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Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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Stiftungspost Ausgabe 03 / 12
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Symbole in Religion und Kunst

Heute ist ein großer Teil der abendländischen - besonders der mittelalterlichen - Kunst nur verständlich bei Kenntnis der Bibel  und des religiösen Lebens der Vergangenheit. Ein Seminar vermittelte vom 3. bis 5. Februar 2012 in Kloster Banz Grundbegriffe und zeigte Beispiele von Symbolen in Religion und Kunst.

Manfred Heim

Prof. Dr. Manfred Heim, Inhaber des Lehrstuhls für Kirchengeschichte an der LMU München, sprach über die Grundzüge christlicher Ikonographie und Symbolik sowie das Sprechen in Bildern, Metaphern und Symbolen. Er erläuterte, wie sich in den letzten Jahrhunderten das allgemeine Leben vom religiösen Leben getrennt hat. Dadurch sind uns heute vielfach die Grundlagen für das Verstehen, das Dechiffrieren der religiösen Symbole, Bilder und Allegorien verlorengegangen. Auf diese Weise haben wir vieles an Wissen, das früher Allgemeingut und Bestandteil des täglichen Lebens war, verloren. Wie die Personen im Alten Testament, so sprach Jesus in Bildern und Gleichnissen. Aus dem Wortsinn müssen wir den Bedeutungssinn ableiten.

Auch das Mittelalter sprach in Bildern und Symbolen, zumal viele nicht lesen konnten. Wir, die „bis auf die Knochen säkularisiert sind“, verstehen diese Sprache kaum,  die Bilder und ihre Symbolik erreichen uns nicht mehr.

Werner Dressendörfer

Prof. Dr. Werner Dressendörfer, Apotheker und Bibliothekar aus Bamberg, sprach über Pflanzen und Tiere als Bedeutungsträger in Gesellschaft, Brauchtum und christlicher Kunst. Er nannte die Natur „die zweite Offenbarung Gottes“. Ohne die Pflanzen, die „Mitgeschöpfe“, wäre unser Leben nicht möglich. Die Nahrungs- und Nutzpflanzen, die Zier- und Heilpflanzen, Giftpflanzen, Rauschmittel und Zauberpflanzen haben ihre Symbolik in Farbe, Form und anderen Erkennungszeichen, deren Deutung kulturgebunden ist. Und von dieser Symbolik wissen wir heute kaum noch.

Die Kornblume als „Preußens blaue Blume“, die rote Nelke der Arbeiterbewegung, die „deutsche Eiche“, die Linde als Tanzplatz oder Gerichtsstelle, die Bedeutung der Lilie in der französischen Geschichte, der Rose in England, die geheimnisvolle Alraune mit ihrer Wurzel  in Menschengestalt und viele andere Pflanzen haben Eingang in die Geschichte und Kultur gefunden, wobei uns die Gründe dafür kaum noch geläufig sind. Pflanzen waren Symbole in der Bibel, in den Apokryphen, in der antiken und mittelalterlichen Dichtung und Malerei. Es betraf ihre Farben, den Aufbau ihrer Blüten, den Standort oder ihre Wirkung. Was bedeuten die verschiedenen Lilien, die Akelei, die Rosen, die einfache Wegwarte oder sogar die Erbse und Gurke, der Papagei und der Distelfink auf den Bildern des Mittelalters? Was bedeutet das kaum erkennbare Kruzifix an versteckter Stelle auf dem Bild von Maria mit dem Jesuskind? Eine religiöse Kunst, die uns fasziniert, wenn wir sie zu deuten lernen.