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Horizons2020 – Energie: Innovationen für den Klimaschutz

Dr. h.c. mult. Hans Zehetmair

Globale Erwärmung und Klimawandel sind nicht mehr nur mögliche Zukunftsszenarien, sondern Fakten. Tatsache ist auch, dass der globale Energiebedarf trotz aller Einsparmaßnahmen weiter steigen wird. Damit rücken die Steigerung der Energieeffizienz, die Nutzung erneuerbarer Energien und die Reduzierung von Treibhausgasen in den Fokus der Politik. Alle drei Bereiche sind auf innovative technische Entwicklungen von Ingenieuren und Unternehmen angewiesen und bieten enormes Wachstumspotenzial gerade auch für die europäische Wirtschaft.

Damit diese Potenziale umgesetzt werden können, sind entsprechende politische, wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen notwendig. Vor diesem Hintergrund wurden auf Einladung der Hanns-Seidel-Stiftung in Brüssel, der Siemens AG und der Vertretung des Freistaates Bayerns bei der EU am 12. Februar 2008 mögliche Lösungsansätze dargestellt und kritisch evaluiert.

Dr. h.c. mult. Hans Zehetmair
, Staatsminister a.D. und Vorsitzender der Hanns-Seidel-Stiftung, machte in seiner Begrüßungsrede deutlich, dass die Harmonisierung der Ziele einer Reduzierung von Treibhausgasen bei gleichzeitiger Erhaltung einer sicheren bezahlbaren Energieversorgung eine der größten Herausforderungen für Wissenschaft, Wirtschaft und Politik darstelle. Eine nachhaltige, sichere und wettbewerbsfähige Energieversorgung, die auf einem Mix verschiedener Energiequellen basiert, sei ein Schlüsselfaktor für Wirtschaftswachstum, Wohlstand und soziale Sicherheit in der EU.

Steffan Jerneck
, Direktor "Corporate Relations" des "Centre of European Policy Studies" (CEPS) und Moderator der Veranstaltung, betonte, dass Siemens mit Horizons2020 eine Vorreiterrolle eingenommen und Ausblicke in die Zukunft aufgezeigt habe, noch bevor das Thema in den Fokus des politischen Interesses gerückt sei. Unter allgemeinem Beifall äußerte er den Wunsch, dass bis zur nächsten "Horizons2020" Veranstaltung nicht wieder zwei Jahre vergehen sollten.

Andris Piebalgs

Andris Piebalgs, Kommissar für Energie, erläuterte in seiner Key Note die einzelnen Zielvorgaben des von der Kommission vorgeschlagenen Energie- und Klimapakets vom Januar dieses Jahres. Die 20 %-ige Reduzierung der Treibhausgasemissionen solle dazu führen, dass CO2-Emissionen einen Preis bekommen. Durch einen marktbasierten Mechanismus würden Anreize geschaffen werden. Die konkrete Regulierung solle Transparenz und Klarheit für Investoren schaffen und klare Spielregeln für die Zielerreichung festlegen. Die Zielsetzung eines 20 %-igen Anteils von erneuerbaren Energien am Primarenergieverbrauch sei notwendig, damit in diesem Sektor bereits vorhandene Technologien auch Anwendung fänden. Dieses Ziel solle auch beim Thema Energieeffizienz erreicht werden.

Laut Dr. Stephan Singer vom WWF mache das Fehlen eines europaweiten Netzes viele der vorgestellten Lösungen heute noch unmöglich. Die Rolle Europas, das nur für ca. 10 % des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich sei, sieht er vor allem als Technologienbieter. Europa werde in vielen Teilen der Welt, besonders in den Entwicklungsländern, als Vorreiter bei Umwelttechnologien, aber auch bei der Umweltgesetzgebung, gesehen. Er machte aber deutlich, dass die Zielvorgabe von 20 % für 2020 nur einen Zwischenschritt darstellen könne. Darüber hinaus gebe der Beschluss des Europäischen Rats für den Fall eines Engagements anderer Großmächte eine Reduktion der Emissionen um 30 % bis 2020 vor. Langfristiges Ziel bleibe eine Null-Emission von Treibhausgasen bis 2050 bzw. 2080 durch den Einsatz von erneuerbaren Energiequellen.

