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Neuer Atheismus – Eine Bedrohung für die westliche Zivilisation?

Dr. Ingo Friedrich

Der Markt der Weltdeutungsangebote ist groß wie nie zuvor und Werterelativismus oder Skeptizismus sind auf dem Vormarsch. Werke von Richard Dawkins, Daniel Dennett, Michel Onfray oder Christopher Hitchens haben sich bereits tausendfach verkauft. Sind christliche Werte in Gesellschaft und Politik heute noch relevant und bedeutsam? Und wie kann die Wertorientierung wieder stärker in die öffentliche und besonders auch politische Debatte eingebracht werden? Diese und andere Fragen standen im Mittelpunkt unserer Tagung am 7. November 2007 in Brüssel. 

Das wachsende öffentliche Interesse hat den "Neuen Atheismus" in den Mittelpunkt unserer kultur-gesellschaftlichen Diskurse gerückt und aus ihm eine starke und einflussreiche Bewegung gemacht. Die kontroversen Diskussionen um den Wertebezug im Europäischen Verfassungsvertrag haben jedoch auch gezeigt, dass die Wertediskussion in der EU weiterhin lebendig ist und es nicht nur gemeinsame Strukturen sind, die den europäischen Kontinent geformt haben, sondern für viele auch die gemeinsamen christlichen Wurzeln.
In Zusammenarbeit mit dem ForumBrussels und der World Youth Alliance wollte die Verbindungsstelle Brüssel der Hanns-Seidel-Stiftung mit dieser Tagung in der Landesvertretung Baden- Württemberg dazu beitragen, die Wertediskussion wieder in den Mittelpunkt der modernen Gesellschaft zu stellen, um ihr in dieser schnelllebigen Zeit wieder Orientierungsmaßstäbe zu geben. 

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Magdalena Bien, World Youth Alliance Europe.  

Dr. Ingo Friedrich, Quästor und Mitglied im Präsidium des Europäischen Parlaments und stellvertretender CSU- Parteivorsitzender, wies in seinem Einführungsvortrag darauf hin, dass die Einheit Europas Gottes Wille sei und Wissenschaft und Glaube nicht einer strengen Trennung unterliegen sollten. Vielmehr betonte er, dass gerade die Verbindung beider Aspekte notwendig sei für ein geeintes Europa.

Prof. John Lennox

Darauf aufbauend, ging Prof. John Lennox noch deutlicher darauf ein, dass die Wissenschaft keine Antwort auf ethische Fragen böte. In einem mitreißenden und umfangreichen Vortrag betonte er, dass Atheismus keine neue Modeerscheinung, sondern vielmehr die heutzutage von Atheisten ausgehende "Aggressivität" die wirkliche Neuheit sei. Seiner Meinung nach gäbe es im Wesentlichen drei von Atheisten ausgehende Leitgedanken, wie die Gefährlichkeit von Religion, die Tatsache, dass die Wissenschaft Gott abgeschafft hätte und dass es keiner Religion bedürfe, um Moral- und ethische Wertvorstellungen zu entwickeln. 

Des Weiteren kritisierte John Lennox, dass Gläubige von Atheisten mehrheitlich in einem Topf geworfen und nicht zwischen Radikalismus und "Normalgläubigen" differenziert werden würde. In diesem Zusammenhang distanzierte er sich ganz deutlich von geschichtlichen Vorfällen, in denen vermeintliche Gläubige im Namen ihrer Religion Gräueltaten begangen hätten. Er betonte jedoch erneut, dass gerade in diesem Kontext differenziert werden müsse. Religion dürfe nicht aufgezwungen werden und wenn Religion zu Gewalt führe, währe dies nicht im Sinne des Glaubens. Man müsse deshalb zwischen den unterschiedlichen Gesinnungen von Gläubigen unterscheiden. 

Wenn, wie von Atheisten verfechtet, alles nur Zufall sei und der Mensch nur lediglich eine Anhäufung von DNA-Codes, also nur eine Art vorprogrammierter DNS Roboter wäre, stellte Lennox abschließend die Frage, aus welchem Impuls heraus es dann zu terroristischen Anschlägen käme. Ohne die Existenz von Gut und Böse, wäre dies das Ende von Moral und Wertvorstellungen.

Podium 1

Mit den Worten: "Faith is believing, where there is no evidence" übergab er das Wort an den nachfolgenden Redner Prof. Dr. Dr. h.c. Jan Kerkhofs, welcher anhand von Statistiken, die weltweiten Glaubenstendenzen aufzeigte und sich erfreut darüber zeigte, dass in Europa gerade bei jungen Menschen wieder eine steigende Tendenz zum Glauben an Gott vorherrsche. Seiner Meinung mach wäre der Auslöser, warum es oft zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen in Glaubensbefragungen käme, dass jeder Mensch eine andere Interpretation von "Glauben" hätte. Allein die Definition "Gott" würde zu unterschiedlichsten Definitionen führen.

Prinz Nikolaus von Liechtenstein, Botschafter von Lichtenstein im Königreich Belgien und bei der EU schilderte anschließend die Thematik "Atheismus" aus der Sicht des Diplomaten. Er untermauerte, dass die Diskussion mit Atheisten bedeutend einfacher wäre als die mit Relativisten, da erstere zumindest an etwas glauben würden, nämlich an die Nichtexistenz eines Gottes.

Podium 2

In der folgenden Podiumsdiskussion beantworteten die drei Redner, unter der Moderation von Katharina von Schurbein die zahlreichen Fragen aus dem Publikum. Die Vortragenden wiesen erneut darauf hin, dass es keinen wissenschaftlichen Beleg für die Existenz von Gott gäbe sondern vielmehr die persönliche Erfahrung hierfür ausschlaggebend sei. Es gäbe keinen stichhaltigen Beweis für seine Existenz sondern lediglich eine Vielzahl von Hinweisen. John Lennox wiederholte, dass die "Aggressivität" von Atheisten dem Fundamentalismus sehr ähnlich wären und betonte, dass der Dialog mit Menschen unterschiedlicher Glaubensvorstellungen der richtige Weg sei. Nicht der Atheismus an sich wäre eine Gefahr für die westliche Zivilisation, sonder vielmehr der absolute Glaube an diesen "Nichtglauben".  

Die Abschrift der Rede von Prof. Lennox wird in Kürze zum Download zur Verfügung stehen. 

Das Buch zum Thema von Prof. John Lennox "God's Undertaker: Has Science Buried God?" ist im Buchhandel erhältlich:
Herausgeber: Lion Hudson (September 13, 2007)
Sprache: English
ISBN-10: 082546188X
ISBN-13: 978-0825461880