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Referat III/2 Wirtschaft, Finanzen, Arbeit und Soziales
Jutta Röhrlein
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Wirtschaftsband A9 Fränkische Schweiz
Das interkommunale Projekt zur Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) Wirtschaftsband A9 Fränkische Schweiz bildete den Schwerpunkt zweier Seminare zur Entwicklung zentraler Räume in Oberfranken, die vom 26. bis 28. März 2012 und vom 1. bis 3. Juli 2012 in Kloster Banz statt fanden.
Oberfranken besitzt eine bunte Vielfalt an Kulturlandschaften, die gleichzeitig einen wichtigen Wirtschaftsfaktor darstellen. Die Region steht heute vor großen Herausforderungen: Der demographische Wandel führt mittel- und langfristig zu einer Überalterung der Bevölkerung, gleichzeitig nimmt der Flächenverbrauch weiterhin zu, aber auch der Trend zur Urbanisierung. Dr. Thomas Büttner gewährte einen Einblick in die Geschichte der Fränkischen Schweiz. Diese Juralandschaft bäuerlicher Prägung, einst als „Muggendorfer Gebirg“ bezeichnet, entwickelte sich seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert zu einem beliebten Ausflugsziel des erwachenden Bürgertums. Das Land der Höhlen, Burgen und Mühlen zog fortan viele Menschen in seinen Bann. Im Rahmen der Exkursion erläuterten der Sprecher der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft des Wirtschaftsbandes A9 Fränkische Schweiz, der Pegnitzer Bürgermeister Manfred Thümmler und der Umsetzungsmanager Dipl.-Geograph Michael Breitenfelder, die Zielsetzungen und Umsetzungsprojekte der 2008 gegründeten kommunalen Arbeitsgemeinschaft.: Positionierung innerhalb der europäischen Metropolregion Nürnberg, Stabilisierung des Arbeitsmarktes Belebung der Ortskerne. Das 626 km² große Gebiet des Wirtschaftsbandes umfasst den ehem. Landkreis Pegnitz, zzgl. Haag und Gesees im Norden sowie Gräfenberg, Igensdorf und Weißenohe im Süden. 18 Städte und Gemeinde der Landkreise Forchheim und Bayreuth mit 56.000 Einwohnern gehören dieser Allianz an.
Das Konzept des Gewerbeflächenpools sieht neben einer gemeinsamen Vermarktung der Gewerbeflächen auch die Verteilung der entstehenden Kosten und Erlöse auf die einzelnen Poolgemeinden vor. Das hervorragende Miteinander aller Beteiligten sowie die Unterstützung durch das Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken tragen so zum Erfolg des Wirtschaftsbandes A9 bei, das 2010 mit dem Bayerischen Staatspreis Land- und Dorfentwicklung ausgezeichnet wurde. Die flexible Gestaltbarkeit der ILE-Projektform eröffnet viele Entwicklungsmöglichkeiten. Das Projekt „Wirtschafts- und Juniorenakademie Pegnitz“ der KSB AG wurde am Nachmittag vorgestellt. Die KSB AG ist ein in der Region ansässiger (1200 Mitarbeiter) und weltweit agierender Anbieter (16000 Mitarbeiter) von Pumpen, Armaturen und zugehörigen Systemen Das Unternehmen hat sich die Nachwuchsförderung als Strategie gegen den demographischen Wandel auf die Fahnen geschrieben. Franz Eller, der Leiter Berufsausbildung Deutschland der KSB AG, und Corinna Förster, Projektmanagerin der Wirtschafts- und Juniorinnenakademie, erläuterten die Herangehensweisen des Mottos „Nachwuchs selbst schaffen“. Zentrale Bedeutung hat auch der Wertedialog. Ganz oben stehen Vertrauen, Redlichkeit und Verantwortung. Kombiniert mit Sozial-, Methoden- und Fachkompetenz bilden sie das Fundament für ein erfolgreiches Berufsleben.
Eine weitere Station bildete ein Besuch der Absatz- und Verwertungsgenossenschaft für Obst und Gartenbauerzeugnisse Igensdorf und Umgebung e.G.. Wolfgang Rast, Bürgermeister des Marktes Igensdorf, und Herbert Hubmann (Geschäftsführer der Genossenschaft ) lenkten das Augenmerk auf die Fränkische Schweiz als Deutschlands größtes zusammenhängendes Kirschanbaugebiet . 99% der hier ansässigen Obstbaubetriebe werden im Nebenerwerb geführt. Die Genossenschaft verfolgt das Ziel, die regionale Vermarktung aufgrund der steigenden Nachfrage weiter auszubauen. Ein wichtiger Baustein hierfür ist die neu errichtete Obstsortieranlage. Mit Blick auf den demographischen Wandel sinnierte Bürgermeister Rast, dass er nicht mehr der Bürgermeister ist, der etwas baut, sondern der „Unterhaltungsbürgermeister“ ist. Aufgabe der Zukunft ist eine maßvolle Innenentwicklung, der Erhalt und die Schaffung notwendiger Infrastruktur.
Der Leiter des in Bamberg ansässigen Amtes für Ländliche Entwicklung Oberfranken, Dipl.-Ing. Anton Hepple, richtete den Blick auf die Zukunft des ländlichen Raumes. Die anstehenden Herausforderungen sind sehr unterschiedlich gelagert. Die „Energiewende“ eröffnet für den ländlichen Raum neue Entwicklungsoptionen. Mit der Integrierten Ländlichen Entwicklung, der Flurneuordnung und der Dorferneuerung sind Werkzeuge gegeben, die es Behörden und Menschen aus der Region erlauben, kreativ die Zukunft zu gestalten. Mut, Phantasie und Eigeninitiative sind mehr denn je gefragt, um den demographischen Wandel als Chance zu begreifen. Zugleich bedarf es eine auf die jeweilige Region fokussierte Diskussion über die Definition von Lebensqualität, die letztlich zu einer Abkehr von einer rein (ökonomischen) Wachstumsorientierung führen wird. Zentrales Anliegen muss sein, die Jugend in diesen Prozess einzubinden. Bildung und Nachwuchsförderung als Strategie gegen den demographischen Wandel sind hier ganz entscheidend.

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