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Referat V/3 Afrika
Klaus Liepert
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Das EU-Agroforstwirtschaftsprojekt Mampu

- Mampu liegt ca. 180 km östlich von Kinshasa

- Seit 2004 unterstützt die EU das Projekt

- Das Siedlungszentrum in Mampu

- Akazienblüte

- Bauern beim Setzen der Pflanzen

- Eine der beiden neu errichteten Schulen im Siedlungszentrum
In der DR Kongo werden in der Umgebung größerer Städte Wälder und Vegetationen an den Flusshängen abgeholzt, um den städtischen Bedarf an Feuerholz, Holzkohle und landwirtschaftlicher Nutzungsfläche zu decken. Die Böden werden dermaßen intensiv genutzt, dass diesen alle Nährstoffe entzogen werden. Durch die ansteigende Unfruchtbarkeit der Felder wird die Nahrungsmittelversorgung der Städte erschwert.
Bereits seit Anfang der 1980er-Jahre ist die Hanns-Seidel-Stiftung in der DR Kongo im Bereich der ländlichen Entwicklung aktiv. Ab Oktober 2004 führte sie in Kooperation mit der EU in der Region Mampu, ca. 180 km östlich von Kinshasa, ein Aufforstungsprojekt durch, wobei auf Grundlage der vorherigen Projektarbeit erstmalig die landwirtschaftliche Nutzung des Akazienwaldes großflächig organisiert und intensiviert wurde. Ziel war es, das Lebensniveau der örtlichen Bevölkerung zu verbessern und gleichzeitig ein Beitrag zur Nahrungsmittelversorgung für die Millionenstadt Kinshasa zu leisten.
Zu Beginn des Projekts wurden 248 Familien in dem etwa 6500 ha großen Akazienwald angesiedelt. Jeder Siedler erhielt ein kleines Haus und eine 25 ha große Parzelle zur agroforstwirtschaftlichen Bearbeitung in dem Waldgebiet.
Die Akazienwälder verändern mittelfristig das Kleinklima in den Aufforstungsregionen, da durch die Schattenwirkung der Bäume die Verdunstung vermindert wird und der Boden in der Lage, ist das Wasser länger zu speichern. Für eine nachhaltige Nutzung ihrer Fläche können die Siedler ein bis zwei ha Wald pro Jahr abholzen. Durch Brandrodung der abgeholzten Fläche gegen Ende der Trockenzeit beginnen die zu Boden gefallenen Akaziensamen auf natürliche Weise automatisch zu treiben und die Fläche wird wieder aufgeforstet. Das gewonnene Holz wird zu Holzkohle verarbeitet und nach Kinshasa verkauft.
Dank der Bäume wurde der fruchtarme, sandige Savannenboden ertragreicher und die Erträge konnten um etwa 400 % gesteigert werden. Durch die Rotation von Aufforstung und landwirtschaftlicher Nutzung, die sogenannte Agroforstwirtschaft, können die Siedler den Boden nun dauerhaft und effektiver nutzen. Direkte Folge ist eine erhöhte Produktion, eine sichere Einnahmequelle und eine dauerhafte Zukunftsperspektive.
Parallel zu der Ansiedlung erhielten die Siedler landwirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Schulungen und wurden in der Praxis von Ausbildern betreut. Verwaltet und organisiert wurde das Aufforstungsprojekt in einem in Mampu errichteten Siedlungszentrum. Hier befinden sich mittlerweile eine Baumschule, ein Vervielfältigungsfeld für gesunden Maniok, eine Ziegelei, eine Schreinerei, eine Werkstatt, zwei Schulen, eine Krankenstation, der Markt und ein Unterrichtsraum.
Die Projekterfolge können sich sehen lassen
Mittlerweile wurden in Mampu insgesamt 308 Familien in jeweils 25 ha großen Parzellen angesiedelt. Die bereitgestellten Parzellen wurden übereignet und die Siedler betreiben professionell Agroforstwirtschaft. Im Siedlungszentrum haben sich mittlerweile zahlreiche Geschäfte und Betriebe angesiedelt, Schulen und eine Krankenstation wurden gebaut, die vom kongolesischen Staat unterhalten werden, und zur eigenständigen Wasserversorgung wurden drei Brunnen errichtet.
Die neuen Impulse durch die Projektarbeit konnten das Lebensniveau der Bevölkerung vor Ort merklich verbessern und zeitgleich einen nachweislichen Beitrag zur Nahrungsmittelversorgung für die Millionenstadt Kinshasa leisten. Zudem werden heute in Mampu insgesamt etwa 10% des Holzkohlebedarfs Kinshasas produziert. So konnte der Schutz der Umwelt mit wirtschaftlichen Erfolgen verbunden werden.
Das entwickelte Modellprojekt der Agroforstwirtschaft zeigte sich auch bei der Ausweitung auf die umliegenden Gemeinden erfolgreich: Von März 2007 bis Ende Februar 2009 wurde ein Folgeprojekt in Mbankana durchgeführt, derzeit wird es in den Gemeinden Gungu und Aten in der kongolesischen Provinz Bandundu umgesetzt.
Mit einem 20-minütigen Film, erstellt mit Unterstützung der Europäischen Union, dem Umweltministerium der DR Kongo und dem Centre d’Appui au Développement Intégral de Mbankana (CADIM), wollen wir Ihnen das Projekt näher vorstellen:

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