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Referat II/3 Wirtschaft und Finanzen
Dr. Claudia Schlembach
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Werte in einer globalisierten Welt
„Mehr-Wert schaffen“, das ist der Fokus, den die vbw Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft und die Hanns-Seidel-Stiftung in dieser mittlerweile schon traditionellen Kooperation kritisch und umfassend beleuchten wollen. Bei dieser dritten Veranstaltung standen die „Werte in einer globalisierten Welt“ auf dem Programm.
Dabei zeigte sich, dass unterschiedliche Perspektiven auf das Zusammenwirken von Werten in Wirtschaft und Gesellschaft kein originäres Thema der Globalisierung darstellt. Lassen Sie uns mit dem Begriff „Werte“ sorgsam umgehen, appellierte Hans Zehetmair an die Zuschauer im voll besetzten Europa-Saal der vbw. Werte sind zu kostbar, um als Imageschild missbraucht zu werden. Das gelte für eine globalisierte Welt mehr denn je.
Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw, knüpfte die Wertedebatte an den Nutzen. „Wir brauchen die Globalisierung, weil sie uns allen nutzt“. Seine ökonomische Sicht impliziert, dass verbesserte Wirtschaftsstandards zur Verbesserung der sozialen Bedingungen führt. Dabei, so Brossardt, schließt Effizienz und Produktivität wertorientiertes Verhalten nicht aus. „Gesellschaftliche Verantwortung ist nichts Neues für deutsche Unternehmen“.
Mit der sog. „Zwei-Welten-These“, wonach entweder Wirtschaft oder Ethik gehe, wollte Prof. Wallacher, Präsident der Hochschule für Philosophie, ganz explizit aufräumen. Um die moralische Qualität des Marktes zu sichern, braucht es Leitplanken. „Regulierung ist marktkonsistent“, weil Markt Bedingungen brauche und weil es auch Marktversagen gibt. In der globalisierten Welt gehe es um die gesunde Balance zwischen Kooperation und Konkurrenz und es ist ein aktiver Prozess, der Gestaltungsvorgaben brauche.
Manfred E. Neubert hatte als, Vorsitzender der Geschäftsführung SKF GmbH, sehr plastische Beispiele parat, wie Unternehmen Werte sichern und trotzdem wirtschaftliche erfolgreich agieren können. Verantwortung war sein Kernpunkt und den verortet die SKF GmbH auf vier Pfeilern: Nachhaltigkeit, gesellschaftliches Engagement, Umwelt und Mitarbeiter. Aber, so Neubert, Verantwortung lässt sich nicht staatlich verordnen, sie muss in den Unternehmen gelebt werden.
Otto Wiesheu, Präsident des Wirtschaftsbeirats der Union, hob hervor, dass es zwar eine Selbstheilungskraft der Märkte gebe, aber keine Selbstregulierungskraft. Um die soziale Marktwirtschaft, mit all den Werten – Freiheit, Offenheit, Verantwortung -, die die Urväter im Sinn hatten, zu bewahren, brauche es Regeln. Die hat der Staat zu setzen, aber so, dass wirtschaften flexibel möglich ist. In diesem Sinne, so Wiesheu sei der Staat „Schiedsrichter und kann daher nicht selbst Spieler sein“.
Auch die anschließende Diskussion, geleitet von Prof. Bönte, zeigte, dass die Motivation, Werte in unserer globalen Welt zu bewahren, bei allen Beteiligten hoch ist. Umstritten ist nur der Weg dorthin. Das immerhin war ein beruhigendes Ergebnis.

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