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Hanns-Seidel-Stiftung im Web 2.0

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Argumentation kompakt vom 28. Juli 2016: Die Zukunft Schengens - Grenzenloser Handel, grenzenloses Reisen, grenzenloses Europa?
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Argumente und Materialien der Entwicklungszusammenarbeit 18
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Frauen- und Familienförderung als Aufgabe der internationalen Arbeit (Teil 2)

Hans Zehetmair und Rainer Gepperth im Trainingszentrum Najafgarh

Die Förderung von Frauen ist eins der acht wichtigen Millenniumsentwicklungsziele zur Halbierung der weltweiten Armut. Die Hanns-Seidel-Stiftung engagiert sich seit Jahren weltweit mit verschiedensten Projekten zur Frauen- und Familienförderung. In loser Folge wollen wir beispielhaft unsere Arbeit und Hintergründe zu diesem Querschnittsthema der Entwicklungszusammenarbeit vorstellen. Im zweiten Teil unserer kleinen Serie werfen wir einen Blick auf die Situation junger Unternehmensgründerinnen in Indien.

Frauen sind in der patriarchalisch geprägten indischen Gesellschaft trotz einer formellen rechtlichen Gleichstellung von Mann und Frau immer noch stark benachteiligt. Daher ist die Förderung von Frauen ein wichtiges Querschnittsthema in unserer Projektarbeit in Indien. Spezifische Maßnahmen sollen dazu beitragen, die vielerorts noch vorhandenen Ungleichbehandlungen von Mann und Frau zu lindern.

Ein Projektpartner der Hanns-Seidel-Stiftung ist die "Federation of Indian Chambers of Commerce and Industry, Ladies Organization" – kurz FLO. Diese indische Frauenorganisation ist eine Unterorganisation einer der einflussreichsten Industrie- und Handelskammern des Landes. Zusammen mit der FLO bieten wir in ganz Indien wirtschafts- und gesellschaftspolitische Fortbildungsseminare an. Unsere Zielgruppen sind Frauen, die entweder schon Unternehmerinnen sind oder aber beabsichtigen, sich selbständig zu machen. In Vorträgen, Diskussionsrunden und Workshops werden verschiedene Themen rund um die Unternehmensförderung behandelt.

FLO-Konferenz mit Peter Witterauf (2.v.r.), Reinhold Babel (m.), Volker Bauer (r.)

Die Veranstaltungen finden - um den unterschiedlichen Voraussetzungen und Belangen der Teilnehmerinnen gerecht werden zu können -  auf drei Ebenen statt: dem "Grass Root Level", dem "Middle Level" und dem sogenannten "Senior Level", wobei die Stiftung ganz klar ihren Schwerpunkt bei den beiden erstgenannten setzt.

Beim "Grass Root Level" wollen wir Frauen aus dem Kunstgewerbe ansprechen. Vor allem abseits großer Ballungsgebiete, also in kleineren Städten und Ortschaften, führen wir diese Programme durch. Unser Ziel ist hierbei, bei jungen Frauen ein Gefühl der Eigenverantwortlichkeit zu schaffen, ihre Eigeninitiative zu wecken und ihren Selbsthilfewillen zu stärken.

Mit dem "Middle Level" wollen wir hingegen Frauen ansprechen, die ein eigenes Unternehmen gründen wollen. Ihnen werden die nötigen Kenntnisse vermittelt, wie man beispielsweise einen Business-Plan erstellt, was man für einen Bankkredit tun muss, wie Marketingstrategien aussehen können oder wie Personalmanagement funktioniert.

Die landesweit größte Nachfrage hatten wir im letzten Jahr bei Workshops zur Exportförderung von Schmuck und Textilien sowie bei Seminaren zur Persönlichkeitsentwicklung und Entwicklung effektiver Kommunikationsstrategien.

YWCA Kurs für junge Näher- und Schneiderinnen

Mit einem anderen Projektpartner, der Young Woman Christian Association (YWCA) in Delhi, führt die Stiftung ebenfalls Managementtrainingsprogramme und Programme der Berufsbildung für Frauen durch. Der YWCA Delhi gehört zu einem Netzwerk von über einhundert autonom arbeitenden YWCA-Einrichtungen im Land.  

In der indischen Hauptstadt verfügt der institutionell gut aufgestellte Verein über ein großes Gelände in zentraler Lage, ein Wohnheim für berufstätige Frauen sowie ein Gästehaus. Darüber hinaus wurde am 10. Februar 2006 ein Ausbildungszentrum der YWCA in Najafgarh in der Nähe von New Delhi eröffnet. Es nimmt einen wichtigen Platz unter den Ausbildungsstätten von YWCA im ländlichen Raum ein. Zielgruppe der Workshops "Beauty Culture" und "Cutting and Tailoring" sind vorwiegend Analphabetinnen, Semi-Analphabetinnen und Jugendliche. Ziel ist die Überwindung der Armut durch Bildung und Ausbildung der Mädchen und Frauen durch Kompetenzbildung. Wir wollen erreichen, dass die Teilnehmerinnen sich eine dauerhafte Existenzgrundlage schaffen und sich so in die Gesellschaft eingliedern können.

Kurs "Communication Skills and Personality Development" in der nordindischen Stadt Udaipur

An den fortlaufenden Programmen und Bildungsveranstaltungen werden jährlich in 20 bis 30 Langzeitprogrammen zwischen 1.500 und 2.000 Frauen und Mädchen erreicht. Die Programme werden zusammen mit unserem Partner geplant und durchgeführt. Die Kurse sind sehr erfolgreich und erfreuen sich, wie auch die Kurse bei FLO, einer großen Nachfrage. YWCA entwickelt gerade ein Konzept, die Kurse an weiteren Orten mit der HSS und nach der Projektübergabe alleine durchzuführen.

Unsere Programme unterliegen einem ständigen Monitoring und einem Evaluierungsverfahren. Anhand eines von uns und unseren Partnern erstellten "LogFrame", einer Art Planungsinstrument, sind wir in der Lage von Beginn an Ziele, Wirkungsketten und Kosten klar zu definieren und mit Monitoringbögen zu begleiten.