bis 1. April 2012 sowohl der Frage der gemeinsamen Wurzel nachgegangen als auch die Unterschiede der beiden Hochfeste durch die biblischen Texte untersucht.

Die beiden Feste werden in der biblischen Erzählung mit dem Auszug aus Ägypten verknüpft, um die Befreiung der Hebräer aus der Sklaverei und die Volksbildung „Israel“ darzustellen. In Gesetzesform ergehen die Anordnungen zum Vollzug der Rituale. Unter griechischem Einfluss wurde aus dem in der Eile des Aufbruchs einzunehmenden Essen ein Festmahl im Gedenken an das Wirken des Herrn und das Eingreifen Gottes zur Rettung des Volkes Israel.

Prof. Dr. Theo Seidl erklärte aus den Schriften die kalendarische wie inhaltliche Verbindung des Pesach mit Ostern der frühen Christen, da die letzten Lebenstage Jesu nach den Evangelien in zeitlichem Zusammenhang mit den Gebräuchen des Volkes Israel gestellt wurden. Daher wurde das Fest übernommen samt den heilsgeschichtlichen Ereignissen: Das Osterlamm wurde dabei als der siegreiche, auferstandene Christus symbolisiert.

Die Rabbinerin Dr. Antje Yael Deusel von der israelitischen Kultusgemeinde Bamberg stellte überzeugend in Wort und Bild die in der Gegenwart praktizierte - in der Haggada fixierte - Ordnung vor. Es sind die Texte, die vor und nach der Mahlzeit zu Beginn des Pesachfestes gelesen und gesungen werden, sowie alle Anweisungen, was man wie und warum symbolisch verzehrt. Die gebürtige Nürnbergerin Yael Deusel ist im November 2011 zur ersten deutschstämmigen Rabbinerin seit dem Holocaust in Deutschland ordiniert worden. Sie betet in der Bamberger Synagoge vor. Die Rabbinerin brachte den Seminarteilnehmern Verständnis für das Judentum nahe.

Bei beiden Referenten kam zum Ausdruck, das wörtlich genommene Verständnis von Wort und Ritual oft zu Missverständnissen und Auswüchsen geführt haben, die dem christlichen wie dem jüdischen Verständnis von „Befreiung“ widersprechen.

Gemeinsamkeiten, die dabei keineswegs völlig verloren gingen, sind für den heutigen Betrachter nicht mehr auf den ersten Blick erkennbar. Zum Zeitpunkt, da das christliche Paschafest im Entstehen begriffen war, hatte das biblische Pesachfest bereits eine lange Entwicklung hinter sich.