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Unbemannte Weltmacht

Washington hat bisher auf die kostspielige Strategie massiver Militärpräsenz gesetzt, um seine Energieressourcen und Handelswege zu sichern. Diese Strategie lässt sich wegen der schlechten sozio-ökonomischen Verfassung Amerikas und wegen des schwindenden innen­politischen Rückhalts im eigenen Land nicht länger aufrechterhalten. Unter dem Titel Unbemannte Weltmacht sprach Dr. Josef Braml von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) am 23. April 2012 im Rahmen einer Kooperationsveranstaltung des München Forums der DGAP und der Akademie für Politik und Zeitgeschehen daher über die notwendige geopolitische Neuorientierung Amerikas mit intelligenten Instrumenten und Waffen.

Gerhard Hirscher (HSS), Josef Braml (DGAP), Benno Schwarz (DGAP)
„Amerika hat nach wie vor den Anspruch, die Welt nach den eigenen Interessen zu ordnen“, so Benno Braml
Blick in den Saal

Amerika hat nach wie vor den Anspruch, die Welt nach den eigenen Interessen zu ordnen“, so Braml zu Beginn seines Vortrags. Allerdings wirkten sich die wirtschaftlichen, sozialen und energetischen Probleme des Landes auf seine Außenpolitik aus. Die USA seien von einer Wirtschaft abhängig, die zu zwei Dritteln vom Konsum der Bevölkerung angetrieben werde, betonte Braml. Es werde allerdings notwendig sein, dass das Land sowohl auf privater als auch auf staatlicher Ebene spart, um nicht von der Schuldenlast erdrückt zu werden.

Dieser Sparzwang macht auch vor dem Verteidigungsetat keinen Halt: Die USA haben angekündigt, ihre Militärausgaben in den kommenden zehn Jahren um fast eine halbe Billion Dollar zu senken. Hierfür wird es auch notwendig sein, dass die Weltmacht ihren „militärischen Fußabdruck“ verkleinert: „Wir sehen es bereits im Irak und wir werden es auch in Afghanistan sehen“, so Braml.

Die USA werden verstärkt auf eine Lastenverteilung unter den internationalen Partnern setzen, um die innen­politischen und finanziellen Kosten von Auslandseinsätzen zu verringern. Allen voran werden die Verbündeten der NATO in das „burden sharing“ einbezogen werden. „Doch nicht nur der Westen, sondern auch Asien wird mit ins Boot geholt werden.“ Im November 2011 publizierte US-Außenministerin Hillary Clinton einen wegweisenden Artikel mit dem Titel  „America's Pacific Century“. Auch stellte Braml heraus: „Wenn wir Europäer uns nicht bemühen, dann werden alle Argumente gegen eine globalisierte NATO obsolet.“

Der Amerika-Experte warf abschließend einen Blick in die Zukunft: Die USA werden zukünftig darauf setzen, geostrategisch wichtige Gebiete und kritische Regionen mit intelligenten Waffen wie Drohnen-Flotten mitsamt den dafür weltweit nötigen Basen, zu kontrollieren. „Seit den Enthüllungen von WikiLeaks wissen wir, dass die USA in Djibouti eine Drohnenbasis betreiben, über die der Nahe Osten und Afrika angeflogen werden kann.“ Auch werden die Air Force und ihre Flugzeugträger sowie „special operations“ verstärkt an Bedeutung gewinnen. Des Weiteren ist abzusehen, dass sich die militärischen und geheimdienstlichen Bereiche weiter vermengen werden.

In der anschließenden Diskussion wurde unter anderem danach gefragt, wem die Interventionspolitik der USA nütze. „Die USA brauchen die offenen Handelswege. Die USA brauchen die Ressourcen“, betonte Braml noch einmal. Geopolitik wird in den USA aus einer anderen Perspektive betrachtet wie in Europa. Um eine Überdehnung zu vermeiden, wird die Weltmacht jedoch zukünftig nur noch intervenieren, wenn ihre vitalen Interessen betroffen sind. Das Motto „Superpowers don’t do windows“ steht dabei zunehmend im Fokus.