Menü
Zusätzliche Informationen einblenden

Hanns-Seidel-Stiftung im Web 2.0

Kontakt

Verbindungsstelle Brüssel
Leiter: Dr. Markus Ehm
Tel.: +32 2 230-5081 | Fax: -7027
E-Mail: bruessel@hss.de

Publikationen

Argumentation kompakt vom 28. Juli 2016: Die Zukunft Schengens - Grenzenloser Handel, grenzenloses Reisen, grenzenloses Europa?
Schutzgebühr: Keine
Download der Publikation
Diese Publikation bestellen

Argumente und Materialien der Entwicklungszusammenarbeit 18
Schutzgebühr: Keine
Download der Publikation
Diese Publikation bestellen

Aktuelle Veranstaltungen

Freitag, 30. September 2016

Erding

Der demographische Wandel

Freitag, 30. September 2016 bis Sonntag, 02. Oktober 2016

Kloster Banz

Bleiben die USA alleinige Weltmacht? US-Außen- und Sicherheitspolitik im Zeichen der Wahlen

Freitag, 30. September 2016 bis Samstag, 01. Oktober 2016

Kloster Banz

Die Zeitung für Betriebs- und Personalräte

Meine HSS

Seite hinzufügen
löschen
 

Verkehrssicherheitsreport 2008 – Strategien zur Unfallvermeidung auf den Straßen in Europa

Dr. Ingo Friedrich

Im Jahre 2001 unterzeichneten zahlreiche gesellschaftliche Gruppierungen und Akteure in Dublin die EU-Charta für Straßenverkehrssicherheit. Ziel dieser Initiative ist es, die Zahl der Verkehrstoten in Europa von jährlich 50.000 bis zum Jahr 2010 zu halbieren. Die inzwischen 1.130 Unterzeichner aus ganz Europa haben vereinbart, durch Zusammenarbeit und gegenseitigen Austausch ihrer Ideen einen Beitrag zu leisten, um dieses ehrgeizige Ziel durch grenzüberschreitende Maßnahmen zu erreichen und den Herausforderungen der Mobilität in Europa gerecht zu werden.

Der Verkehrssicherheitsreport 2008 der DEKRA AG leistet hierzu einen Beitrag: Er informiert über die derzeitige Sicherheit auf Europas Straßen und zeigt konkrete Verbesserungspotentiale und -strategien technischer und menschlicher Natur auf, durch deren Nutzung deutliche Fortschritte erzielt werden können.

Antonio Tajani

Im Rahmen einer gemeinsam mit der DEKRA AG durchgeführten Europakonferenz am 14. Oktober 2008, die durch Dr. Ingo Friedrich, MdEP, Quästor und Präsidiumsmitglied des Europäischen Parlaments, eröffnet wurde, betonte der Vizepräsident der Europäischen Kommission und EU-Kommissar für Verkehr, Antonio Tajani, dass die Zahl der Verkehrstoten jährlich immer noch knapp unter 40.000 läge. Da insbesondere junge Menschen Verkehrsunfällen zum Opfer fielen, hob er die Notwendigkeit einer verbesserten Ausbildung hervor. Auch Sicherheitsprüfungen der Fahrzeuge nützten in großem Maße der Unfallvermeidung. Er wies jedoch auch auf die begrenzten Kompetenzen der EU hin, zum Beispiel im Bereich der Zertifizierung.

Prof. Dr.-Ing. Gerhard Zeidler, Präsident des Präsidialrats DEKRA e.V. und Vorsitzender des Aufsichtsrats DEKRA AG, wies auf die besondere Rolle von DEKRA als Unterzeichner der Charta von Dublin und Unternehmen mit über achtzigjähriger Geschichte im Bereich der Straßenverkehrssicherheit hin. Er zeigte in seinem Einführungsstatement Erfolge und verbleibenden Handlungsbedarf in Bezug auf die EU-Charta auf.

