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Peter Witterauf zu Projektbesuch in Jordanien

Peter Witterauf im Gespräch mit Ministerin Hala Lattouf ...

Im Rahmen eines Arbeitsbesuches hat sich der Hauptgeschäftsführer der Hanns-Seidel-Stiftung, Dr. Peter Witterauf, vom 10. bis 13. November 2008 über die Arbeit der Hanns-Seidel-Stiftung im Hashemitischen Königreich Jordanien informiert. Die Stiftung ist in Jordanien seit 1996 tätig. Schwerpunkte ihres Engagements sind die Stärkung der Rolle der Frau in Familie, Gesellschaft und öffentlichem Leben, die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raumes sowie die möglichst breite Verankerung eines nachhaltigen Umweltbewusstseins in der Gesellschaft. Die Umsetzung ihrer Ziele verfolgt die Stiftung zusammen mit vier lokalen Nichtregierungsorganisationen, die über langjährige Erfahrung und Zugang zu den jeweiligen Zielgruppen verfügen.

In seinem Gespräch mit der jordanischen Sozialministerin, Hala Lattouf, unterstrich Dr. Witterauf - nicht zuletzt mit Blick auf die politische Stabilität des Landes - die Notwendigkeit, auch die Teile der jordanischen Bevölkerung mitzunehmen, die nicht unmittelbar von der zunehmenden Einbindung Jordaniens in die internationale politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit profitieren. Aus diesem Grund ist die Arbeit der Stiftung auch bewusst breit angelegt, was darin zum Ausdruck kommt, dass sich die Aktivitäten nicht nur auf den Großraum Amman beschränken, sondern der Bevölkerung in allen 12 Gouvernements des zu 80% aus Wüste bestehenden Landes zu Gute kommt. Das Sozialministerium wird bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben seitens der Stiftung durch die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in 23 Außenstellen des Ministeriums landesweit tätig sind, unterstützt.

... und mit Minister Khaled Irani ...

Zusammen mit dem Partner "Queen Zein Al Sharaf Institute for Development - ZENID" führt die Stiftung - in jährlichem Wechsel in allen 12 Gouvernements Jordaniens - Maßnahmen durch, die darauf ausgelegt sind, den Frauen eigene Einnahmemöglichkeiten zu eröffnen. Darüber hinaus sollen Frauen in die Lage versetzt werden, ihre Bedürfnisse und Interessen gegenüber kommunalen, regionalen und auch nationalen Einrichtungen eigenständig zu artikulieren. Unmittelbares Ergebnis dieser Arbeit ist der zunehmende Anteil von Frauen in kommunalen und regionalen Ämtern. Bei den Parlamentswahlen vom November 2007 ist es einer Frau erstmals gelungen, außerhalb der bestehenden Frauenquote einen Sitz im jordanischen Parlament zu erringen. Derartige Erfolge können jedoch nicht darüber hinweg täuschen, das wirtschaftliches und noch mehr politisches Engagement von Frauen in einer sehr stark von Tradition und vom Islam geprägten Gesellschaft nach wie vor eine Gratwanderung ist.

Mit dem jordanischen Umweltminister, Khaled Irani, erörterte Dr. Witterauf Fragen des Natur- und Umweltschutzes sowie die diesbezüglich notwendige breite Bewusstseinsbildung in der Gesellschaft. Beide Gesprächspartner stimmten überein, dass dies nachhaltig nur möglich sein wird, wenn der Schutz von Umwelt und Natur der Bevölkerung auch wirtschaftliche Möglichkeiten eröffnet. Allein Verbote und Strafen werden keinen nachhaltigen Erfolg bringen. Minister Irani informierte über Pläne, die jordanische Energieversorgung künftig stärker als bisher durch erneuerbare Energien wie Solar- und Windkraft sicherzustellen. Neben einem Beitrag zum Klimaschutz wird damit auch eine geringere Abhängigkeit von Energieimporten angestrebt, da Jordanien weder über eigene Kohle- noch über eigene Erdgas- und Erdölvorkommen verfügt. Größte Sorgen bereitet der jordanischen Regierung jedoch die zunehmende Wasserknappheit. Jordanien gehört zu den weltweit vier Staaten, die über die geringsten Wasserressourcen verfügen. Ein Bevölkerungswachstum von durchschnittlich 2,8 % pro Jahr verschärft dieses Problem noch. Da auch die Nachbarländer Syrien, Israel und die Palästinensischen Autonomiegebiete unter zunehmendem Wassermangel leiden und darüber hinaus ein stetiges Bevölkerungswachstum aufweisen, ist dieses Thema durchaus geeignet, in der Zukunft für zusätzlichen Konfliktstoff in der Region zu sorgen.

... zu Besuch im EU-Projekt ...

Mit dem Partner "Royal Society for the Conservation of Nature - RSCN" arbeitet die Stiftung seit 1996 auf dem Gebiet des Natur- und Umweltschutzes zusammen. Umweltmanagement und Umwelterziehung sind hierbei die Hauptthemen, die seit einigen Jahren auch zusammen mit Teilnehmern aus Syrien und dem Libanon behandelt werden. Im Rahmen einer engeren Kooperation mit den Ländern der MENA - Region (Middle East - North Africa) sollen ab 2009 verstärkt auch Teilnehmer aus Ägypten, den Palästinensischen Autonomiegebieten sowie Marokko, Algerien und Tunesien in die Programme miteinbezogen werden. Die Einbeziehung Israels ist ebenfalls geplant. Aufgrund der hinlänglich bekannten Spannungen zwischen Israel und sein arabischen Nachbarn wird dies jedoch nur in kleinen Schritten möglich sein.

Seit 2006 führt die Hanns-Seidel-Stiftung mit dem Partner RSCN auch ein von der EU co-finanziertes Projekt in der waldreichen Region von Ajloun durch. Im Rahmen seines Besuches im dortigen Naturreservat, ca. 80km nordwestlich der Hauptstadt Amman, lies sich Dr. Witterauf vom Direktor des RSCN, Yehya Khaled, über die Aufgaben des RSCN sowie das gemeinsame Projekt umfassend unterrichten.

... bei der Begutachtung der im Projekt hergestellten Produkte.

Eingebettet in einen von der jordanischen Regierung aufgestellten Entwicklungsplan und angesiedelt in einem vom RSCN gemanagten Naturreservat ist dieses Projekt ein Modell für die nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raums, bei dem der Natur- und Umweltschutzgedanke gezielt mit den wirtschaftlichen Interessen der im Projektumfeld angesiedelten Bevölkerung verbunden wird. Im Rahmen von insgesamt sechs auf den dortigen Tourismus ausgerichteten wirtschaftlichen Kleinstprojekten konnten bisher mehrere Dutzend Arbeitsplätze geschaffen werden.

Mit der Jordan Applied University (JAU), der Dr. Witterauf im Rahmen seines Aufenthaltes in Jordanien ebenfalls einen Besuch abstattete und bei dem er mit dem Dekan der Universität, Dr. Muhsen Makhamreh, Fragen eines umweltverträglichen Tourismus diskutierte, bildet die Stiftung seit vier Jahren Fremdenführer aus, die bei der Ausübung ihres Berufes insbesondere auch Fragen des Umwelt- und Naturschutzes behandeln.

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