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Expertengespräch zu Beginn der UN-Klimakonferenz auf Bali

Prof. Dr. Emil Salim

Im Rahmen der 13. UN-Klimakonferenz (UNFCCC), die vom 3. bis zum 14. Dezember 2007 auf Bali stattfand, hat die Hanns Seidel-Stiftung als Gründungsmitglied des Asiatisch-Europäischen Umweltforums (ENVforum) am Abend des 8. Dezember 2007 eine Diskussion mit asiatischen und europäischen Mitgliedern des Forums und anderen internationalen Umweltexperten veranstaltet. Prominenteste Teilnehmer waren Prof. Dr. Emil Salim, ehemaliger indonesischer Umweltminister und Leiter der indonesischen UNFCCC-Delegation, und Dr. Karsten Sach, Unterabteilungsleiter für Internationale Zusammenarbeit im Bundesumweltministerium. Die Moderation wurde von Christian Hegemer, Auslandsmitarbeiter der Hanns-Seidel-Stiftung in Jakarta, übernommen.

In dieser informellen Diskussion äußerte Salim, dass seiner Meinung nach eine intensivere technologische Kooperation zwischen Asien und Europa notwendig sei, um den Klimawandel wirkungsvoll bekämpfen zu können. Technologietransfer sei ein oftmals strittiges Thema, aber er hoffe in diesem Zusammenhang auf einen konstruktiven Dialog im Rahmen der Asia-Europe Meetings (ASEM). Salim betonte, dass in Asien ein breiter Konsens darüber herrsche, dass künftiges Wirtschaftswachstum auf einer nachhaltigen, umweltverträglichen Basis erfolgen müsse. Allerdings sei eine Stärkung der Kapazität und Technologie zur Vermeidung von Katastrophen notwendig.

Neben der Kooperation mit Europa zur Förderung nachhaltiger Alternativen forderte Salim die asiatischen Staaten und die relevanten multilateralen Akteure in Asien (das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und die Asian Development Bank (ADB) dazu auf, kontinuierliche Aktionen und eine Koordinierung durch eine Asiatische Klimawandel-Konferenz zu unterstützen, die Themen wie Lebensmittelsicherheit und Technologietransfer auf regionaler Ebene, angehen könnte. Er betonte auch die Notwendigkeit technologischer Lösungen für Strategien, sich dem Klimawandel anzupassen, beispielsweise die Forschung zu neuen Sorten von Nutzpflanzen, die dem sich verändernden Klima besser standhalten könnten. Salim schlug die Einberufung einer Konferenz zur Diskussion entsprechender Maßnahmen noch vor dem vom 7. bis zum 9. Juli 2008 in Hokkaido Tayako (Japan) stattfindenden G8-Gipfel vor.

Dr. Sach stellte den aktuellen Beschluss der Bundesregierung zu einer umfassenden Verringerung des Klimawandels vor, der eine Verdreifachung des Budgets zur Bekämpfung des Klimawandels sowie die Versteigerung eines Zehntels des zulässigen CO2-Emissionswerts (was dem Wert eines Emissions-Reduktions-Zertifikats entspricht) vorsieht. Mit letzterer sollten die Einkünfte der Regierung erhöht werden, die dann teilweise in die Milderung des Klimawandels in Entwicklungsländern investiert werden könnten.

Die Finanzierung der technologischen Kooperation und die Einbeziehung oder sogar Führerschaft des privaten Sektors wurden ebenfalls als entscheidende Angelegenheiten betrachtet. Strategien für technologische Lösungen könnten stärker gefördert werden, beispielsweise der Aufkauf intellektueller Eigentumsrechte durch die Regierung, um diese der Allgemeinheit zugänglich zu machen.

Prof. Dr. Jiahua Pan, Direktor des Regionalen Zentrums für Nachhaltige Entwicklung an der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften (CASS), brachte die Idee einer gemeinsamen Forschung und Entwicklung sowie gemeinsamer intellektueller Eigentumsrechte anstelle des Technologietransfers als Kern der technologischen Kooperation vor. Erneuerbare Energien und Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel wurden als dringlichste Felder für eine verbesserte Koordination, Netzwerkbildung und Partnerschaft betrachtet.

Surendra Shrestha, UNEP-Direktor für die Asiatisch-Pazifische Region, und Nessim Ahmad, Direktor für Fragen der Umwelt und der Sozialen Absicherung in der Abteilung der ADB für Regionale und Nachhaltige Entwicklung, versprachen ihre Unterstützung für vorgeschlagene Maßnahmen in Asien. Das ENVforum könnte diese Initiativen auch als Teil seiner neuen Track II-Serie mit Foren zu Umweltabkommen und anderen relevanten Themen unterstützen, die zusätzlich zu den Treffen zwischen den Regierungen abgehalten werden sollen.

Um auf die Aktivitäten des ENVforums aufmerksam zu machen, wurden Bücher und Broschüren durch das IGES, UNEP, die ADB, an ClimateJustice-Indonesia-Ständen sowie auf Nebenveranstaltungen verteilt. Weitere Informationen über das ENVforum sind auch im Internet unter env.asef.org abrufbar.

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