Moderiert durch Stefan Borst (Focus), diskutierten in der folgenden Podiumsdiskussion  Klaus Schmidt, Vorsitzender der Vorstände DEKRA e.V. und DEKRA AG, Markus Ferber, MdEP, Vorsitzender der CSU-Gruppe im Europäischen Parlament und Mitglied des Haushaltsausschusses, Michael Cramer, MdEP, Mitglied im Ausschuss für Verkehr und Fremdenverkehr, und Johann Friedrich Colsman, Mitglied im Kabinett des Vizepräsidenten der Europäischen Kommission Antonio Tajani.

Prof. Dr.-Ing. Gerhard Zeidler

Klaus Schmidt legte am Beispiel Deutschlands dar, welche außerordentlichen Fortschritte in Sachen Verkehrssicherheit durch Regulierungen und die Einführung von Bußgeldern erzielt wurden und veranschaulichte den Zusammenhang von Fahrzeugalter und Unfallrisiko durch Fahrzeugmängel. Vor diesem Hintergrund plädierte er für eine jährliche Fahrzeugprüfung ab dem achten Jahr.

Markus Ferber konzentrierte sich auf die institutionellen Probleme auf EU-Ebene, welche beispielsweise eine Harmonisierung bezüglich der Anerkennung von Bußgeldern und Strafen behinderten. Der Rat der Europäischen Union versuche, diesem Problem mit staatsübergreifenden Lösungen zu begegnen. Außerdem nannte er den Ausbau von Straßen als wichtiges Feld für grenzüberschreitende Standardisierungsmaßnahmen und sprach sich für eine Kooperation im technischen Bereich aus. Verkehrssicherheit könne nicht an der Staatsgrenze aufhören.

Michael Cramer stellte konkrete Forderungen zur Reduzierung von Verkehrsunfällen in Europa, so zum Beispiel die Einführung einheitlicher Tempolimits auf europäischen Autobahnen, ein generelles Tempolimit von 30 km/h in Städten, zyklische medizinische Kontrollen wie Sehtests und eine stärker täter- als opferorientierte Verkehrserziehung. In zunehmenden Sicherheitsmaßnahmen technischer Art sah er jedoch die Gefahr, dass diese leichtsinniges Verhalten von Fahrern begünstigen könnten.

Die Diskussionsteilnehmer: Markus Ferber, Klaus Schmidt, Stefan Borst, Michael Cramer und Johann Friedrich Colsman

Johann Friedrich Colsman sah die Erreichung der Zielsetzung von Dublin im vorgegeben Zeitrahmen als eher unrealistisch an, zumal der Kommission schon bald eine neue Legislaturperiode bevor stünde. Dennoch gebe es kontinuierliche Anstrengungen und weitere Vorbereitungen, z.B. sei ein Aktionsprogramm 2010-2020 bereits in Planung.

Einigkeit herrschte unter den Diskussionsteilnehmern darüber, dass eine auf Harmonisierung zielende Zusammenarbeit im Bereich der Straßenverkehrssicherheit in Europa aufgrund der zunehmenden Mobilität unerlässlich sei, diese aber die besagte Mobilität gleichzeitig nicht gefährden darf. Dabei betonte Johann Friedrich Colsman darauf hin, dass spezielle Voraussetzungen der einzelnen Mitgliedstaaten, zum Beispiel klimatische Bedingungen berücksichtigt werden müssten. Abschließend wies Prof. Dr.-Ing. Zeidler auf die Vertrauenskrise gegenüber Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Finanzsektor sowie Experten hin. Dies sei auch ein Grund weshalb die Ziele der EU-Charta von Dublin weiterhin konsequent verfolgt werden müssten, um den Bürgern und Bürgerinnen in Europa überzeugend und glaubwürdig gegenüberzustehen.

Ein ausführlicher Konferenzbericht steht in Kürze zum Download zur Verfügung.