Menü
Zusätzliche Informationen einblenden

Hanns-Seidel-Stiftung im Web 2.0

Kontakt

Referat V/4 Lateinamerika
Prof. Dr. Klaus G. Binder
Tel.: 089 1258-310 | Fax: -340
E-Mail: binder@hss.de

Publikationen

Argumentation kompakt 9. November 2016 – 17/2016 „Wir wollen Partnerschaft und keine Konflikte“
Schutzgebühr: Keine
Download der Publikation

Argumente und Materialien der Entwicklungszusammenarbeit 18
Schutzgebühr: Keine
Download der Publikation
Diese Publikation bestellen

Aktuelle Veranstaltungen

Mittwoch, 07. Dezember 2016

Brussels

The European Agenda under the Maltese EU Presidency

Mittwoch, 07. Dezember 2016

Miesbach

Social Media

Mittwoch, 07. Dezember 2016

Neustadt

Der Brexit

Meine HSS

Seite hinzufügen
löschen
 

Arbeitsbesuch von Peter Witterauf in Peru

Dr. Witterauf im Gespräch mit General Octavio Salazar, dem Obersten Polizeichef von Peru

Der Hauptgeschäftsführer der Hanns-Seidel-Stiftung, Dr. Peter Witterauf, hielt sich vom 15. bis 21. Oktober 2008 in Peru auf, um sich über den Beitrag der Hanns-Seidel-Stiftung zur Entwicklung des Andenstaates zu informieren.

Peru stand 2008 wiederholt im Blickpunkt der internationalen Berichterstattung. Das Treffen der Staats- und Regierungschefs aus Lateinamerika und Europa beschäftigte sich im Mai 2008 in Lima mit dem Schutz der Umwelt und der Frage, wie ein Staat soziale Entwicklung garantieren könne. Die regionale wirtschaftliche Zusammenarbeit bildete einen weiteren Schwerpunkt, der nun, angesichts der internationalen Finanzkrise und der Lage der Weltwirtschaft, auch die Begegnung der Staatschefs im Rahmen des Pazifik-Lateinamerika-Gipfels im November 2008 prägen wird.

Peru gilt dabei aufgrund seiner ökonomischen Daten als Modell wirtschaftlicher Entwicklung. Doch erinnern soziale Proteste den sozialdemokratischen Präsidenten Alán García daran, dass das wirtschaftliche Wachstum nicht alle Teile der Bevölkerung erreicht. Soziale Konflikte beherrschen die Schlagzeilen, aber auch die Zerstörung der Umwelt wird zu einem Thema. Dies und die Frage nach der Transparenz öffentlichen Handelns, die den Anlass zur jüngsten Kabinettsumbildung gab, werden für Präsident García Herausforderungen seiner Amtszeit sein.

Dr. Peter Witterauf mit Lourdes Flores Nano, Dr. Dietmar Ehm und Horacio Canepa

So zeigt sich, dass die Hanns-Seidel-Stiftung mit Maßnahmen, die den Schwerpunkt auf soziale Entwicklung und gute Regierungsführung legen, auf der Höhe der Zeit ist. Diesen Eindruck vermittelte nicht nur das Gespräch mit Lourdes Flores Nano, der Vorsitzenden der Partido Popular Cristiano. Ein Anliegen der Stiftung ist, die Distanz zwischen den Wählern und ihren Repräsentanten zu verringern. Daher führt die Hanns-Seidel-Stiftung mit dem Demokratiefonds der Vereinten Nationen ein Projekt durch, in dem moderne Kommunikationstechnik den Kontakt zwischen den Abgeordneten in Lima und ihren Wählern in schwer zugänglichen Teilen des Landes verbessert. Die dritte Vizepräsidentin des Kongresses Fabiola Morales und der Abgeordnete Juan Carlos Eguren schilderten, wie sie und ihre Mitarbeiter engere Verbindungen zu den Wählern nutzen, um deren Beschwerden aufzugreifen und ihre Kritik für eine integrale Sozial-, Wirtschafts- und Umweltpolitik zu nutzen.

Die Ansätze weisen auch in den Bereich der Kommunalpolitik, einem weiteren Aspekt der Arbeit der Stiftung in Peru. Bei der Weiterbildung von Bürgermeistern und Gemeinderäten wird besonders darauf eingegangen,  wie den Anforderungen nationaler Politik fachlich nachzukommen ist, beispielsweise dem Gebot, Umweltpläne zu entwerfen oder und einen Gemeindehaushalt aufzustellen, der die Bevölkerung und ihre Anliegen einbezieht.

Treffen im peruanischen Kongress mit Mitarbeitern des Projektpartners Voxiva und der Abgeordneten Fabiola Morales (Mitte)

Die Stiftung nimmt darüber hinaus in ihrer Arbeit soziale Themen auf. Im Schulungszentrum in Aspitia beschrieben die Kursteilnehmerinnen den Besuchern die Schrecken nach dem verheerenden Erdbeben im August 2007 und ihren Anstrengungen,  wieder Fuß zu fassen. Die Seminare vermitteln einfache betriebswirtschaftliche Kenntnisse an Multiplikatoren, damit diese eigene Kleinunternehmen betreiben können. Von besonderer Bedeutung ist die Vernetzung der Angebote: die Fortbildung, die die Hanns-Seidel-Stiftung mit ihrem Partner, dem Instituto de Asuntos Culturales, anbietet, wird um Kleinstkreditprogramme ergänzt, die weitere NGOs zur Verfügung stellen. Auch der Besuch einer Fraueninitiative, die  im Distrikt Laredo im Norden des Landes durch den Partner Agro Futoro unterstützt wird, zeigte, dass von den Frauen in Peru ein Großteil der basisorientierten Entwicklung abhängt.

Entwicklung ist ohne Sicherheit undenkbar. Deshalb arbeitet die Hanns-Seidel-Stiftung mit der Nationalen Polizei Perus und dem Partner Agro Futuro in einen Projekt zur Bürgersicherheit zusammen. In Trujillo wird beispielgebend die Einrichtung von Nachbarschaftsvereinigungen unterstützt. Die Mitglieder werden über Möglichkeiten der Verbrechensverhütung unterrichtet. Gerade in den ärmsten Stadtvierteln engagieren sich die Menschen In Zusammenarbeit mit den örtlichen Polizeibehörden für mehr Sicherheit. Die Polizei kümmert sich zudem mit Betreuungsangeboten um straffällig gewordene Jugendliche und ihre Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Polizeigeneral Octavio Salazar umriss gegenüber den Besuchern die Probleme, bei denen es gesellschaftliche Veränderungen den Eltern erschweren, ihre Kinder werteorientiert zu erziehen.

Die Nachbarschaftsvereinigung "Seguridad Ciudadana" unterstützt die örtlliche Polizei in Florencia de Mora (Trujillo)

Gesellschaftspolitische Anstrengungen sollen über punktuelle Ansätze hinausweisen. Daher legt der Partner Agro Futuro in seiner Arbeit einen Schwerpunkt darauf, junge Leute zu identifizieren, die sich für ihre Gemeinschaft einsetzen. Ihnen wird eine Weiterbildung angeboten, in der es um wertebezogenes Denken und Handlungsbefähigung, aber auch um die Auseinandersetzung mit der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung in Peru geht. Um die Kurse mit einem Diplom abzuschließen, müssen die Teilnehmer Entwicklungsprojekte ausarbeiten und mit ihren Kommilitonen umsetzen. Der Zivilgesellschaft stehen so engagierte junge Leute zur Verfügung, die Peru braucht, um einen selbstorientierten Entwicklungsweg zu beschreiten.