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Referat II/6 Umwelt, Klima, Ländlicher Raum, Ernährung und Verbraucherschutz
Silke Franke
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Zukunft der Dörfer – Dörfer der Zukunft
Welche Faktoren spielen für die "zukunftsfähige" Weiterentwicklung der Dörfer eine Rolle? Dieser Frage widmeten sich Vertreter aus den Reihen der Wissenschaft, Ministerien, Verbände und Dörfer im Rahmen eines Experten-Workshops am 29. November in Berlin. Sie folgten damit der Einladung der Akademie für Politik und Zeitgeschehen der Hanns-Seidel-Stiftung.
Dabei ging es nicht nur um die Weiterentwicklung und die Anpassung von Infrastrukturen, sondern auch um die Identifizierung der ortsspezifischen Stärken, die für die Gestaltung von Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit eine Rolle spielen. Die Experten diskutierten in dem Workshop insbesondere die Anreize, die Wettbewerbe hierbei liefern können, klammerten aber auch nicht die Herausforderungen aus, mit denen sich Wettbewersteilnehmer und Juroren gleichermaßen konfrontiert sehen. Dörfer, die durch den strukturellen Wandel an Einwohnern verloren haben und in eine gewisse Passivität gerieten, würden angespornt, ihr Schicksal stärker selbst in die Hand zu nehmen, so die Erfahrungen mehrer Teilnehmer: "Würde es etwa den Wettbewerb 'Unser Dorf hat Zukunft' [link www.dorfwettbewerb.bund.de] nicht geben, müsste man ihn glatt erfinden". Durch die aktive Auseinandersetzung mit der eigenen Situation, den Austausch mit anderen Dörfern und einer gewissen Aufmerksamkeit in den lokalen Medien habe man das Bewusstsein für die eigenen Qualitäten stärken können und Selbstbewusstsein und Mut geschöpft.
Angesichts des demographischen Wandels spielt die Aufrechterhaltung der Dorfgemeinschaft eine wichtigere Rolle denn je. Auch Dr. Ulrich Neubauer vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bestätigt: "Wir wollen Dörfer lebendig halten". Die im Rahmen der Wettbewerbsverfahren dargestellten Dörfer sind hervorragende Beispiele für gelungene Initiativen. Doch breites bürgerschaftliches Engagement ist auch im ländlichen Raum nicht mehr selbstverständlich, warnte Roswitha Rüschendorf (Dezernentin für Dorferneuerung, Regionalentwicklung, ländlicher Tourismus beim Regierungspräsidium Kassel). Für gemeinsame Entwicklungsprozesse muss zunächst eine „kritische Masse“ gefunden werden, die bereit ist, sich aktiv einzubringen. „Kommunalpolitik muss heute viel mehr erklären als früher“, konstatierte Prof. Christoph Hebel von der FH Achen. In diesem Sinne geht es nicht nur um die Entwicklungsfähigkeit der Orte, sondern auch um Demokratiekompetenz.
Oft ist daher weniger das „Was“ interessant, also was an Projekten umgesetzt wird, sondern vor allem das „Wie“, also die Art, wie es Dörfern gelingt, ihr Schicksal in die Hand nehmen und Positives bewegen, verriet ein Teilnehmer aus seinen Erfahrungen als Jurymitglied.
Im Laufe des Workshops wurden weitere interessante Erfahrungen und Impulse eingebracht. Die Teilnehmer freuten sich über die Initiative zur Veranstaltung und die verschiedenen Perspektiven, die an diesem Tag zusammengeführt wurden.

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