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Die soziale Marktwirtschaft als Leitbild für Entwicklungsländer?

Kann die soziale Marktwirtschaft Modell sein für die Dritte Welt?

Einer der Schwerpunkte internationaler Entwicklungszusammenarbeit (EZ) ist die Sicherung einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung. Die Förderung von Wirtschaftswachstum und Privatsektor gilt als zentrale Strategie für Armutsminderung und Entwicklung, die Einführung und Stabilisierung von Marktwirtschaften ist dabei unbestritten der Königsweg. Kontroverser wird die Frage diskutiert, inwieweit eine Marktwirtschaft sozial sein kann und muss und welche Rolle der Staat dabei spielt. Während im deutschsprachigen Kulturraum seit der Einführung der Stein-Hardenbergschen Reformen und der Prägung der sozialen Marktwirtschaft durch Ludwig Erhardt nach dem Zweiten Weltkrieg der Staat eine wichtige und aktive Rolle spielt, wird ihm im angelsächsischen Raum eine eher zurückhaltende Funktion zugewiesen.

Die Deutsche Entwicklungspolitik hat es sich auf die Fahnen geschrieben, die Werte einer sozialen und ökologischen Marktwirtschaft zu vertreten. Im entwicklungspolitischen Zusammenhang ist der Vorwurf nicht neu, dass reiche Länder versuchten, den armen Ländern ihre eigenen kulturellen Werte aufzuzwingen und es stellt sich die Frage, ob für die soziale Marktwirtschaft eine besondere kulturelle Basis erforderlich ist. Ist besonders das deutsche Modell Sozialer Marktwirtschaft geeignet, Entwicklungsländern ordnungspolitische Lösungen zu bieten? Kann es dort Akzeptanz finden und funktionieren?