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Referat III/5 Recht, Geschichte und Kultur
Dr. Birgit Strobl
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Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen 82: Homo Oecologicus, Menschenbilder im 21. Jahrhundert
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Stiftungspost Ausgabe 03 / 12
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Traditionen im Mai

Vom 29. April bis 1. Mai 2012 beschäftigte sich in Kloster Banz ein Seminar mit Traditionen im Mai. Der Maibaum kommt hier vielen zuerst in den Sinn, gilt er doch heute geradezu als Wahrzeichen bayerischer Kulturlandschaft.

Die hl. Walburga mit den hll. Jakobus und Philippus in der Pfarrkirche St. Walburga in Weißensee bei Füssen im Allgäu
Fronleichnamsprozession in Kallmünz
Im Landkreis Günzburg findet man eine große Auswahl unterschiedlicher Maibaumstämme: Hier zum Beispiel naturbelassene Birke …
… oder hier mit Schnitzerei verziert.

Der Maibaum hat in Bayern eine besonders symbolträchtige und gemeinschaftsstiftende Bedeutung. Der Legende nach geht er auf ein Ereignis im Leben der hl. Walburga zurück, in dem sie die Muttergottes anrief und ihren Wanderstab in den Boden stieß. Dieser fing daraufhin zu grünen an, was Anlass zum Aufstellen des ersten Maibaumes gewesen sein soll. Dieser Erklärung christlichen Ursprungs stehen germanische Mythen gegenüber, die im Baumwipfel - den viele Maibäume auch heute noch vorweisen - die Wohnstätte guter Geister vermuten. Auch ein keltischer Stangenkult und ein Symbol für Fruchtbarkeit werden als Entstehungsgründe genannt. Der Maibaum in der heutigen Form als Figurenmaibaum stammt jedenfalls erst aus dem 18. Jahrhundert, als mit der Bildung politischer Gemeinden auch ein neues Selbstbewusstsein erwachte.

Auch viele Kirchenfeste findet man im Mai. Schließlich können nicht nur Christi Himmelfahrt und Pfingsten, sondern auch Fronleichnam in den Mai fallen. Dieses jüngste Hochfest der katholischen Kirche wird immer am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest begangen, am 60. Tag nach Ostersonntag. Der Donnerstag als Feiertagstermin geht auf Gründonnerstag zurück, dem Tag, an dem Jesus Christus selbst mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl feierte. Wegen des stillen Charakters der Karwoche verbot sich eine prunkvolle Festlichkeit in dieser Zeit jedoch, weshalb das der Eucharistie gewidmete Fronleichnamsfest bei seiner Einführung auf den Donnerstag der zweiten Woche nach Pfingsten gelegt wurde.

Für Kundgebungen und Demonstrationen ist der Mai ebenfalls bekannt. Dies mag daran liegen, dass der 1. Mai mit seinem Ursprung in Amerika einen Wechseltag darstellte. Dort war er wie Maria Lichtmess ein Stichtag für den Abschluss oder die Aufhebung von Verträgen, die oftmals einen Arbeitsplatz- und Wohnungswechsel nach sich zogen.

Auch der Wechsel und der Übergang der Jahreszeiten in eine wärmere Phase wirken sich hier sicherlich beeinflussend aus. Schließlich will man nicht bei schlechtem Wetter stundenlang im Freien verbringen.

Etwas Bemerkenswertes haben Maikundgebungen und Maibaum jenseits der Monatsgleiche noch gemeinsam: Die ersten Kundgebungen zum 1. Mai fanden nach dem Zweiten Weltkrieg in Berlin am Reichstag mit einem großen, mit roten Bändern geschmückten Maibaum statt.