Dr. Udo Niehage

Dr. Udo Niehage, CEO Power Transmission der SIEMENS AG, betonte die Bedeutung von Innovationen und technologischen Weiterentwicklungen im Kampf gegen den Klimawandel. Damit der Klimaschutz nicht zulasten des Wohlstands in Europa und um den Preis einer Deindustrialisierung umgesetzt werde, seien innovative technische Lösungen gefragt, die es erlaubten, bei minimal steigenden Energiekosten möglichst viel CO2-Ausstoß zu vermeiden. Dafür bedürfe es aber sowohl energieeffizienter Technologien wie auch der richtigen Anreize zu ihrem Einsatz. Industrieunternehmen wie Siemens könnten mit innovativen Technologien, die bei Siemens bereits heute einsetzbar seien, in erheblichem Maße den Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren, wenn die Politik die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffe.

Für Dr. Angelika Niebler, Mitglied des Europäischen Parlaments und Vorsitzende des Ausschusses für Industrie, Forschung und Energie, sind Innovationen der Schlüssel zur Erreichung der umweltpolitischen Ziele. Potenziale müssten bei allen Energiequellen und in allen Bereichen des Energieverbrauchs genutzt werden. Dafür sei ein Paradigmenwechsel nötig, der die Aufmerksamkeit auch auf bisher weithin unbeachtete Bereiche der Energienutzung lenke. So verursache z.B. eine Suchanfrage auf Google die gleichen Treibhausgasemissionen wie der einstündige Betrieb einer 11 Watt Energiesparlampe.

Das Podium der Veranstaltung

Prof. Dr. Gerd Becker, Leiter des Labors für Solartechnik und Energietechnische Anlagen an der Hochschule München, machte zunächst mit einem Vergleich deutlich, dass es genug Energie gibt. Die Sonne strahle in 40 Minuten so viel Energie auf die Erde, wie die Menschheit in einem Jahr verbrauche. Das Problem sei, diese Energie zu nutzen. Bei steigender Energieeffizienz werde der weltweite Energiebedarf steigen. Daher seien nachhaltige Energiesysteme notwendig.

Dr. Jorgo Chatzimarkakis, Mitglied des Europäischen Parlaments, sieht den Kampf gegen den Klimawandel als ein Zivilisationsprojekt, bei dem die EU eine Vorbildfunktion einnehmen kann. Dabei dürfe aber die Machbarkeit der Zielvorgaben nicht aus den Augen verloren werden. Die Ziele müssten klar, aber mit Augenmaß verfolgt werden; die Euphorie bei der Lösung des Klima-Problems dürfe nicht zu einer Klimahysterie führen. Die beschlossenen CO2-Ziele könnten nicht ohne Nuklearenergie erreicht werden.

Heidrun Piwernetz
, Leiterin der Vertretung des Freistaates Bayern bei der Europäischen Union, schloss mit einer Zusammenfassung und betonte, dass Klimaschutz auch eine soziale Komponente habe. Um die Lasten gerecht zu verteilen sei eine globale Abstimmung notwendig. Nationale Alleingänge können negative Auswirkungen haben. Zentral sei ein vernünftiger Energiemix, der auch die Atomkraft nicht ausschließe.

Rückblick:

Andris Piebalgs und Dr. Angelika Niebler

Am 19. September 2007 hat die Europäische Kommission das "Dritte Energiebinnenmarktpaket" vorgestellt. Erhebliche Sprengkraft birgt in diesem Zusammenhang  der Vorschlag, im Interesse des Wettbewerbs eine eigentumsrechtliche Entflechtung der Strom- und Gasnetze von Erzeugung und Vertrieb festzuschreiben. Wie lässt sich gewährleisten, dass unsere Energieversorgung in Europa gesichert bleibt? Im Rahmen einer Tagung in Brüssel am 28. November 2007 sollte untersucht werden, vor welchen neuen Herausforderungen Europas Energieunternehmen stehen und welche Weichen schon jetzt gestellt werden müssen. undefinedmehr ...